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02.12.2014

09:54 Uhr

BVB-Trainer Jürgen Klopp

„Wer nur Erfolg haben will, soll Bayern-Fan werden“

VonThomas Schmitt

Viel zu lange hat Borussia Dortmund die sportliche Krise negiert. Trainer Jürgen Klopp steht im Verein offiziell nicht zur Diskussion – trotz der achten Saison-Niederlage. Nun meldet sich der Trainer selbst zu Wort.

Borussia Dortmunds Chefcoach Jürgen Klopp: Der Kult-Trainer spürt erstmals in seiner Karriere Gegenwind. Reuters

Borussia Dortmunds Chefcoach Jürgen Klopp: Der Kult-Trainer spürt erstmals in seiner Karriere Gegenwind.

DüsseldorfNach dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz ist es mit der Kuschelatmosphäre bei Borussia Dortmund vorbei. Sportdirektor Michael Zorc spricht schon vom „Abstiegskampf“, Kult-Trainer Jürgen Klopp spürt erstmals Gegenwind und muss sich unangenehmen Fragen nach seinem Job stellen.

„Ich sehe mich hier total in der Verantwortung und stelle mich dem. Ich stehe ganz bestimmt nicht im Weg, aber ich kann auch nicht gehen, bevor es eine bessere Lösung gibt“, bekräftigte Klopp trotz des deprimierenden 0:2 bei Eintracht Frankfurt seinen Willen zum Weitermachen. „Ich bin ein Kämpf. Ich bin ein besserer Trainer als 2012, aber man sieht es an der Tabelle leider nicht“, sagte Klopp der „Bild“ selbstbewusst.

Er redet Klartext: Freiwillig aufgeben will der 47-Jährige, der mit einem Vertrag bis 2018 ausgestattet ist, nicht: „Ich bin niemand für einen Rücktritt. Ich mache das ganz oder gar nicht.“ Auch Zorc wollte eine Trainerdiskussion gar nicht erst aufkommen lassen. „Jürgen stellt sich der Verantwortung. Wir sind einhundertprozentig davon überzeugt, dass wir mit ihm aus der Situation herauskommen“, sagte er. Dennoch geht die Trainer-Diskussion nun in den Medien voll los. Genauso wie in den Wettbüros, auch wenn die Mechanismen beim BVB trotz Rang 18 in der Tabelle offenbar andere sind.

Fußball: Spektakuläre Abstürze in der Bundesliga

BVB

Fußball-Vizemeister Borussia Dortmund ist nach dem 17. Bundesliga-Spieltag und dem 1:2 bei Werder Bremen Vorletzter. Aber schon andere Klubs in 51 Jahren Bundesliga haben ähnliche Abstürze hinnehmen müssen.

1969

1. FC Nürnberg: Meister 1968, Tabellen-17. 1969 (Abstieg)

1970

Rot-Weiss Essen: Tabellen-8. nach der Hinrunde 1970/1971, Tabellen-18. am Saisonende (Abstieg)

1972

Schalke 04: Vizemeister 1972, Tabellen-15. 1973

1975

Bayern München: Meister 1974, Tabellen-10. 1975

1979

Arminia Bielefeld: Tabellen-10. nach der Hinrunde 1978/1979, Tabellen-16. am Saisonende (Abstieg)

1990

Waldhof Mannheim: Tabellen-9. nach der Hinrunde 1980/1990, Tabellen-17. am Saisonende (Abstieg)

1992

MSV Duisburg: Tabellen-7. nach der Hinrunde 1991/1992, Tabellen-19. am Saisonende (Abstieg)

1996

Eintracht Frankfurt: Tabellen-10. nach der Hinrunde 1995/1996, Tabellen-17. am Saisonende (Abstieg)

2000

Borussia Dortmund: Tabellen-4. 1999, Tabellen-11. 2000

2008

1. FC Nürnberg: Tabellen-6. und DFB-Pokalsieger 2007, Tabellen-16. 2008 (Abstieg)

2011

Eintracht Frankfurt: Tabellen-7. nach der Hinrunde 2010/2011, Tabellen-17. am Saisonende (Abstieg)

2012

1. FC Köln: Tabellen-10 nach der Hinrunde 2011/2012, Tabellen-17. am Saisonende (Abstieg)

2013

Fortuna Düsseldorf: Tabellen-13. nach der Hinrunde 2012/2013, Tabellen-17. am Saisonende (Abstieg)

Der Wettanbieter mybet bietet nun eine Wette auf die Zukunft von Jürgen Klopp an. „Ist Jürgen Klopp an Weihnachten immer noch Trainer von Borussia Dortmund?", lautet diese. Richtet man sich dabei nach den Quoten des Anbieters, so muss diese Frage mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem Ja beantwortet werden. Denn der Gewinn für einen Euro Einsatz liegt für Ja bei niedrigen 1,40. Wer allerdings glaubt, dass Klopp gehen muss, der kann zur höheren Quote von 2,70 auf Nein wetten.

Nach acht Niederlagen in der Fußball-Bundesliga, so viele wie nie zuvor am 13. Spieltag, und ersten Unmutsbekundungen der eigenen Fans mochte Sportdirektor Zorc die Situation allerdings nicht mehr schönreden: „Es geht jetzt nur darum, bis Weihnachten möglichst viele Punkte zu holen, um die Abstiegsplätze zu verlassen. Alles andere wäre Schönfärberei.“

Der Sportchef fordert deshalb ein entsprechendes Umdenken bei allen Beteiligten: „Wir sind mitten im Abstiegskampf angekommen, das muss jedem klar sein. In den letzten Wochen hat man immer noch geschaut, wie sind die Abstände nach oben. Damit ist seit dem heutigen Spiel endgültig Schluss.“

Kommentare (3)

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Herr wulff baer

01.12.2014, 14:51 Uhr

Wenn man sich die Fotos näher betrachtet, ist man anschließend froh über den Anblick normaler Weiblichkeit.

Herr Thomas Ungläubig

01.12.2014, 18:01 Uhr

Bis Platz 13 sind gerade mal 3 Punkte. Und jetzt legt euch wieder hin.

Herr Kay Feske

03.12.2014, 10:58 Uhr

Und am 11.Spieltag war es gerade mal 1 Punkt. Und jetzt, schlaft schön weiter...

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