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16.10.2011

19:48 Uhr

Bundesliga

Podolskis Traumtore lassen Köln jubeln

VonThorsten Giersch

Der 1. FC Köln besiegt Hannover 96 mit 2:0. Das spannende, teilweise dramatische aber technisch schwache Match entschied Lukas Podolski im Alleingang.

Hatte am Sonntag allen Grund zu Jubeln: Der Kölner Lukas Podolski traf im Spiel gegen Hannover gleich doppelt. dapd

Hatte am Sonntag allen Grund zu Jubeln: Der Kölner Lukas Podolski traf im Spiel gegen Hannover gleich doppelt.

Köln.Ein mal mit Gefühl, ein mal mit Wucht - Lukas Podolski besiegt Hannover 96 praktisch im Alleingang. Sein 1. FC Köln macht durch den 2:0-Sieg einen großen Sprung auf Rang zehn in der Tabelle. Hannover verpasste dagegen den Sprung auf Platz zwei und haderte nach dem Abpfiff mit dem Schiedsrichtergespann.

Das Spiel stand unter klaren Vorzeichen: Bei den Kölnern hing der Haussegen nach der peinlichen Vorstellung bei Hertha BSC Berlin ohnehin schief. Zudem hatte sich Torjäger Milivoje Novakovic unter der Woche beim Einsatz für die slowenische Nationalmannschaft die Adduktoren gezerrt. Auch bei Hannover fehlte mit Jan Schlaudraff (Schmerzen an der Patellasehne) ein wichtiger Offensivspieler. Allerdings hatte Trainer Mirko Slomka mit Didier Ya Konan eine prächtige Alternative.

Zudem brannten die Hannoveraner auf Revanche für eine der bittersten Niederlagen der Vorsaison: Im März ging man hier im Kölner Stadion 4:0 unter. Außerdem lockte bei einem Sieg ein gewaltiger Sprung in der Tabelle auf Rand zwei. Beide Teams gingen in der  Anfangsphase kaum Risiko ein. Es ging darum, nach der Länderspielpause wieder in Rhythmus zu kommen. Köln wirkte dabei bemühter, doch es brauchte stets Einzelaktionen wie die von Podolski, um einen Hauch von Torgefahr aufkommen zu lassen (8. Minute).

Hannover agierte zunächst gar nicht wie ein Spitzenclub. Mirko Slomka trieb es schon nach wenigen Minuten aus dem Sitz an den Rand der Coaching-Zone. So entstand der erste Schuss aufs Tor durch einen haarsträubenden Fehlpass der Gäste, doch Eichners Versuch war kein Problem für 96-Keeper Zieler (12.). Auf der anderen Seite war kurz darauf Rensing zur Stelle, um eine durchaus gefährliche Szene nach einem Freistoß zu entschärfen. Hannover ist eben in der Lage, auch aus dem Nichts Tore zu schießen.

Die Niedersachsen verstehen es wie nur wenige andere Teams in der Bundesliga, nach einem Ballgewinn blitzschnell umzuschalten. Doch dazu kam es nicht. Köln kombinierte sicher oder schlug, wenn es eng wurde, auch mal einen langen Ball. Dabei war die linke Seite die weitaus beliebtere beim FC. Das lag vor allem daran, dass sich Lukas Podolski als einzige Spitze gern dorthin zog. Und Podolski war es dann auch, der mit dem 1:0 dem Spiel eine Richtung gab. Er schlenzte einen Freistoß aus rund 24 Metern wunderbar über die Mauer ins linke Ecke. Dabei lag der Ball eigentlich ideal für einen Rechtsfuß, doch der Nationalspieler setzte den Ball so perfekt flach über die Mauer, dass Zieler im Kasten keine Chance hatte.

Die Gäste mussten nun mehr tun und kamen zwar auch einige Male vielversprechend in Tornähe, doch das gelang entweder nach Standards oder Einzelaktionen. Spielerisch ging nicht viel zusammen. Der FC ließ kaum etwas zu, ohne sich aber hinten rein zustellen. So war es auch eine Ecke, die Hannover beinahe den Ausgleich gebracht, doch Rensing lenkte den Kopfball reaktionsschnell über die Latte. Ein Kuriosum am Rande: Beide Trainer schickten schon nach einer halben Stunde die Ergänzungsspieler zum Aufwärmen. Dass sich so frühzeitig elf Akteure warmlaufen, ist sehr ungewöhnlich.

Falls die Maßnahme bezwecken sollte, das Personal auf dem Platz zu motivieren, hat sie nicht funktioniert. Denn das Spiel wurde bis zur Halbzeit zerfahren- viele Fouls und unpräzise Pässe. Die VIPs machten sich schon in der 40. Minute auf den Weg zum Buffet und verpassten nichts.

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