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16.05.2012

06:21 Uhr

Bundesliga-Relegation

Fortuna ist nach irrem Skandalspiel wieder erstklassig

VonThorsten Giersch

Fortuna Düsseldorf hat gegen Hertha BSC Berlin den Aufstieg perfekt gemacht. Allerdings drohte das Spiel in den letzten Minuten unter chaotischen Umständen abgebrochen zu werden. Die Berliner prüfen einen Einspruch.

Der Düsseldorfer Torschütze Ranisav Jovanovic (unten) ließ die Fortuna nach seinem Kopfball zum 2:1 ganz laut jubeln. dpa

Der Düsseldorfer Torschütze Ranisav Jovanovic (unten) ließ die Fortuna nach seinem Kopfball zum 2:1 ganz laut jubeln.

DüsseldorfFortuna Düsseldorf kehrt unter chaotischen Umständen nach 15 Jahren quälender Wartezeit in die Fußball-Bundesliga zurück - Hertha BSC hingegen stürzt zum sechsten Mal in die Zweitklassigkeit ab. Die Düsseldorfer feierten dank eines Nerven aufreibenden 2:2 (1:1) im Relegations-Rückspiel ihren fünften Aufstieg in die „bel étage“ und verdarben damit Otto Rehhagels Berliner Rettungsmission.

Überschattet wurde die Partie aber vor allem von Chaos in der Schlussphase, als Fans aufs Feld stürmten und für eine rund 20-minütige Unterbrechung sorgten. Hertha erwägt, Protest gegen die Wertung der Partie einzulegen. „Es ist unsere Verantwortung, darüber nachzudenken. Das sind wir auch unseren Fans schuldig“, erklärte Manager Michael Preetz und vergisst zu erwähnen, dass sich gerade die Berliner Fans alles andere als vorbildlich verhalten haben.

Abgesehen von der skandalösen Vorkommnissen (siehe Seite 5) war es über weite Strecken ein äußerst sehenswertes und aufregendes Fußballspiel. Personell beließ Fortunas Trainer Norbert Meier alles beim Alten, spielte also wie im Hinspiel mit der etwas defensiveren Variante ohne Sascha Rösler. Düsseldorfs bester Torschütze nahm bei seinem letzten Auftritt auf der Bank platz.

Hertha-Coach Otto Rehhagel veränderte sein Team auf zwei Positionen: Für Patrick Ebert durfte Ronny von Beginn an auflaufen und für Fabian Holland verteidigte wieder Kapitän Andre Mijatovic. Änis Ben-Hatira durfte trotz seiner Prügelei mit Christian Lell beim Abschlusstraining spielen.

Auch dieses Vorkommnis zeugte davon, wie dünn die Nerven bei den Berlinern vor der Partie lagen. Ein Abstieg wäre eine Riesenkatastrophe für den Club gewesen. Bei der Fortuna herrschte dagegen einfach nur Vorfreude und Euphorie.

Kommentare (6)

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Otternase

16.05.2012, 08:03 Uhr

Die Fortuna Fans haben durch das Stürmen des Spielfeldes den Zeitpunkt des Spielendes bestimmt.

Das Spiel erneut anzupfeifen, während am Spielfeldrand Hundertschaften von Polizei UND Fortuna Fans darauf warten, das Spiel erneut zu stürmen, ist eine dramatische Fehlentscheidung, die nur aus Gründen der Sicherheit gerechtfertigt werden kann.

Die Kernfrage lautet: was wäre angesichs der lauernden Fortuna Fans passiert, hätte Hertha doch noch vor Schluss ein Tor geschossen, wer hätte den Hertha Spieler geschützt?

Das erklärt auch die Entscheidung des Schiedsrichters, das Spiel nach nur einer Minute abzupfeifen. Hertha durfte (!) kein Tor mehr schießen. Das empfinde ich als extrem unsportlich.

Wird vom DFB nicht eine sportliche Lösung gefunden, so verliert der Fußballsport seine Seele.

Tom

16.05.2012, 09:01 Uhr

Die gleichen Gedanken hatt eich auch.
Wenn Hertha wirklich och ein Tor geschossen hätte, wären alle Dämme erneut gebrochen. Man hat ja gesehen, dass die Ordner und Hundertschaften nicht in der Lage waren, die "Fans" von der Erstürmung des Feldes abuhalten.
Als Hertha Spieler, hätte ich um mein Leben fürchten müssen, wenn ich ein Tor geschossen hätte.
Bleibt aber auch zu erwähnen, dass ein Tor für die Hertha in den letzen Zwei Minuten, selbst bei normalem Spielbetrieb nicht sonderlich wahrscheinlich war.

Donnermann

16.05.2012, 09:11 Uhr

Der fatale Bierbecherwurf eines St.Pauli "Fans" kostete den Verein Hundertausende Euro. Wie bitte soll denn die Strafe für Fortuna Düsseldorf aussehen?
8 Spiele Stadionsperre? Geldstrafe in Millionenhöhe? Auf alle Fälle aber doch bitte kein Aufstieg in die 1. BL!

Alle Spieler und Offiziellen im Innenraum waren auf das Höchste gefährdet, weil der Verein nicht in der Lage war, Hunderte falscher Fans zurückzuhalten und die Sicherheit zu gewährleisten.

In die 1. BL gehört sportlich auch die Hertha nicht.

Egal wie der DFB entscheiden wird, es wird gewaltbereite Menschen weiter zu derartigem Handeln motivieren.

Große Hochachtung vor der Leistung des Schiedsrichter Teams genau so gehandelt zu haben, wie sie es getan haben.

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