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24.04.2015

18:09 Uhr

Bundesliga-Vorschau

FC Bayern vor der 25. Meisterschaft

Quelle:dpa

Steigt vier Spieltage vor dem Saisonfinale am Wochenende schon die große Münchner Party zur 25. deutschen Fußball-Meisterschaft des FC Bayern? Und welcher Neu-Coach punktet mit seinem Klub im Abstiegskampf?

Der FC Bayern hat den Titel im Blick. dpa

Thomas Müller

Der FC Bayern hat den Titel im Blick.

BerlinMeisterfeier? Auch ohne zahlreiche verletzte Stammspieler - unter ihnen nun auch wieder Holger Badstuber - kann der FC Bayern die 25. deutsche Meisterschaft gegen Hertha BSC am Samstag (18.30 Uhr) so gut wie perfekt machen. Ein Heimsieg gegen den Tabellen-13. reicht gar zum vorzeitigen Titelgewinn, falls Verfolger VfL Wolfsburg am Sonntag (17.30 Uhr) in Mönchengladbach nicht gewinnt. Angesichts der mit großem Abstand besten Tordifferenz von +63 dürfte eh nichts mehr schiefgehen. Die Hauptstädter wollen die zweite Münchner Jubel-Party binnen fünf Tagen nach dem Halbfinal-Einzug gegen den FC Porto in der Champions League aber verhindern. „Wir wollen nicht gratulieren, deswegen fahren wir nicht da hin“, erklärte Manager Michael Preetz.

Phrasen und Plattitüden der Fußball-Profis

Die Fußballersprache

Die Protagonisten im Profifußball stehen heute in der Öffentlichkeit wie nie zuvor. Kein Wunder, dass sie im Zeitalter von Facebook, Twitter und Youtube oft nur noch Phrasen von sich geben. Vor allem die Spieler wissen genau, was sie vor Kameras und Mikrofonen sagen dürfen und sollen. Und was zu Problemen und Geldstrafen führen könnte. Die Deutsche Presse-Agentur hat einige gängige Sätze aus den verbalen Baukästen der Fußballer gesammelt (und was damit eigentlich gemeint ist).

„Wir denken nur von Spiel zu Spiel“

Heißt meistens: Wir dürfen nicht über große Ziele reden, das haben der Trainer und Manager verboten, damit sie es nicht eines Tages um die Ohren bekommen.

„Im Fußball kann alles passieren.“

Heißt meistens: Wir haben überhaupt keine Chance, aber das dürfen wir nicht sagen.

„Wir haben Respekt, aber keine Angst.“

Heißt meistens: Wir denken lieber nicht darüber nach, wie stark der nächste Gegner ist.

„Wir haben uns nicht belohnt.“

Heißt meistens: Wir waren zu dämlich, aus unseren Chancen etwas zu machen.

„Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Heißt meistens: Beim Blick auf die Tabelle würden wir tot umfallen.

„Die Mannschaft hat die Qualität.“

Heißt meistens: Warum sie diese nicht umsetzen kann, da müssen sie jemand anderen fragen.

„Ich wollte der Mannschaft helfen.“

Heißt meistens: Mein Trainer hasst Starallüren, deshalb sage ich lieber nicht, dass ich heute eigentlich der Größte bin.

„Wir sind nicht gut in die Zweikämpfe reingekommen.“

Heißt meistens: Der Trainer hat uns vorher in den Hintern getreten, aber irgendwie hat es nichts genutzt.

„Wir haben nicht viel zugelassen.“

Heißt meistens: Der Gegner hat ja vorne nicht viel zu bieten gehabt.

„Die Fans haben uns toll unterstützt.“

Heißt meistens: Ich werde mich hüten, jemals etwas Negatives über unsere Fans zu sagen. Das würde man dann doppelt und dreifach zurückbekommen.

„Es war keine leichte Entscheidung.“

Heißt im Managerjargon: Wir sind froh, dass wir diesen Trainer los sind, aber das kostet uns eine deftige Abfindung.

Premierensieg? Gleich zwei neue Trainer streben am Samstag den ersten Sieg mit ihren Mannschaften an. Neu-Coach Bruno Labbadia hat mit Schlusslicht Hamburger SV ein Erfolgserlebnis nach der Pleite im Debüt bei Werder Bremen besonders nötig. Allerdings hat der Gegner - Europa-League-Anwärter FC Augsburg - ebenfalls ein großes Ziel. Um nicht noch die mageren zwei Punkte vor dem Relegationsrang zu verspielen, sollte auch Michael Frontzeck mit Hannover 96 einen Sieg gegen 1899 Hoffenheim einfahren. Beim Debüt als Coach für Hannover 96 könnte es zudem eine zweite Premiere geben: Gelingt den 96ern der erste Sieg im Jahr 2015?

Befreiungsschlag? Nach ihren Dämpfern in der vergangenen Woche hoffen der VfB Stuttgart und Gegner SC Freiburg am Samstag auf den Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Der Tabellen-Vorletzte Stuttgart könnte mit einem Sieg punktemäßig zum direkten Abstiegskonkurrenten aufschließen und die Serie von zwei Heimerfolgen ausbauen. Im schwäbisch-badischen Duell um drei Big Points muss der VfB eventuell auf den aktuellen Tor-Garanten Daniel Ginczek verzichten.

Auf Europa-Kurs? Um ihre Chance auf Europa kämpfen am Samstag zwei Tabellennachbarn. Borussia Dortmund (Platz neun) und Eintracht Frankfurt (Platz zehn) fehlen jeweils zwei Punkte auf den umkämpften Tabellenplatz sieben. Durch die Konstellation im DFB-Pokal könnte der womöglich zur Qualifikation für die Europa League reichen. Nachdem BVB-Coach Jürgen Klopp seinen Abgang zum Saisonende nach sieben Jahren bekanntgegeben hat, wäre die Europa-Qualifikation doch ein versöhnliches Ära-Ende - falls nicht gar ein Pokal-Coup gelingt.

Und sonst noch? Während der Tabellensiebte aus Bremen beim abstiegsbedrohten Aufsteiger SC Paderborn am Sonntag der Europa League näher kommen möchte, kann Bayer Leverkusen im Rheinderby in der Domstadt Köln am Samstag einen weiteren Schritt in Richtung Champions League machen. «Ein Derby ist ein Derby. Wir fahren dahin, um zu gewinnen», sagte Bayer-Stürmer Stefan Kießling.

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