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19.07.2015

13:50 Uhr

Bundesliga-Vorbereitung

„Super-Bayern“ beeindrucken auf Werbetour in China

Knapp einen Monat vor dem Start der Bundesliga-Saison begeistert Meister Bayern beim 4:1 gegen Sevilla die Fans in China. Dämpfer gab es für die Clubs, die in der neuen Spielzeit Herausforderer der Münchner sein wollen.

Der FC Bayern hat auch in China Fans – Stürmer Arjen Robben ist derzeit allerdings noch verletzt. dpa

Chinesischer Bayern-Fan

Der FC Bayern hat auch in China Fans – Stürmer Arjen Robben ist derzeit allerdings noch verletzt.

DüsseldorfRekordmeister Bayern München ist vier Wochen vor dem Start der neuen Saison in der Fußball-Bundesliga schon in Topform. Zum Auftakt der Werbetour durch China gewann die Mannschaft von Coach Pep Guardiola in Peking mit 4:1 gegen Spaniens Spitzenclub FC Valencia.

„Super Bayern, super Bayern“, hallte es vor und nach dem Spektakel von den Rängen des Vogelnestes, wo ein Großteil der Zuschauer in Bayern-Trikots, -Schals und -Mützen erschienen war. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir so überzeugend spielen können. Aber wir nehmen es gerne mit“, sagte Weltmeister Thomas Müller, der zwei Tore erzielte. Ein starkes Debüt im Bayern-Dress feierte der 30 Millionen Euro teure Neuzugang Douglas Costa. „Ich bin sehr zufrieden. Er hat sehr gut gespielt“, sagte Guardiola zum Auftritt des Brasilianers.

Der ebenfalls überragende Bayern-Kapitän Philipp Lahm beeindruckte rechts offensiv auf der Robben-Position und bereitete die beiden Treffer von Müller gekonnt vor. Bayern-Coach Guardiola testete offenbar eine mögliche Alternative für Arjen Robben, der wegen muskulärer Probleme die Reise nach China ebenso wie Franck Ribery verpasste und vielleicht auch noch zum Saisonstart am 14. August gegen den Hamburger SV fehlt.

Das ist Josep Guardiola i Sala

Anfänge beim FC Barcelona

Guardiola stammt aus Santpedor, wo seit 2007 der örtliche Sportplatz seinen Namen trägt. Im Alter von 13 Jahren trat er der Jugendakademie des FC Barcelona, La Masia, bei. Zuvor hatte er bei Gimnàstic de Manresa gespielt. In den Jugendmannschaften agierte er zunächst auf der rechten Mittelfeldseite. Erst Johan Cruyff, zu dieser Zeit Trainer der ersten Mannschaft, gab die Anweisung, Guardiola auf der zentralen Spielmacherposition aufzustellen.

Spielerkarriere beim FC Barcelona

Von der Saison 1990/91 an gehörte er zum Profikader und gab als 19-Jähriger sein Debüt in der Primera División. Guardiola spielte insgesamt 17 Jahre für den FC Barcelona. In den elf Profijahren gewann er mit der Mannschaft 16 Titel, darunter den Europapokal der Landesmeister. In der Saison 2000/01 entschloss sich Guardiola, den FC Barcelona zum Saisonende zu verlassen und seine Karriere im Ausland zu beenden.

Wechsel nach Italien

Seine Zeit in Italien war nicht annähernd so erfolgreich wie in Barcelona. Im September 2001 verpflichtete ihn Brescia Calcio. In Italien wurde Guardiola des Dopings beschuldigt, da ihm nach zwei Ligaspielen im Oktober und November Spuren von Nandrolon nachgewiesen wurden. Daraufhin sperrten ihn der FIGC und die FIFA am 22. November 2001 für vier Monate.. 2009 wurde er von sämtlichen Dopingvorwürfen freigesprochen. Ab der Saison 2002/03 spielte er für den AS Rom. Nach einem halben Jahr kehrte er jedoch bis zum Saisonende zu Brescia Calcio zurück

Abstecher nach Katar und Mexiko

2003 wechselte er nach Katar zu Al-Ahli. Er beendete im Sommer 2005 zunächst seine Spielerkarriere, schloss sich dann aber 2006 dem damaligen mexikanischen Erstligisten Dorados de Sinaloa an. Als zum Ende der Saison der Abstieg des Teams in die Primera División 'A' feststand, beendete er seine aktive Karriere endgültig.

