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07.02.2006

11:56 Uhr

BVB-Coach ist beliebt und geschätzt

Der „speciale“ Mijnheer von Dortmund

VonAndreas Kötter

Bert van Marwijk hat die Borussia mit viel Geduld, Integrität und auch Stil wieder belebt.

Bert van Marwijk gibt gestikulierend vom Spielfeldrand aus Anweisungen. Foto: dpa

Bert van Marwijk gibt gestikulierend vom Spielfeldrand aus Anweisungen. Foto: dpa

DORTMUND. Josef Schneck ist überrascht. „So entspannt habe ich unseren Trainer bei einem Interview überhaupt noch nicht erlebt“, sagt der Pressechef von Borussia Dortmund. Tatsächlich vermittelt Bert van Marwijk an diesem trüben Januar-Nachmittag einen gelösten, ungewohnt aufgeschlossenen Eindruck. Regelrecht ins Plaudern gerät der Trainer, sonst eher einer der Stillen seiner Gattung. Van Marwijk hat inzwischen allen Grund, die Dinge mit Gelassenheit zu betrachten. Die Saison läuft gut und selbst der sonst mit Lob geizende „Spiegel“ sieht in dem Holländer den Haupt-Verantwortlichen für das erfolgreiche „Projekt Zukunft“ beim BVB.

„Natürlich freue ich mich über diese Entwicklung und die Anerkennung. Im Grunde mache ich heute aber nichts anders, als vor einem Jahr“, sagt der stets gut gekleidete Holländer, dem der Designer- ebenso gut steht, wie der Trainingsanzug. Selbst als im Herbst 2004 die Insolvenz drohte, habe er sich in Dortmund wohl gefühlt. „Meine Devise ist: Wenn es nicht läuft, muss man die Ruhe bewahren. Läuft es aber gut, dann ist es noch wichtiger, auf dem Teppich zu bleiben.“ Und dann fügt er in der vielen Holländern eigenen, so attraktiv klingenden Diktion der deutschen Sprache noch hinzu: „Wenn man in diesem Job normal tut, vielleicht ist das dann schon wieder ‚special’!“

In der Tat ganz „special“ hat der 53-Jährige seit seinem Amtsantritt im Sommer 2004 aus der Not eine Jugend gemacht. Mit dem Resultat, dass Dortmund nicht nur den jüngsten und entwicklungsfähigsten Kader der Liga hat, sondern auch ungewöhnlich viele Spieler aus der eigenen Region, die den Fans die Identifikation leicht machen. „Wir verfügen heute über eine sehr junge Mannschaft, fast alle Spieler können sich noch verbessern“, sagt der Coach. „Mit allen wichtigen Spielern, wie Kehl, Metzelder, Wörns, Kringe, Ricken oder Weidenfeller, haben wir verlängert und wir waren trotz oder gerade wegen unserer beschränkten finanziellen Mittel sehr kreativ mit Verpflichtungen wie der von Smolarek oder nun Amoah.“ Er verspricht: „Diese Mannschaft wird nicht schlechter werden.“ Schöne Aussichten, auch weil van Marwijk seinen Vertrag bis 2007 verlängert hat.

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