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08.11.2011

09:30 Uhr

Bundestrainer Löw

„Größenwahn ist nicht angebracht“

Mit Tests in der Ukraine und gegen die Niederlande will die deutsche Nationalmannschaft den Ernstfall simulieren. Im Interview spricht Bundestrainer Joachim Löw über Schweinsteigers Ausfall und Podolskis Zukunft.

Bundestrainer Joachim Löw. dpa

Bundestrainer Joachim Löw.

Herr Löw, die EM-Qualifikation ist geschafft. Welche Ziele setzen Sie der Nationalmannschaft bei den Tests in der Ukraine am Freitag und gegen die Niederlande in Hamburg nächste Woche? 

Joachim Löw: Zehn Siege in Folge in der EM-Qualifikation waren sehr positiv. Ich warne aber vor Selbstzufriedenheit, Größenwahn ist nicht angebracht. Gewisse Automatismen sitzen bei uns schon so gut wie bequeme Turnschuhe. Aber ich werde die Chance wahrnehmen, personelle und taktische Experimente bei den Tests vorzunehmen.

 

Was haben Sie konkret vor? 

In einem der beiden Spiele plane ich eine Systemveränderung auf ein 4-4-2. Zweitens ist es vorstellbar, dass wir im Mittelfeld einmal mit Mesut Özil und Mario Götze zusammen spielen. Punkt drei ist, dass Ron-Robert Zieler in Kiew zumindest eine Halbzeit spielen wird und auf jeden Fall sein Debüt gibt. Gegen die Niederlande wird wieder Manuel Neuer spielen.

Wie schwer wiegt der Ausfall von Bastian Schweinsteiger? 

Die Mannschaft kann das auffangen. Es ist immer ein gutes Gefühl, wenn Bastian bei der Mannschaft ist. Ihm kann man immer Verantwortung auftragen. Er ist der emotionale Führer. Er bestimmt das Tempo, den Rhythmus, er hat einen guten Einfluss auf die Mannschaft. Aber wir sind in den letzten ein, zwei Jahren zu einer Spitzenmannschaft geworden und können ihn zumindest in diesen Spielen ersetzen. Ich sage, Gottseidank ist es jetzt passiert, dass er sich verletzt hat und nicht im April oder Mai kurz vor der EM.

 

Sie haben vor den letzten Spielen gesagt, dass Sie einen Kreis von gut 30 Kandidaten haben, die den EM-Kader von 23 Spielern bilden könnten. Gibt es noch welche, die jetzt noch niemand auf der Liste hat? 

Es gibt sie schon, die noch großen Sprung machen könnten. Die Spieler aus der U21 und U20 befinden sich bei uns im Dunstkreis. Moritz Leitner ist ein großes Talent. Lewis Holtby ist bei der U21 eine Persönlichkeit. Aber wir haben einen Kader mit einer guten Breite. Ansonsten sehe ich im Moment keinen jungen Spieler, der uns helfen kann.

 

Marco Reus hat in Mönchengladbach einen großartigen Lauf. Planen Sie mit ihm nach seinen letzten Kurzeinsätzen einmal von Beginn an? 

Ich freue mich, dass er die Hürde übersprungen und endlich sein Debüt gegeben hat. Er hat sehr glitten, es hat ihn sehr getroffen, dass er so oft absagen musste. Lucien Favre sagte mir, dass er sehr verzweifelt gewesen ist. Ich plane mit ihm in einem Spiel, vielleicht in beiden. Ob er von Anfang an spielt, weiß ich nicht, aber Thomas Müller wird sicher nicht beide Spiele über 90 Minuten machen.

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