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28.10.2014

08:34 Uhr

BVB gegen St. Pauli

Jürgen Klopp hat Angst vor Niederlage

Vor dem Duell Borussia Dortmund gegen St. Pauli zeigt sich BVB-Trainer Klopp sorgenvoll. Die Angst vor dem Nicht-Gewinnen sei da, der Verein müsse nun ein „positives Selbstbild“ wahren. St. Pauli sieht Sieg-Chancen.

Jürgen Klopp hofft auf ein Ende der Misere. Eine Niederlage bei den Hamburgern würde die Krise beim BVB arg verschärfen. dpa

Jürgen Klopp hofft auf ein Ende der Misere. Eine Niederlage bei den Hamburgern würde die Krise beim BVB arg verschärfen.

DortmundEigentlich erscheint die Aufgabe lösbar, bereitet aber großes Kopfzerbrechen. Bei Borussia Dortmund ist das Selbstvertrauen vergangener Tage verflogen. Nach zuletzt vier Bundesliga-Niederlagen in Serie geht der Vorjahresfinalist sorgenvoll in das Pokal-Duell am Dienstag beim FC St. Pauli (20.30 Uhr/ARD und Sky).

Ein weiterer Rückschlag beim Drittletzten des Fußball-Unterhauses würde die Krise verschärfen. Trainer Jürgen Klopp hofft auf ein Ende des Alptraums: „Die Angst vor dem Nicht-Gewinnen ist bei uns sicher da. Unsere Aufgabe ist es nun, ein positives Selbstbild zu bewahren.“

Borussia Dortmund: Der Megadeal des BVB

Spielraum

Borussia Dortmund darf das eigene Kapital kräftig erhöhen. Das hat sich der Verein auf der Hauptversammlung am 30. November 2010 genehmigen lassen. Insgesamt kann der Verein daher mehr als 30 Millionen neue Aktien verkaufen.
Quelle: Borussia Dortmund

Grundkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt bisher 61,425 Millionen Euro. Es ist in 61,425 Millionen Stammaktien eingeteilt. Wenn also der Spielraum für Kapitalerhöhungen vollständig genutzt würde, könnte sich die Zahl der Aktien um 50 Prozent erhöhen.

Aktuelle Kapitalerhöhung

Das Grundkapital wird mit Wirkung Juli 2014 nominal um 6,12 Millionen Euro erhöht. Dafür werden 6,12 Millionen neue Stückaktien ausgegeben. Eine neue Aktie kostet 4,37 Euro. Dieser Preis ist ein Durchschnitt der letzten fünf Börsenhandelstage abzüglich eines Abschlags von fünf Prozent.

Käufer

Die gut sechs Millionen neuen Aktien übernimmt Evonik Industries aus Essen. Das Grundkapital von Borussia Dortmund beträgt also künftig 67,545 Millionen Euro.

Anteil

Evonik wird durch die Aktie der zweitgrößte Einzelaktionär. Der Stimmrechtsanteil beträgt 9,06 Prozent des Grundkapitals.

Hintergrund

Evonik ist seit März 2006 Sponsor des BVB. Bisher lief der Vertrag bis zur Saison 2015/2016. Nun wurde dieser Vertrag bis zur Saison 2024/2025 verlängert.

Ziel

Evonik will mit der Beteiligung das Sponsorverhältnis als Kommanditaktionär der Gesellschaft festigen und insgesamt fördern sowie die bestehende Markenpartnerschaft ausbauen. Damit legten beide Partner eine gute Grundlage für neue wirtschaftliche und sportliche Erfolge auch auf internationaler Ebene.

Aktuelle Einnahmen

Durch die Kapitalerhöhung mit Evonik fließen dem BVB 26,74 Millionen Euro zu. Der Betrag ergibt sich aus der Anzahl der neuen Aktien, der mit dem Ausgabepreis multipliziert wird. Das Geld wird der BVB investieren, ohne Kredite aufnehmen zu müssen.

Mögliche Deals

Der BVB kann zudem noch problemlos weitere Aktien an Interessenten verkaufen. Dafür gibt es noch einen Spielraum von 24,6 Millionen Stück. Gemessen am aktuellen Börsenkursen von mehr als vier Euro könnte der BVB so weitere 100 Millionen Euro einnehmen.

Sondierungsgespräche

Die Geschäftsführung plant, diese restlichen Aktien zwischen dem 1. Juli und dem 30. September 2014 zu verkaufen. Diesbezüglich würden Sondierungsgespräche mit an strategischen Partnerschaften interessierten Unternehmen fortgesetzt.

In der Bundesliga sind die Saisonziele bereits nach nur neun Spieltagen nahezu verspielt. Sage und schreibe sechs Niederlagen hat das Dortmunder Starensemble im Fußball-Oberhaus bereits kassiert – so viele wie kein anderer Mitkonkurrent. Unter allen Umständen soll verhindert werden, dass die Misere nun auch auf andere Wettbewerbe übergreift. „Es geht bei uns um Arbeit und den Kampf um Leichtigkeit“, sagte Klopp.

Am meisten zu denken gibt die zunehmende Ratlosigkeit. Selbst die Rückkehr lange verletzter Leistungsträger oder diverse Systemumstellungen brachten keine Trendwende. Deshalb erscheint es wahrscheinlich, dass der BVB-Coach im mit 29.063 Besuchern ausverkaufen Millerntor wieder auf die in den vergangenen Jahren bewährte 4-2-3-1-Grundordnung zurückgreift. Immerhin zog sich in der Partie gegen Hannover kein Akteur eine Verletzung zu.

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