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28.05.2015

22:38 Uhr

Bundesliga-Relegation

HSV steht am Abgrund

Im Relegations-Hinspiel ist der KSC gegen den Hamburger SV früh in Führung gegangen. Erst in der zweiten Halbzeit schaffte Hamburg einen Gegentreffer. Der Erstligist spielte über weite Strecken ideenlos.

Rouwen Hennings beweist auch gegen den HSV seine Torjägerqualitäten. Reuters

Torjubel des KSC

Rouwen Hennings beweist auch gegen den HSV seine Torjägerqualitäten.

HamburgDer Karlsruher SC hat den HSV endgültig an den Rand des Abgrunds nach 52 Jahren in der Fußball-Bundesliga gebracht. Die Hamburger kamen am Donnerstagabend im Heimspiel der Relegation nicht über ein 1:1 (0:1) gegen den Zweitliga-Dritten hinaus. Nach dem frühen Rückstand durch den ehemaligen Hamburger Jugendspieler Rouwen Hennings in der vierten Minute gelang Ivo Ilicevic in der 73. Minute der etwas schmeichelhafte Ausgleich vor 56.615 Zuschauern.

Im Rückspiel am kommenden Montag würde der Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia ein 0:0 nicht reichen wegen des Auswärtstores der Karlsruher. Mit einem 2:2 oder einem Unentschieden mit mehr Toren bliebe der HSV im 53. Jahr nacheinander in der Bundesliga - bei einem Sieg sowieso.

Der KSC kann kann hingegen mit einem torlosen Remis die Rückkehr ins Oberhaus nach sechs Jahren besiegeln. Vor einem Jahr hatte sich Dauer-Krisenclub HSV nach einem 0:0 daheim mit einem 1:1 auswärts gegen die SpVgg Greuther Fürth in der Relegation gerettet.

Im ersten Duell mit dem KSC rannte der Bundesliga-16. über eine Stunde meist ideenlos einem Rückstand hinterher, nachdem Hennings die KSC-Führung erzielt hatte. Sechs Jahre spielte er im Nachwuchsbereich der Hamburger, sein Einsatz war fraglich. Mit einem satten Linksschuss aus rund 16 Metern nach Vorlage von Dimitrij Nazarov war der 27-Jährige alte Torschützenkönig der vergangenen Zweitliga-Saison aber zur Stelle. René Adler streckte sich im HSV-Tor vergeblich.

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Auf der Tribüne wirkte HSV-Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer alles andere als entspannt, in der Coaching-Zone versuchte Labbadia das Team zu ordnen und anzutreiben. Mit der gleichen Mannschaft wie beim 2:0 am Samstag gegen den FC Schalke 04 wollte er auch den Grundstein für die nächste Bundesliga-Saison der Hanseaten legen. Problem nur, dass Ivica Olic die erste Chance der Partie nicht nutzte. Der 35-Jährige, dessen Einsatz wegen Rückenproblemen unsicher war, köpfte aus sechs Metern über Tor des KSC.

Die Gastgeber ließen auch ansonsten die Präzision im Zuspiel vermissen, während die kompromisslosen Karlsruher einfach, aber effektiv agierten. Wenn sie zu ihren Kontern antraten, herrschte höchste Alarmstufe vor dem HSV-Tor. Die Hamburger hatten auch keine Mittel, die zwei Viererketten der Gäste zu überwinden. „Dem HSV fehlt der Mut, aggressiv nach vorne zu spielen“, sagte Ex-Torhüter Frank Rost im TV-Sender Sky während der Halbzeitpause.

Das wurde in der zweiten Halbzeit etwas besser, allerdings hätten die Hamburger vor ihrer Drangphase auch noch höher in Rückstand geraten können: Binnen Sekunden trafen Manuel Torres (52.) und Nazarov (53.) aber nur die Latte.

Gut 20 Minuten vor dem Ende und dem möglicherweise vorerst letzten Schlusspfiff im Hamburger Stadion als Erstligist nahm Labbadia den auf der linken Seite lange zumindest bemühten Lewis Holtby raus und brachte in Zoltan Stieber noch mal eine frische Kraft.

Aber nicht Stieber, sondern Ilicevic gelang aber der Ausgleich mit einem Rechtsschuss im Strafraum ins lange Eck. Labbadia rannte mit geballter Faust in Boris-Becker-Manier an der Seitenlinie entlang, die Fans skandierten bereits: „Immer erste Liga.“

Von

dpa

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