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25.02.2016

15:32 Uhr

Bundesliga-Übertragungsrechte

Die Deutsche Telekom heizt den Preiskampf an

Die Deutsche Telekom will bei der anstehenden Milliarden-Auktion der Bundesliga-Übertragungsrechte mitbieten. Der Konzern geht somit auf Konfrontationskurs zum Bezahlsender Sky und heizt den Preiskampf an.

Der Bezahlfernsehsender hatte die Telekom vor vier Jahren überboten und sich die alleinigen Live-Rechte für die Fußball-Bundesliga gesichert. dpa

Sky

Der Bezahlfernsehsender hatte die Telekom vor vier Jahren überboten und sich die alleinigen Live-Rechte für die Fußball-Bundesliga gesichert.

BonnDie Deutsche Telekom will bei der anstehenden Milliarden-Auktion der Bundesliga-Übertragungsrechte mitmischen. "Wir wollen uns registrieren lassen", sagte Telekom-Vorstandschef Tim Höttges am Donnerstag in Bonn. Mehr könne er derzeit nicht sagen, da die Planungen für die Versteigerung der Fußball-Rechte noch liefen. Der größte europäische Telekom-Konzern geht damit auf Konfrontationskurs zu Sky.

Der Bezahlfernsehsender hatte die Telekom vor vier Jahren überboten und sich die alleinigen Live-Rechte für die Fußball-Bundesliga gesichert. Davor hatten die Bonner die Spiele der Top-Liga in ihrem Fernsehdienst Entertain ausgestrahlt. Das wieder aufgeflammte Interesse der Telekom kommt nicht von ungefähr, da sie bald ihr eigenes Fernsehangebot Entertain aufpolieren wollen.

Die Vorbereitung für den Milliarden-Poker um die TV-Lizenzen für die Bundesligaspiele ab der Saison 2017/2018 laufen auf Hochtouren. Erwartet wird, dass die Deutsche Fußball-Liga (DFL) im April die Eckpunkte der Auktion veröffentlicht. Absehbar ist mehreren mit den Planungen vertrauten Personen zufolge schon jetzt, dass die begehrten Live-Rechte nicht mehr nur an einen Bieter gehen sollen. Experten zufolge ist das eine Einladung an die Telekom. Sky-Chef Carsten Schmidt gibt sich zuversichtlich und betont, dass die Firma alles dafür tue, weiterhin starker Partner der Bundesliga zu bleiben. Unterdessen hat ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling erklärt, kein Geld für teure Fußballrechte ausgeben zu wollen.

TV-Rechte in der Bundesliga: Wichtige Einnahmen

Bedeutung

Die TV-Vermarktung stellt die wichtigste Einnahmenquelle der 1. und 2. Fußball-Bundesliga dar.

2015/16

In der laufenden Saison erwarten die 36 Proficlubs insgesamt rund 850 Millionen an TV-Einnahmen.

2014-15

In der vergangenen Saison zahlte die Deutsche Fußball Liga insgesamt 709,5 Millionen Euro aus.

Aufteilung

Davon stammen 642 Millionen aus der Inlands- und 67,5 Millionen aus der Auslands-Vermarktung.

Verteilung

80 Prozent des Geldes erhalten die Erstligisten, 20 Prozent die Zweitligisten.

Schlüssel

Für die Verteilung des Geldes aus der Inlands-Vermarktung gilt ein 2:1-Schlüssel mit Fünfjahreswertung.

Erfolgsabhängig

Dazu kommen die Einnahmen aus dem Ausland, die vor allem abhängig von den Erfolgen der einzelnen Clubs verteilt werden.

Deutscher Meister

In der Saison 2014/15 erhielt der Meister FC Bayern München 50,605 Millionen Euro. Davon stammten rund 75 Prozent aus dem Inland.

Absteiger

Absteiger SC Paderborn kassierte immerhin noch 19,868 Millionen.

Zweite Liga

Selbst der Zweitligist mit den geringsten Einnahmen aus dem TV-Topf, der 1. FC Heidenheim, bekam noch 5,066 Millionen überwiesen.

Zum Vergleich

Für die nächste Spielzeit plant die DFL mit 835 Millionen Euro – die englische Premier League wird knapp 2,3 Milliarden Euro kassieren.

Die Telekom könnte das Wettbieten anheizen, da sie dank der Geschäftserfolge der amerikanischen Tochter T-Mobile US auf gut gefüllten Kasse sitzt. Unter dem Strich verdiente der Konzern voriges Jahr mit 3,3 Milliarden Euro elf Prozent mehr. Der Umsatz kletterte ebenfalls um elf Prozent auf 69 Milliarden Euro. Die Telekom wächst damit so schnell wie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr.

Der vor zwei Jahren angetretene Höttges setzte vor allem auf den Ausbau des lange Zeit schwächelnden US-Geschäfts und der Mobilfunk- und Datennetze in Europa. An dem Erfolg sollen auch die Aktionäre teilhaben: Für 2015 soll eine Gewinnbeteiligung von 55 Cent je Aktie ausgeschüttet werden nach 50 Cent im Jahr zuvor. Das freut den Bund, der mit 32 Prozent größter Aktionär des früheren Staatsunternehmens ist.

In den nächsten Jahren sollen die Ausschüttungen wie bekannt entsprechend des Anstieg des Free Cash Flow wachsen. Für dieses Jahr erwartet die Telekom eine Steigerung des Free Cash Flow um acht Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis solle 2016 bei konstanten Wechselkursen 21,2 Milliarden Euro erreichen. Die Gewinnprognose wäre noch höher ausgefallen, doch entschied sich die Telekom, die Investitionen um 14 Prozent auf elf Milliarden Euro nach oben zu schrauben. Mit dem Geld sollen in erster Linie die Netze in Deutschland und in den USA aufgerüstet werden.

In Amerika geht es den Deutschen vor allem darum, die Datengeschwindigkeiten zu erhöhen. T-Mobile US hat sich nach Milliarden-Investitionen zur Wachstumslokomotive der Bonner entwickelt. Dank zahlreicher neuer Kunden schoss der operative Gewinn von T-Mobile US voriges Jahr um 55 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro in die Höhe. Doch werden die Geschäfte dort schwieriger, da nächsten Monat die Versteigerung von Funkfrequenzen ansteht. Ein Manager von T-Mobile hatte vor Monaten gesagt, dass sie dafür zehn Milliarden Dollar auf den Tisch legen könnten.

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Von

rtr

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