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21.11.2015

17:18 Uhr

Bundesliga nach den Paris-Attentaten

Tore statt Terror!

Die Fußball-Bundesliga spielt nach den Terroranschlägen in Paris unter verschärften Sicherheitsmaßnahmen. Besondere Zwischenfälle gab es nicht, ein Spieltag wie jeder andere war der 13. aber nicht.

Jeder Torjubel war ein Schritt zurück zur Normalität. ap

Bundesliga

Jeder Torjubel war ein Schritt zurück zur Normalität.

DüsseldorfDie Fußball-Bundesliga hat eine Woche nach den Terroranschlägen von Paris den ersten Schritt zurück in die Normalität gemacht. Ein Spieltag wie jeder andere war der 13. aber nicht. Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen und Einlasskontrollen waren in allen Stadien veranlasst worden. Außergewöhnliche Vorfälle gab es weder bei der Freitag-Begegnung zwischen dem Hamburger SV gegen Borussia Dortmund (3:1) noch bei den fünf Nachmittags-Spielen am Samstag. Im Nachbarland Belgien wurden nach Ausrufung der höchsten Terrorwarnstufe die für dieses Wochenende angesetzten Fußball-Partien in der Hauptstadtregion Brüssel abgesagt.

Der 13. Spieltag im Überblick

Hamburger SV - Borussia Dortmund 3:1 (2:0)

Im ersten Durchgang geht der HSV durch Lasoggas Elfmeter in der 19. Minute mit 1:0 in Führung, Holtby erhöht gegen harmlose Dortmunder kurz vor der Pause auf 2:0. Der BVB kommt nach dem Seitenwechsel mit viel Schwung aus der Kabine, doch mit einem Eigentor bremst Hummels die eigene Offensivabteilung in der 55. Minute selbst aus. Dortmund müht sich bis zum Ende und kommt auch zu guten Chancen, doch Adler hält lange die Null. In der 86. gelingt Aubameyang zwar noch der Ehrentreffer, doch zu mehr reicht es nicht. In der Nachspielzeit ist mit einer Dreifachchance zwar noch der Anschluss möglich, doch der Ball will nicht zum zweiten Mal den Weg ins HSV-Tor finden.

1. FC Köln - FSV Mainz 05 0:0

Nach den Ausrufezeichen beider Team gab es im direkten Duell nur ein torloses Remis. Viel passierte nicht, nachdem Köln zuvor mit einem 2:1 in Leverkusen und Mainz mit einem 2:0 gegen Vizemeister Wolfsburg hatten aufhorchen lassen. In der Tabelle rutschten die Hausherren mit nun 19 Punkten auf Platz acht, Mainz mit 17 auf Rang 10 ab.

Eintracht Frankfurt - Bayer Leverkusen 1:3 (1:2)

Bayer Leverkusen hat seinen Niederlagentrend gestoppt. Nach drei Pflichtspiel-Pleiten setzte sich die Mannschaft von Trainer Roger Schmidt bei Eintracht Frankfurt durch. Javier Hernandez (23.) traf zum 1:0 in der 23. Minute, das Fehlen der verletzten Abwehrspieler Marco Russ und Kyriakos Papadopoulos machte sich bemerkbar. David Abraham trat beim Abwehrversuch kläglich am Ball vorbei. Hernandez erhöhte eine Viertelstunde später aus abseitsverdächtiger Position auf 2:0, Frankfurt kam durch Slobodan Medojevic (45.) noch mal ran. 18 Minuten vor Schluss sorgte Leverkusens Hakan Calhanoglu für die endgültige Entscheidung.

Borussia Mönchengladbach - Hannover 96 2:1 (1:0)

André Schubert bleibt für Mönchengladbach ein Erfolgsgarant. Ibrahima Traoré erzielte in der 34. Minute die Führung. Aus einem Gewühl heraus gelang Artur Sobiech zwar der Ausgleich (65.). Doch damit wollten sich die Borussen nicht zufriedengeben. Statt des zweiten Remis unter der Leitung von Schubert, bejubelten die Gladbacher den siebten Sieg in acht Spielen. Sechs Minuten vor dem Ende war Raffael mit dem Siegtor zur Stelle.

