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20.09.2016

13:29 Uhr

Bundesliga

Schicksalsspiel für Labbadia

VonAndreas Neuhaus

Der HSV hat nur einen Punkt aus drei Spielen geholt. In Freiburg muss Trainer Bruno Labbadia unbedingt liefern. Und wenn nicht? Dann könnte auch Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer in den Fokus rücken. Die HSV-Misere.

Hamburgs Trainer Bruno Labbadia (re.) steht unter Druck, Hamburgs Vorstandsvorsitzender Dietmar Beiersdorfer wird dagegen noch nicht hinterfragt. dpa

Labbadia und Beiersdorfer

Hamburgs Trainer Bruno Labbadia (re.) steht unter Druck, Hamburgs Vorstandsvorsitzender Dietmar Beiersdorfer wird dagegen noch nicht hinterfragt.

DüsseldorfIn Hamburg schauen sie im Moment gerne nach Bremen. Der katastrophale Start des Rivalen samt Trainerrauswurf überstrahlt die aktuellen Probleme des HSV. Dabei könnte auch hier bald ein Trainerwechsel anstehen. Ein Sieg am heutigen Dienstagabend beim SC Freiburg ist daher Pflicht.

Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer hat dies reichlich unverblümt bereits gefordert. „Wir müssen Änderungen so schnell wie möglich herbeiführen. Möglichst schon in Freiburg“, sagte er und lässt dadurch viel Raum für Spekulationen. Beiersdorfer agiert ganz im Sinne des mächtigen HSV-Investors Klaus-Michael Kühne.

Fakten zum Hamburger SV

Dino

Der Hamburger SV ist Gründungsmitglied der Bundesliga und wird daher auch als Dino der Liga bezeichnet. Der Verein wurde 1887 gegründet.

Erfolge

Größte Erfolge: sechs Meisterschaften, drei DFB-Pokalsiege, Gewinn des Europapokals der Pokalsieger, Gewinn des Pokals der Landesmeister (heute Champions League).

Umsatz

In der Saison 2014/15 setzte der HSV 128,1 Millionen Euro um.

Verlust

Der Verlust in dem Geschäftsjahr 2014/15 lag bei 16,9 Millionen Euro.

Kaderwert

Der Wert des HSV-Kaders für die Saison 2016/17 wird auf rund 80 Millionen Euro beziffert. Zum Vergleich: Der Kader von Bayern München ist über sieben Mal so viel wert.

Quelle: Transfermarkt.de

Trikots

Sponsor ist die Fluggesellschaft Emirates. Bis 2019 fließen pro Jahr 7,5 Millionen Euro an den HSV. Ausrüster ist Adidas.

Trikotpreise

Ohne Beflockung: 84,95 Euro
Mit Standard-Beflockung: 94,95 Euro
Mit besonderer Beflockung: 99,95 Euro
Kindertrikots: 64,95 Euro

Stadion

Volksparkstadion – Kapazität: 57.000
Zuschauerschnitt im Vorjahr: 53.700
Namensrechte vergeben bis 2019, bringen 4 Millionen Euro pro Jahr
Eigentümer: HSV Fußball AG

Ticketpreise

Tagestickets: 17 bis 96 Euro
Dauerkarten: 224 bis 805 Euro
verkauft: 26.000

Geschäftskunden

Logen: 50
Logenplätze: 700
VIP-Plätze: 3100

Der große Geldgeber hatte schon Anfang September gesagt: „Abwarten, ob der Trainer das Team in Form bringen kann.“ Labbadia selbst reagierte nach dem 0:4-Debakel gegen Aufsteiger Leipzig bereits sehr dünnhäutig. Als ihn Sky-Reporter Patrick Wasserzieher fragte, ob er nun eine Diskussion um seine Person befürchte, brach Labbadia das Interview recht schnell ab und stampfte schimpfend davon.

Die Zwischenbilanz nach vier Spieltagen ist mau. Fast 33 Millionen Euro hatte der HSV im Sommer in den Kaderumbau investiert. Dafür gab es bislang einen knappen Sieg im DFB-Pokal gegen Drittliga-Aufsteiger Zwickau, zum Bundesliga-Auftakt ein 1:1 zuhause gegen Ingolstadt, danach Niederlagen gegen Leverkusen und Leipzig.

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Labbadia hat jede Menge Baustellen, die er nun in den Griff bekommen muss. Gegen Leipzig strich der Trainer den Stürmer Pierre-Michel Lasogga aus dem Kader. Neuzugang Alen Halilovic wiederum sorgte im DFB-Pokal für das Goldene Tor, wurde in der Liga aber nur als Joker eingesetzt.

Das 20-jährige Offensiv-Juwel könnte das ideenlose Mittelfeld beleben. Halilovic‘ Vater möchte das auch und stänkerte daher in der Sport-Bild: „Als wir mit dem HSV in Verhandlungen waren, haben uns viele gewarnt, Alen nicht nach Hamburg gehen zu lassen, weil der Trainer kein großer Fan von jungen Spielern sei.“ Zu allem Überfluss stellte auch noch Bankdrücker Ashton Götz die Arbeitsweise Labbadias öffentlich in Frage.

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