Erfolge in der Nationalmannschaft

Guardiola holte mit Spanien 1992 Olympia-Gold. Am 14. Oktober 1992 gab er beim 0:0 im WM-Qualifikationsspiel gegen Nordirland seinen Einstand in der A-Nationalmannschaft. Er nahm an der Weltmeisterschaft 1994 und der Europameisterschaft 2000 teil. Die Weltmeisterschaften 1998 und 2002 verpasste er wegen einer Knieverletzung. Sein letztes Länderspiel bestritt Guardiola am 14. November 2001 gegen Mexiko (1:0). In 47 Einsätzen erzielte er fünf Tore.

Trainer beim FC Barcelona

2008 war Guardiola bei Amtsantritt mit 37 Jahren der drittjüngste Trainer in der Geschichte des Vereins. Zuvor hatte er bei den Katalanen bereits als Trainer der B-Mannschaft gearbeitet und in seiner Premierensaison 2007/08 prompt zum Aufstieg in die Segunda División B geführt.

Das Sextuple

Die Krönung war das Jahr 2009. Guardiola führte den FC Barcelona zum noch nie dagewesenen „sextuple“, also alle bedeutenden nationalen und internationalen Titel in einem Jahr: nationale Meisterschaft, spanischer Pokal, Champions League, spanischer Supercup, UEFA-Supercup und Klub-Weltmeisterschaft. Mit 14 Titeln ist er der erfolgreichste Trainer in der Vereinsgeschichte. 2012 verabschiedete er sich und legte ein Sabbatjahr in New York ein.

Trainer bei den Bayern

2013 unterschrieb er bei den Münchenern für drei Jahre. Am 30. August 2013 gab er beim UEFA Super Cup-Finale sein internationales Debüt für die Bayern und gewann den ersten Titel mit seiner neuen Mannschaft im Elfmeterschießen gegen den FC Chelsea. Außerdem sicherte er sich mit seiner Mannschaft am 21. Dezember 2013 die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft mit einem 2:0 über Raja Casablanca. Am 27. Spieltag der Saison 2013/14 feierte Guardiola mit dem FCB die früheste Meisterschaft in der Geschichte der Bundesliga. Wenige Wochen später folgte der DFB-Pokalsieg gegen den BVB. Auch 2014 holte er mit den Bayern die Meisterschaft.

Noch nicht ganz so rund lief es in den Testspielen der Bayern-Verfolger in spe für die neue Spielzeit. Vizemeister VfL Wolfsburg erreichte dank Kevin De Bruynes Treffer (68. Minute) noch ein 1:1 bei Ajax Amsterdam. Der Liga-Dritte Borussia Mönchengladbach konnte beim 2:2 gegen den französischen Erstligisten Stade Rennes in Heimstetten eine Niederlage ebenfalls knapp verhindern. Torschütze zum 2:2 war der Ex-Leverkusener Josip Drmic.

Dämpfer mussten auch der Hamburger SV, Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund hinnehmen. „Insgesamt ist es sehr ordentlich, was wir anbieten. Das wird auch durch dieses Ergebnis nicht geschmälert“, sagte BVB-Trainer Thomas Tuchel nach dem 1:2 vor 28 000 Zuschauern im Revierderby beim Zweitligisten VfL Bochum. Nach dem Gewinn des Telekom Cups und drei Testspielerfolgen ging der HSV bei Zweitliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld mit 0:2 als Verlierer vom Platz. Nicht besser erging es der Eintracht aus Frankfurt, die 1:2 beim 1. FC Heidenheim unterlag.

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