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13.12.2014

09:38 Uhr

Bundesliga-Vorschau

Werden die Bayern schon am Samstag Herbstmeister?

Dritter gegen Erster: In Augsburg steigt das erstaunlichste Spitzenspiel der Saison. Die Bayern könnten sich bereits die Herbstmeisterschaft sichern. Doch sie sind gewarnt. Sie müssen nur an den 5. April zurückdenken

Augsburger sind realistisch

"Das ist kein Spiel auf Augenhöhe!"

Augsburger sind realistisch: "Das ist kein Spiel auf Augenhöhe!"

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AugsburgDieses Mal nehmen die großen Bayern die landesweit bestaunten Augsburger Fußball-Überflieger total ernst. Und Pep Guardiola wird beim Kampf um die vorzeitige Herbstmeisterschaft für den Rekordchampion in der ausverkauften Augsburger Arena garantiert nicht wieder mit Azubis wie Ylli Sallahi oder Mitchell Weiser in der Startelf aufwarten, wie er es bei der leichtfertigen 0:1-Pleite vor acht Monaten tat.

Beim Topspiel zwischen dem Überraschungs-Dritten und dem Gewohnheits-Spitzenreiter wird der spanische Starcoach am Samstag (15.30 Uhr) von Torwart Manuel Neuer bis Torjäger Robert Lewandowski nur das Beste vom Besten auf den Rasen schicken.

„Okay, letztes Mal haben wir verloren. Da waren wir schon deutscher Meister“, sagte Guardiola am Freitag rückblickend auf seine bislang einzige Auswärtsniederlage als Bayern-Coach in der Bundesliga. Jetzt sei es eine „neue Situation“, „nicht vergleichbar“ mit dem 5. April 2014: „Wir werden probieren, dass es nicht wieder passiert.“

Weltmeister Mario Götze glaubt zu wissen, wie das in dem „heißen Spiel“ gelingen sollte: „Wir müssen uns einfach konzentrieren, fokussieren und unsere Leistung bringen. Dann werden wir mit drei Punkten nach Hause fahren“, sagte der Nationalspieler. Der fast unbezwingbare Neuer (drei Gegentore) wies wie Guardiola auf die besonderen Umstände der Niederlage beim letzten Duell hin, als die Bayern nach ihrer Rekordserie von 53 ungeschlagenen Partien erstmals wieder in der Liga verloren: „Wir waren damals schon durch, waren schon deutscher Meister, daran muss man auch mal erinnern.“

Der 15. Spieltag

TSG Hoffenheim - Eintracht Frankfurt 3:2

Frankfurt beginnt gut, Hoffenheim kommt erst nach und nach besser ins Spiel und geht kurz vor der Pause durch Volland in Führung (43.). Nach dem Seitenwechsel drängen die Gäste auf den Ausgleich und werden belohnt. Aigner trifft zum 1:1 (58.). Kurz darauf bringt Szalai die Hausherren wieder in Front (66.). Nach dem erneuten Frankfurter Ausgleich durch Seferovic (77.) markiert der überragende Firmino kurz vor dem Schlusspfiff den Siegtreffer für die Kraichgauer (87.).

FC Augsburg - FC Bayern 0:4

Eine Stunde lang liefert Augsburg dem Rekordmeister einen heißen Kampf – und geht dann unter. Innerhalb von nur 12 Minuten machen Benatia (58.), Robben (59. und 71.) und Lewandowski (68.) alles klar. Durch den Sieg steht der Rekordmeister bereits als Herbstmeister fest.

Werder Bremen - Hannover 96 3:3

In einer unterhaltsamen Bundesliga-Partie trennen sich Werder und Hannover 3:3. In den ersten 30 Minuten dominiert Hannover das Spiel und geht verdient durch Stindl in Führung (12.). In der 36. Minute erzielt Zlatko Junuzovic den schmeichelhaften Ausgleich. In den zweiten 45 Minuten kommen die Bremer besser aus der Halbzeit uns gehen durch Melvyn Lorenzen sehenswert mit 2:1 in Führung (55.). Joselu und Hiroshi Kiyotake drehen das Spiel erneut (62.,64.). Kurz vor Schluss erzielt Davie Selke den verdienten Ausgleich (88.).

