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17.11.2016

12:53 Uhr

Bundesliga

Hasenhüttl bei RB Leipzig „der entscheidende Faktor“

Trainer Ralph Hasenhüttl hat den größten Anteil am bisherigen Erfolg des Bundesliga-Aufsteigers RB Leipzig, sagt Ralf Rangnick. An diesem Freitag kann er mit seinem Team die Liga-Spitze erobern.

Punktgleich mit dem FC Bayern, sieben Siege, drei Unentschieden: RB Leipzig unter Trainer Ralph Hasenhüttl. dpa

RB Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl

Punktgleich mit dem FC Bayern, sieben Siege, drei Unentschieden: RB Leipzig unter Trainer Ralph Hasenhüttl.

LeipzigDie mögliche Tabellenführung spielt für den Garanten des bisherigen Leipziger Erfolgs keine Rolle. Das sei kein Thema bei RB, bekräftigt Ralph Hasenhüttl. „Weder um das Team zu motivieren, noch sich selbst unter Druck zu setzen“, sagt der Trainer des Aufsteigers, der vor dem elften Spieltag der Fußball-Bundesliga vor einer weiteren historischen Marke steht.

Bleibt die Mannschaft des 49 Jahre alten Österreichers auch an diesem Freitag (20.30 Uhr) gegen Bayer 04 Leverkusen ungeschlagen, wären die Leipziger alleiniger Rekordhalter. Der MSV Duisburg kassierte 1993 im elften Spiel als Aufsteiger die erste Niederlage.

Punktgleich mit dem FC Bayern, sieben Siege, drei Unentschieden, 20:7 Tore - eine beeindruckende RB-Bilanz bisher. „Der Trainer ist der entscheidende Faktor“, sagt Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur: „Ohne die Arbeit von ihm und seinem Stab wären wir nicht da, wo wir jetzt in der Tabelle stehen.“

RB Leipzig: Warum der Aufsteiger so stark ist

Spitze

RB Leipzig mischt die Fußball-Bundesliga auf. Nach 15 Spieltagen stehen die Sachsen punktgleich mit Tabellenführer Bayern München auf Platz zwei. Wer hätte das gedacht?
Die Gründe.

Geld

Klub-Mäzen Dietrich Mateschitz pumpte seit der Vereinsgründung 2009 viele Brause-Millionen in den Verein. So konnten vor der Saison rund 50 Millionen Euro in neue Spieler investiert werden. Für einen Aufsteiger eher ungewöhnlich.

Einkaufspolitik

RB weiß sein Geld clever einzusetzen und holt keine abgehalfterten und überbezahlten Stars, setzt stattdessen auf Spieler, die nicht älter als 23 Jahre alt sind. Dadurch sind die Neuzugänge ein gutes Investment in die Zukunft. Man achtet zudem darauf, dass das Gehaltsgefüge nicht gesprengt wird.

Sportdirektor

Mit Ralf Rangnick hat der Klub einen erfahrenen Bundesliga-Strategen, der einen Blick für junge Spieler hat und frei walten kann, ohne dass - wie etwa beim Hamburger SV - der Geldgeber ständig mitspricht. Mateschitz hält sich aus dem operativen Geschäft völlig raus und lässt Rangnick machen.

Trainer

Ralph Hasenhüttl passt mit seinem Tempo-Fußball und dem Umschalt-Spiel bestens zur Philosophie von Rangnick. Schon in den Jugendteams wird diese Spielweise trainiert. Das für viele Millionen Euro erbaute super-moderne Jugendzentrum passt bestens in das Gesamtkonstrukt des Klubs und lockt zusätzlich viele Talente an.

Disziplin

Das junge Personal auf dem Rasen erweist sich als folgsam. Jeder scheint der Linie von Sportdirektor und Trainer zu folgen, zumindest dringt nach außen kein störender Protest. Auch Spieler wie Davie Selke oder Rani Khedira, die wochenlang auf der Ersatzbank sitzen, stänkern nicht rum und ordnen sich dem Erfolg unter.

Umfeld

Auch die Stadt Leipzig zieht mit. Der Klub hat sich in den wenigen Jahren ein neues Publikum erspielt, das nichts mit den Krawallen benachbarter Vereine gemein hat. Die Party geht trotzdem ab. Ab Sonntag war das Stadion mit 42.558 Zuschauern zum vierten Mal in fünf Spielen ausverkauft. Kein Wunder, dass über den Bau einer neuen Arena nachgedacht wird.

Rangnick hatte seinen zweiten Posten als Coach von RBL im Sommer an Hasenhüttl abgegeben, nachdem die Leipziger den Aufstieg geschafft hatten. Hasenhüttl kam vom FC Ingolstadt, war mit dem Team im Jahr zuvor aufgestiegen und hatte in der vergangenen Saison den Neuling am Ende auf den sicheren elften Platz geführt. Aktuell liegt Ingolstadt sieglos und mit nur zwei Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Hasenhüttls neues Team erobert die Liga. Auch die Werkself von Bayer soll die Wucht und Offensivkraft der Leipziger zu spüren bekommen. „Für uns geht es darum, weiterhin ungeschlagen zu bleiben und die nächsten Punkte zu sammeln. Wir wollen in Leverkusen mutig und frech auftreten und beweisen, dass wir auch bei so einer Mannschaft bestehen können“, sagt Hasenhüttl.

Gelingt mindestens ein Remis, erobert Leipzig zumindest für 22 Stunden die Tabellenführung, Titelverteidiger und Rekordmeister Bayern tritt erst am Samstag um 18.30 Uhr bei Borussia Dortmund an.

Ungeachtet der bereits geholten 24 Punkte bleibt Hasenhüttl beim bisherigen Saisonziel. „Wir sind zu Recht mit einer schwammigen Zielsetzung in die Saison gestartet, um der jungen Mannschaft keinen schweren Rucksack aufzuladen“, erklärt er. „Das wir jetzt schon so viele Punkte geholt haben, hilft uns enorm. Über alles weitere können wir uns unterhalten, wenn wir die 40 Punkte haben.“

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