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14.08.2011

21:11 Uhr

Bundesliga

Kadlec erlöst Leverkusen

VonLukas Bay

Vorläufiges Ende eines enttäuschenden Saisonstarts: Ganz 86. Minuten ließ Michael Kadlec die Bayer-Fans auf das spielentscheidende Tor gegen Bremen warten. Leverkusen-Coach Dutt wirkte aber auch danach nicht gelöst.

Leverkusens Toschuetze zum 1:0, Michal Kadlec (m.), jubelt nach seinem Treffer mit den Leverkusenern Stefan Reinartz (l.) und Andre Schuerrle. Quelle: dapd

Leverkusens Toschuetze zum 1:0, Michal Kadlec (m.), jubelt nach seinem Treffer mit den Leverkusenern Stefan Reinartz (l.) und Andre Schuerrle.

Leverkusen.Richtig glücklich wirkte Robin Dutt auch nach Schlusspfiff nicht. Eher erleichtert schien Leverkusens Trainer zu sein, dass er die ersten drei Punkte mit seinem neuen Verein einfahren konnte. Den Sieg musste er sich hart erarbeiten. 90 Minuten stand Bayer Leverkusens neuer Trainer vor seiner Bank, dirigierte mit Händen und Füßen seine Elf. Nach dem peinlichen Aus im DFB-Pokal gegen Dresden und der Auftaktniederlage gegen Mainz war ein Sieg gegen Werder Bremen Pflicht. Vor dem Anpfiff überraschte Dutt, indem er den zuletzt gescholtenen Michael Ballack als Kapitän aufs Feld schickte. Simon Rolfes musste zunächst auf der Bank Platz nehmen.

Insgesamt stellte Dutt sein Team auf vier Positionen um und brachte neben Ballack auch das am Mittwoch verpflichtete Torwart-Talent Bernd Leno, Gonzalo Castro sowie Stefan Kießling in der Anfangself. Der bemühte Nationalstürmer legte beim ersten gefährlichen Leverkusener Angriff den Ball für Renato Augusto (13.) auf, der den starken Tim Wiese von der Strafraumgrenze zu einer spektakulären Flugeinlage zwang. Werders Trainer Thomas Schaaf bemängelte: „Wir haben nicht an den Sieg geglaubt. Wir hätten klarer und ruhiger nach vorne spielen müssen.“ Auf der anderen Seite verlebte der 19 Jahre alte Leno als Ersatz für den verletzten Nationaltorwart René Adler zunächst einen ereignisarmen Abend.

Doch trotz des Selbstvertrauens aus dem Startsieg gegen Kaiserslautern zogen sich die Bremer weit zurück und kamen nur durch Konter gefährlich in die gegnerische Hälfte. Nach feiner Vorlage von Sokratis Papastathopoulos über die rechte Seite schaufelte Lennart Thy (35.) den Ball aus vier Metern freistehend über das Tor. „Da haben wir Glück, dass er den so kläglich vergibt“, meinte Adler beim TV-Sender Sky.

Auch nach der Pause nahm die niveauarme Partie erst keine Fahrt auf. Bayer präsentierte sich im Spielaufbau konfus und wirkte durch den miserablen Beginn der Saison mit dem Pokalaus bei Dynamo Dresden komplett verunsichert. Durch die Einwechslung von Marko Marin und Claudio Pizarro, der nach Knieproblemen sein Comeback feierte, versuchte Schaaf nach einer Stunde die statische Offensive zu beleben. Ein Schuss von Marin aus dem Halbfeld strich nur knapp am linken Pfosten vorbei. (69..

Dutt reagierte, brachte Hanno Balitsch für Renato Augusto. (70.) - und Bayer schaffte die Wende, erspielte sich ein Übergewicht im Mittelfeld. In der 85. Minute musste auch Ballack raus, Rolfes kam. Und ausgerechnet der Kapitän sollte das Spiel entscheiden. Einen von der Bremer Verteidigung abgewehrten Kopfball von Kadlec brachte Rolfes zurück zum Linksverteidiger und der versenkte den Ball trocken im Eck. (86.) Keine Chance für Leverkusens neuen Keeper Leno.

Bremen war geschlagen und hatte kaum Ideen um die Leverkusener Defensive in Bedrängnis zu bringen. Nach einem Konter hatte der eingewechselte Derdiyok alleine vor Tim Wiese die Chance, das Ergebnis zu erhöhen (91.).

Am Ende war es ein glücklicher Sieg für Bayer Leverkusen. "Der Punktverlust ist ärgerlich", sagte Bremens Trainer Schaaf nach dem Abpfiff. "Uns fehlte die Ruhe und Klarheit in den Aktionen".

Bayer-Coach gab sich seinerseits bescheiden: „Vor allem für die Jungen in der Mannschaft ist dieser Sieg wichtig“, sagte er und lobte auch Ballack für eine „ordentliche“ Leistung. In seinem 250. Liga-Einsatz konnte Ballack jedoch keine entscheidenden Akzente setzen, gewann nur ein Drittel seiner Zweikämpfe und enttäuschte als Ersatz von Rolfes. Der etatmäßige Spielführer kam in der 84. Minute für Ballack ins Spiel und lieferte den entscheidenden Pass auf Kadlec. „Ein starker Trainer macht die Aufstellung nicht von der Binde abhängig“, begründete Dutt den Wechsel im defensiven Mittelfeld im Vergleich zur Auftaktpleite gegen Mainz. Die von der Spielanlage ähnlichen Ballack und Rolfes müssten sich die Position teilen. „Es ist wichtig, dass wir Spiele gewinnen und keine Einzelschicksale“, sagte Rolfes.

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