FC Schalke 04 - 1. FC Köln 1:2

Köln gewinnt durch die Tore von Anthony Ujah (46.) und Matthias Lehmann (67., Foulelfmeter) – und belohnt sich für eine starke Defensivleistung. Schalke hingegen rennt 90 Minuten lang an, ohne wirklich gefährlich zu werden. Auch der Anschlusstreffer von Leroy Sane (85.) kann nichts mehr daran ändern.

Hertha BSC - Borussia Dortmund 1:0

Durch das 1:0 des ehemaligen Dortmunder Schieber (40.) geraten die Borussen ins Hintertreffen. Mit viel Glück rettet sich die Klopp-Elf ohne zweites Gegentor in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel baut Dortmund Druck auf, kommt aber erst gegen Ende des Spiels zu guten Chancen. Immobile kann jedoch gleich zwei gute Kopfballchancen (86., 87.) nicht im Tor unterbringen.

SC Freiburg - Hamburger SV 0:0

Der SC Freiburg hat durch Darida nach zwei Minuten die große Chance in Führung zu gehen, doch der Tscheche vergibt einen Foulelfmeter leichtfertig. Danach führen beide Mannschaften eine intensive Partie, in der es kaum nennenswerte Szenen vor dem Tor gibt.

FSV Mainz 05 - VfB Stuttgart 1:1

Mainz geht dank eines Geniestreichs von Johannes Geis, der einen Freistoß sehenswert versenkt (36.), mit einer 1:0-Führung in die Halbzeit. Nach Wiederanpfiff blieben die Rheinhessen dominant, machen aber das zweite Tor nicht. Stuttgart bäumt sich auf und gleicht durch den eingewechselten Filip Kostic glücklich aus (72.).

Bayer Leverkusen - Borussia Mönchengladbach 1:1

Vor der Pause bestimmt Bayer das Spiel und geht verdientermaßen durch Calhanoglu (18.) in Führung. In der Folge hält man den Druck hoch, doch die Gäste nutzen kurz vor der Pause eine ihrer wenigen Möglichkeiten zum Ausgleich durch Brouwers (39.). Der zweite Durchgang ist bietet nur noch vereinzelte Highlights.

VfL Wolfsburg - SC Paderborn 1:1

Vor der Pause wird über weite Strecken Einbahnstraßenfußball des VfL geboten, der durch ein Eigentor von Rafa (17.) führt, weitere Treffer aber unter anderem durch einen von Perisic verschossenen Foulelfmeter (30.) verpasst. Gleich nach der Pause gelingt den verbesserten Gästen aber der Ausgleich, Meha verwandelt einen von Naldo verursachten Strafstoß sicher (51.). Besonders der überragende Kruse im Kasten der Paderborner sorgt anschließend dafür, dass der 1:1-Pausenstand auch nach 90 Minuten Bestand hat.

Die forschen FCA-Herausforderer nehmen das Andenken an ihren historischen Erfolg durch das umjubelte Siegtor von Sascha Mölders als Ansporn für die neue Kraftprobe. „Es gibt uns den Glauben und das Wissen, dass wir auch gegen Manuel Neuer ein Tor erzielen können und Bayern geschlagen haben“, sagte Markus Weinzierl. Sein Team werde sich „zerreißen“, um wieder eine Sensation zu schaffen. „Das wäre auch ein Unentschieden“, betonte der FCA-Coach.

Selbstbewusstsein ja, Übermut nein – als Bayern-Jäger oder Champions-League-Anwärter sehen sich die Augsburger nicht. „Der Erste kommt zum Dritten, das ist ein toller Moment für uns. Wir sind immer noch die Kleinen. Wenn die Bayern ihre Qualität auf den Platz bringen, gewinnen sie gegen uns von 20 Spielen 19 Mal“, bemerkte Weinzierl. Guardiola äußerte höchsten Respekt für die Arbeit des Kollegen, unter dessen Leitung der FCA „sehr stabil“ auftrete. Der FC Augsburg beweise, dass man auch mit wenig Geld, aber einem klaren Plan sehr erfolgreich arbeiten könne. „Geld ist wichtig, um große Titel zu holen“, relativierte der Spanier.

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