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17.04.2013

15:05 Uhr

Bundesliga

SC Freiburg droht der Ausverkauf

Es ist der Fluch des Erfolgs: Die bisherige erfolgreiche Saison des SC Freiburgs könnte fatale Folgen haben. Drei Stammspieler sind dem Lockruf des Geldes schon gefolgt und verlassen den Verein. Droht der Ausverkauf?

Freiburgs Max Kruse, Daniel Caligiuri und Torschütze Jan Rosenthal bejubeln die erfolgreiche Saison. Der Trainer des SC Freiburg Streich kann den Erfolg nicht recht genießen. Die Abgänge von drei Strammkräften stehen bereits fest. dpa

Freiburgs Max Kruse, Daniel Caligiuri und Torschütze Jan Rosenthal bejubeln die erfolgreiche Saison. Der Trainer des SC Freiburg Streich kann den Erfolg nicht recht genießen. Die Abgänge von drei Strammkräften stehen bereits fest.

FreiburgChristian Streich ist schon seit einigen Wochen nachdenklicher als früher. Der Trainer des SC Freiburg kann den derzeitigen Erfolg nicht recht genießen, denn er rechnet schon mit dem Schlimmsten. „Wir werden Misserfolge haben, vielleicht sogar absteigen“, sagt der Coach des Tabellenfünften, der Chancen auf die Qualifikation für die Champions League hat. Nur ein Punkt fehlt in der Fußball-Bundesliga zu Platz vier.

Streich treibt die Sorge um, dass die famosen Leistungen der Breisgauer im Umfeld als Normalität angesehen werden, dass viele Anhänger glauben, darauf ließe sich problemlos aufbauen. „Es wäre schön gewesen, mit der Mannschaft, so wie sie zusammengestellt ist, weiter zu arbeiten und sie weiter zu verstärken“, sagt Streich.

Doch die Abgänge von drei Strammkräften stehen bereits fest: Max Kruse (Borussia Mönchengladbach), Jan Rosenthal (Eintracht Frankfurt) und Daniel Caligiuri (VfL Wolfsburg) sind dem Lockruf des Geldes schon gefolgt. Streich fürchtet weitere personelle Verluste - mit womöglich gravierenden Folgen.

Der Trainer sagt, dass für ihn der Kampf um den Klassenverbleib „schon wieder begonnen“ habe. Er weiß, dass Offensivkraft Kruse kaum zu ersetzen ist und dass sich die jungen Spieler in Freiburg nicht automatisch gut weiterentwickeln müssen - trotz großartiger Talente wie Matthias Ginter, Jonathan Schmid und Oliver Sorg.

Parallelen mit Mönchengladbach drängen sich auf: Die Borussia spielte eine herausragende Saison 2011/12 mit Platz vier in der Endabrechnung. Die Abgänge Dante, Marco Reus und Roman Neustädter waren die Folge und in dieser Saison haben die Westdeutschen Mühe, Anschluss an die europäischen Plätze zu halten - trotz getätigter Reinvestitionen.

Die umsatzstärksten Fußballklubs in Europa (Rang 1-10)

Platz 1

Der umsatzstärkste Fußballklub der Saison 10/11 ist Real Madrid mit 479,5 Mio. Euro. Damit bleibt der Verein seinem Platz des Vorjahres weiterhin treu.

Quelle: Studie „Football Money League“, Deloitte (März 2012)

Platz 2

Auf der zweiten Position bleibt der FC Barcelona in der Saison 10/11 mit 450,7 Millionen Euro.

Platz 3

Der Verein Manchester United behält ebenfalls seine Position 3 als umsatzstärkster Fußballklub. In der Saison 10/11 machte er einen Umsatz von 367,0 Millionen Euro.

Platz 4

Auch Bayern München hält sich wacker auf der vierten Position vom Vorjahr mit 321,4 Millionen Euro Umsatz in der Saison 10/11.

Platz 5

Arsenal London gibt ebenfalls seinen Platz vom Vorjahr nicht ab und machte in der Saison 10/11 einen Umsatz von 251,1 Millionen Euro.

Platz 6

Kurz dahinter liegt Chelsea London weiterhin auf dem sechsten Platz mit 249,8 Millionen Euro.

Platz 7

Der AC Mailand nimmt - wie im Vorjahr auch - mit 235,9 Millionen Euro die siebte Position des umsatzstärksten Fußballklubs ein.

Platz 8

Inter Mailand hingegen stieg von Platz neun auf Platz acht auf und erzielte einen Umsatz von 211,4 Millionen Euro.

Platz 9

Vom achten Platz auf den neunten Platz fiel der FC Liverpool. Sein Umsatz in der Saison 10/11 betrug 203,3 Millionen Euro.

Platz 10

Den zehnten Platz nimmt schließlich der FC Schalke ein. Im Vorjahr war er noch auf Platz 16 und schaffte es jetzt, mit einem Umsatz von 202,4 Millionen Euro auf den zehnten Platz vorzudringen.

Der finanziell gesunde Sportclub, der vor einem Jahr durch den Transfer von Papiss Demba Cissé kolportierte zwölf Millionen Euro eingenommen hatte und aktuell durch Verkäufe mit weiteren sieben Millionen rechnen kann, spart immer auch für wirtschaftlich schwierige Zeiten. Deshalb wird dürfte lediglich im überschaubaren Rahmen Geld für neues Personal ausgegeben werden.

Dafür behält der Verein lieber die Zukunft im Blick. Man schaue weiterhin „nach jungen, ehrgeizigen Spielern, die wir ausbilden wollen, um weiter in der Bundesliga bleiben zu können“, sagt Streich und betont: „Wir haben gar nicht die Möglichkeiten, etwas anderes zu machen. Andere gehen ins Risiko, bei uns wird so aber nicht gedacht.“ Man werde „keine Dinge übers Knie brechen“. Streich weiß um die Anziehungskraft des Vereins als Fußball-Lehrbetrieb: „Der SC ist hochattraktiv.“

Von

dpa

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