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20.12.2015

07:18 Uhr

Bundesliga

Guardiolas Zukunft und Kramnys Hoffnung

Quelle:dpa

Die Bayern gewinnen in Hannover - und niemanden interessiert's. Allenfalls die Zukunft von Pep Guardiola. Am heutigen Sonntag will sich der Rekordmeister offiziell äußern. Die Bundesliga vom Samstag.

Wie sieht die Zukunft von Pep Guardiola aus? Foto: Peter Steffen dpa

Zukunft

Wie sieht die Zukunft von Pep Guardiola aus? Foto: Peter Steffen

Warten auf die Mitteilung der Bayern: Der 15. Saisonsieg des FC Bayern spielte am Samstagabend schon Minuten nach dem Abpfiff keine Rolle mehr. Einzig und allein im Mittelpunkt: Pep Guardiola. Der Abschied des spanischen Startrainers zum Saisonende zeichnet sich seit Wochen ab, am Sonntag könnte er offiziell verkündet werden. Von vielen Seiten wird eine Vereinsmitteilung erwartet, in der die Münchner zugleich Guardiolas Nachfolger präsentieren. Als aussichtsreichster Kandidat galt bis zuletzt der Italiener Carlo Ancelotti. „Morgen, morgen”, sagte Guardiola selbst immer wieder nach dem 1:0 der Bayern bei Hannover 96 auf Fragen der Journalisten. „Ich werde den Teufel tun und jetzt irgendwelche Fragen beantworten”, kommentierte auch Sportvorstand Matthias Sammer.

WER WIRD STUTTGARTS NEUER CHEFCOACH?

Bleibt offen - auch wenn inzwischen einiges dafür spricht, dass aus der Interimslösung Jürgen Kramny eine Dauerlösung wird. Durch das 3:1 gegen den VfL Wolfsburg verbesserten sich die Schwaben vom letzten Platz auf Rang 15. Am Sonntag soll auch in Stuttgart eine Entscheidung fallen. „Bis morgen müsst ihr euch gedulden”, sagte Sportvorstand Robin Dutt zu Journalisten am Samstag. Er lobte Kramny: „Er hat alle Erwartungen absolut erfüllt, die man an einen Interimstrainer hat.”

Bundesliga: Gewinner und Verlierer der Hinrunde

Top 5

Robert Lewandowski: Der Pole schrieb am 22. September Fußball-Geschichte. Beim Stand von 0:1 gegen den VfL Wolfsburg wurde er nach der Pause eingewechselt und schoss fünf Tore in neun Minuten. Auch dank der bislang 15 Treffer des Weltklasse-Stürmers ist der FC Bayern München Herbstmeister.
Quelle: dpa

Top 4

André Schubert: Vom Interimscoach zur Dauerlösung. Der Nachfolger von Lucien Favre führte Schlusslicht Borussia Mönchengladbach mit sechs Siegen und insgesamt zehn ungeschlagenen Spielen wieder nach oben - und wurde mit einem Vertrag bis 2017 belohnt. Somit erledigte sich die Personalsuche von Manager Max Eberl von selbst.

Top 3

SV Darmstadt 98: Ein Stadion wie aus den 70er Jahren, aber eine Mannschaft mit Herz. Der Aufsteiger überraschte nach seinem Durchmarsch vom der 3. Liga und stand kein einziges Mal auf einem Abstiegsplatz. Highlight für die Fans: Das 1:0 der aufblühenden „Lilien“ beim Erzrivalen Eintracht Frankfurt.

Top 2

Leroy Sané: Der neue Liebling des FC Schalke 04 - und Aufsteiger der Liga. Der 19-jährige Wirbelwind feierte beim 0:2 in Frankreich sein Debüt im Nationalteam - was angesichts der tragischen Umstände in der Nacht des Terrors von Paris unterging. Für die „Königsblauen“ ist er Gold und sicher mal ganz viel Geld wert: sein Vertrag läuft bis 2018.

Top 1

Pierre-Emerick Aubameyang: Als erster Bundesliga-Profi erzielte er in den ersten acht Begegnungen immer mindestens einen Treffer. 18 Tore in den ersten 16 Spielen - der Gabuner von Borussia Dortmund ist in der Form seines Lebens. Und nicht nur auf dem Rasen pfeilschnell unterwegs: privat fährt er einen goldfarbenen Lamborghini.

Flop 5

Alexander Zorniger: „Alternativlos“ sei seine Spielweise, sagte der Trainer des VfB Stuttgart immer wieder. Am Ende war sie nur erfolglos. Die Schwaben kamen nicht aus dem Tabellenkeller. Nach nur zehn Punkten aus 13 Spielen wurde der selbstbewusste Offensivfreund am 24. November vor die Tür gesetzt.

Flop 4

Lucien Favre: Sein überstürzter Abgang in Mönchengladbach am 20. September überraschte alle. Nach fünf Pleiten zum Saisonauftakt bot der Trainer seinen Rücktritt an, die Vereinsführung lehnte ab - und der Schweizer ging doch. „Bis ins Mark“, so Manager Max Eberl, traf den Champions-League-Teilnehmer diese Entscheidung.

