Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.04.2013

08:23 Uhr

BVB-Manager Watzke

„Reiche Scheich-Clubs torpedieren Fairplay“

ExklusivGeld allein reicht nicht: Wer in einen Fußballclub investiert, benötige auch Geduld, sagt BVB-Manager Hans-Joachim Watzke im Handelsblatt-Interview. Das gelte auch für reiche Scheichs.

Er hat gut lachen: Hans-Joachim Watzke rettete den BVB vor der Insolvenz – heute steht der Club gut da. dpa

Er hat gut lachen: Hans-Joachim Watzke rettete den BVB vor der Insolvenz – heute steht der Club gut da.

DüsseldorfDer Vorsitzende der Geschäftsführung von Borussia Dortmund, Hans-Joachim Watzke, hat vor der Geschäftspolitik arabischer Investoren im Profifußball gewarnt. Vereine wie Paris St. Germain torpedierten die enorme Management-Leistung, die in anderen Clubs ohne milliardenschwere Mäzene erbracht worden sei, sagte Watzke im Interview mit dem Handelsblatt (Freitagausgabe). „Das ist nicht sportlich und nicht fair. Und unser Kerngeschäft ist immer noch der Sport. Wir brauchen nicht mit Respekt und Fairplay zu kommen, wenn wir das nicht auch auf allen Gebieten abbilden“, sagte der Fußballmanager.

Seit zwei Jahren ist eine Investorengruppe aus Katar Mehrheitseigentümer des Fußballclubs Paris St. Germain. Die arabischen Geldgeber investierten allein vor der laufenden Saison mehr als 100 Millionen Euro in die Mannschaft, die am Mittwoch nur knapp gegen den FC Barcelona im Champions League-Viertelfinale scheiterte. Watzke kritisierte diese Geschäftspolitik: „Ich habe das Gefühl, manch ein Scheich hat auf den Flugplan geguckt und sich dann eine schmucke Metropole ausgesucht, weil die Verbindungen vom Golf dahin am besten sind. So funktioniert das aber nicht.“

Wer Geld für einen Fußballklub mitbringe, so Watzke, solle idealerweise auch Geduld mitbringen. Nach einer Anschubfinanzierung müssten die Investoren warten, bis die unternehmerischen Strukturen mitgewachsen seien. „Es muss sich eine Marke, eine Erlösstärke entwickeln. Das müssen auch die Herrschaften aus dem arabischen Raum lernen“, sagte Watzke dem Handelsblatt.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

12.04.2013, 09:05 Uhr

Recht hat er! Auch wenn ich den BVB nicht mag, die Vereinspolitik ist gut und mit seinen Aussagen hat Herr Watzke nunmal mehr als recht. Solche Investoren identifizieren sich doch null mit dem Verein und seinen Fans. Eine Tradition wird mit Füßen getreten. Wer will schon einem Verein zujubeln in den ein Scheich Milliarden investiert und einfach die besten Spieler gekauft hat? Das hat doch nichts mehr mit wirklicher Leistung eines Sportvereins zu tun! Die sollen abhauen, genauso wie Abramovich mit Chelsea, wie Hopp mit seinem Hoffenheim, Mateschitz mit Salzburg und RB Leipzig. Alles Retortenvereine! Bei diesen Kunstprodukten zählt der Umsatz und nicht der Sport. Wenn man sich für einen solchen Verein begeistern kann beweist man einfach nur dass man sich kein Stück mit dem Verein seiner Tradition und seinen Fans ausseinandersetzt. "Hey die haben 11 Spieler die alle zig Millionen kosten, ich bin Fan davon!" - wie arm ist das bitte??

Steuerzahler

12.04.2013, 09:32 Uhr

Laut einer wissenschaftlichen Studie kann nicht mal der FC Bayern im DAX mitmischen. Mit Umsatzrenditen, die sich irgendwo zwischen 0,5 und max. 5 Prozent Einpegeln hat dort kein Fußballunternehmen etwas zu suchen. Die einzigen Gewinner sind die Spieler und deren "Berater". Die Bundesligisten weisen im Schnitt eine Quote von 60% ihres Umsatzes als Personalkosten aus (inkl. Transfers, ca. 15% und Verwaltungspersonal, ca. 5%). Kein gesundes Unternehmen würde dies lange durchhalten.
Innerhalb der UEFA haben die Profi-Vereine im letzten Jahr 1,7 Milliarden Euro Miese gemacht. Aber die Gehälter der Spieler sind um 38% gestiegen.
Das gesamte System Profi-Fußball ist eine gigantische Geldverbrennungsanlage denn nachhaltige Wertschöpfung sieht anders aus. Transferverluste in Höhe von 203 Million Euro beim FC-Bayern in den letzten 10 Jahren. Sie faselten von Mondpreisen beim Torwart-Kauf und sind dabei die größten Preistreiber in diesem ruinösen Gewerbe.
Wie vieler Brotkrusten bedarf es um das gesamte Söldnerpack des Fußballs mit dem Bayern-Ge(h)n zu infizieren oder in die Bundesliga zu locken?? Der gezeigte Fußball wird doch dadurch nicht interessanter sondern nur ekelerregender. Und zwischendurch wird der ganze Mist, verbal von diesen Sky-Schmarotzern so breit getreten bis ihn keiner mehr sehen und hören möchte. Was diese Balltreter und ihre Übungsleiter im einzeln und im allgemeinen den ganzen Tag über ihren Kleinkosmos erzählen zu müssen glauben, interessiert doch nicht wirklich.
Diese Figuren sind doch nur Teil einer medialen Muppet Show.
Immer häufiger stellt sich die Frage, ob diese Gestalten nicht einfach nur zu lange am Kopfballpendel gearbeitet haben?

Account gelöscht!

12.04.2013, 10:27 Uhr

Profivereine wie normale Wirtschaftsunternehmen besteuern, dann ist schnell die Luft raus.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×