VfB Stuttgart - FC Augsburg 0:4 (0:3)

Geschafft, und wie! Auswärtsbann gebrochen und Tabellenende zunächst verlassen. Was für ein wichtiger Sieg für den FC Augsburg beim VfB Stuttgart, der zuletzt zwei Heimsiege ohne Gegentor bejubelt hatte. Nach einem verspäteten Beginn wegen der verschärften Einlasskontrollen erzielte Alexander Esswein in der elften Minute die Führung für Augsburg. Sechs Minuten später zog der 25-Jährige wieder ab, Timo Baumgartl fälscht den Ball unhaltbar ab - Eigentor. Die weiteren Treffer von Jan-Ingwer Callsen-Brecker (36.) und Ja-Cheol Koo (54.) könnte die Situation für Stuttgarts Coach Alexander Zorniger unbequemer machen.

VfL Wolfsburg - Werder Bremen 6:0 (2:0)

Gegen Werder lief es einmal mehr für Wolfsburg. Sechster Sieg unter Trainer Dieter Hecking gegen die Bremer. Allerdings half zunächst Werder-Abwehrspieler Alejandro Galvez in der elften Minute ungewollt mit. Als er in eine Flanke grätschte, landete der Ball im Tor. Kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte Nationalspieler Max Kruse. Danach nutzte Vieirinha die eklatanten Stellungsfehler in der Bremer Abwehr (56.). Die Demontage machten Josuha Guilavogui (67.), Bas Dost (78.) und erneut Kruse (87.) perfekt. Für die Bremer war es die dritte Niederlage nacheinander.

Schalke 04 - Bayern München 1:3 (1:1)

Der FC Bayern München bleibt in der Liga weiter ungeschlagen, feiern mit dem unter dem Strich verdienten 3:1 den zwölften Saisonsieg im 13. Spiel. Schalke zieht sich insgesamt recht achtbar aus der Affäre, müssen sich am Ende aber der Klasse des Rekordmeisters geschlagen geben. Alaba sorgt nach neun Minuten für die Münchner Führung. Wenig später gleicht Meyer für Königsblau aus (17.). Nach der Pause bringt martinez die Gäste wieder in Führung (69.), ehe Thomas Müller in der Nachspielzeit den Deckel draufsetzt.

„Tore statt Terror“ stand auf den T-Shirts einiger Zuschauer bei der Samstag-Partie zwischen dem 1. FC Köln und dem FSV Mainz 05. „Steh' auf, mach' laut! Jetzt erst recht“ stand trotzig auf einem von anderen Fans im Rhein-Energie-Stadion mitgebrachten Plakat. Auch der 1. FC Köln hatte sich zu Wort gemeldet. „Zu unserer Lebensweise gehören Großveranstaltungen, seien es kulturelle oder sportliche. Davon werden wir uns nicht abbringen lassen“, erklärte der Club, der auf das vorgesehene Tragen eines Karnevalstrikots verzichtete.

Nach der Schweigeminute für die Opfer der Attentate an der Seine sorgten nicht nur die 47 000 Fans in der Kölner Arena, sondern auch die in den anderen Stadion mit Gesängen wie gewohnt für Stimmung. „Wir lassen uns von den Anschlägen nicht dazu treiben, unseren Sport nicht weiter auszuführen“, betonte Klaus Allofs, Manager des VfL Wolfsburg, vor dem Spiel gegen Werder Bremen bei „Sky“.

Nicht ganz leicht gefallen ist besonders den Nationalspielern nach Paris und der Absage des Länderspiels gegen die Niederlande in Hannover die Rückkehr in den Liga-Alltag. „Würde ich sagen, es war leicht, würde ich lügen“, bekannte Dortmunds Ilkay Gündogan.

Die verschärften Sicherheitsvorkehrungen waren an allen Spielorten durch erhöhte Polizeipräsenz, Beamte mit Maschinenpistolen und intensivere Kontrollen der Zuschauer an den Eingängen nicht zu übersehen. Gecheckt wurden alle Taschen und Rücksäcke. In Köln kamen teilweise auch elektronische Scanner zum Einsatz.

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