Flop 3

1899 Hoffenheim: Stürzte nach dem Abgang von 41-Millionen-Euro-Juwel Roberto Firmino (zum FC Liverpool) ab. Konzepttrainer Markus Gisdol musste gehen, Feuerwehrmann Huub Stevens kam - und brauchte erstmal sechs Spiele für den ersten Sieg. Für den wenig geliebten Club von Milliardär Dietmar Hopp heißt es: Abstiegskampf - und wenig Mitleid

Flop 2

André Schürrle: Der Weltmeister ist jetzt bald ein Jahr beim VfL Wolfsburg - und immer noch nicht richtig angekommen. Die Ablöse von geschätzten 32 Millionen Euro lastet schwer auf dem früheren Chelsea-Profi. Zuletzt gab es sogar Pfiffe für den Flügelflitzer, der sich immer wieder verdribbelt und dem noch kein Liga-Tor gelang.

Flop 1

Die Schiedsrichter: Immer wieder spielentscheidende Fehler. Da nutzte auch die Einführung der Torkamera nichts. Die Unparteiischen um den künftigen EM-Referee Felix Brych, nach Bekunden des DFB-Verantwortlichen Herbert Fandel „die Besten der Welt“, haben im Wintertrainingslager auf Mallorca einiges aufzuarbeiten.

UNTERSTÜTZUNG FÜR DEN ALTSTAR

Ex-Nationalspieler Stefan Kießling zeigte sich nach dem Sieg mit Bayer Leverkusen in Ingolstadt berührt von der Zuneigung der eigenen Anhänger. Die Bayer-Fans überreichten ihm nach dem 1:0 ein rotes T-Shirt mit dem Aufdruck „Für immer 11”, der Trikotnummer des Angreifers. Auch die Fans im Leverkusener Block trugen die Shirts. „Das war ein wunderschönes Gefühl, Gänsehaut pur. Ich hatte einen Kloß im Hals”, sagte Kießling zu der Aktion. Der 31-Jährige wird Bayer in der Winterpause nicht verlassen, nachdem er nach wochenlangem Warten inzwischen von Trainer Roger Schmidt auch wieder regelmäßig einen Platz in der Startelf bekommt.

Bundesliga: Die elf Zahlen der Hinrunde

Vier

4 - Noch nie in der Bundesliga-Geschichte sammelte ein Spieler so schnell vier Platzverweise wie HSV-Profi Emir Spahic, der in seiner 52. Liga-Partie am 3. Spieltag in Köln Rot sah.
Quelle: dpa

Fünf

5 - Der FC Bayern holte als erster Bundesligist fünfmal in Serie die Herbstmeisterschaft.

Sechs

6 - Spiele brauchte Trainer Huub Stevens, um mit 1899 Hoffenheim den ersten Sieg zu landen. Bei keiner anderen Trainerstation in Deutschland brauchte der Niederländer so lange.

Neun

9 - Sekunden brauchte Kevin Volland zum Treffer für 1899 Hoffenheim gegen Bayern München am 2. Spieltag. Damit stellte er den Rekord von Leverkusens Karim Bellarabi aus der Vorsaison ein.

100

100 - Kein ausländischer Bundesligaprofi hat so schnell die 100-Tore-Marke geknackt wie Robert Lewandowski. Der Pole schaffte das am 7. Spieltag beim 3:0 in Mainz.

269

269 - Tage musste Franck Ribéry auf sein Comeback im Bayern-Trikot warten, in Gladbach erzielte er am 15. Spieltag auch gleich wieder ein Tor. Und verletzte sich kurz darauf prompt erneut.

348

348 - Spielminuten benötigte der FC Ingolstadt bis zu seinem ersten Tor in der Bundesliga. Pascal Groß brach am 8. Spieltag den Bann.

400

400 - Hannover 96 kassierte mit dem 2:4 gegen Borussia Dortmund am 4. Spieltag die 400. Niederlage in der Bundesliga-Historie.

1000

1000 - Ligasiege hat der FC Bayern München durch das 4:0 gegen Köln am 10. Spieltag als erster Fußball-Bundesligist erreicht.

Tausend

1000 - Als erster Bundesligist durchbrach Werder Bremen beim 1:3 gegen Dortmund am 11. Spieltag die unrühmliche Schallmauer von 1000 Gegentoren im eigenen Stadion.

49.000

49.000 - Diese Tormarke der Bundesliga-Geschichte knackte der Mainzer Yunus Malli mit seinem Treffer zum 2:0 gegen Frankfurt (2:1).

EIN TRAINER KANN DURCHATMEN

Das 2:1 seiner Frankfurter Eintracht im Abstiegsduell mit Werder Bremen war Armin Veh wertvoll genug. „Weihnachtsgeschenke brauche ich jetzt nicht mehr”, kommentierte der zuletzt in Erklärungsnot gekommene Coach. „Dieser Sieg tut einfach gut.” Auch Vorstandschef Heribert Bruchhagen sprach von einem „Sieg zum richtigen Zeitpunkt. Alle sind erleichtert.” Durch den entscheidenden Treffer von Stefan Aigner hat die Eintracht eine schwache Hinrunde noch halbwegs versöhnlich beendet - und vor allem das mögliche Abrutschen auf einen Abstiegsplatz verhindert.

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