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06.11.2012

16:13 Uhr

BVB-Trainer

Klopp macht sich in den Medien rar

Lange Zeit war Jürgen Klopp in den Medien omnipräsent. Doch auch vor dem Spiel bei Real Madrid verweigert Dortmunds Coach außerplanmäßige Interviews. Viele Beobachter halten diesen Teilrückzug für eine gute Idee.

Jürgen Klopp: „Ich bin mit mir und der Mannschaft komplett im Reinen.“ Reuters

Jürgen Klopp: „Ich bin mit mir und der Mannschaft komplett im Reinen.“

MadridDie Zeitungslektüre am Morgen bereitete Jürgen Klopp wenig Freude. „Heute musste ich mal wieder lesen, wie viel negative Eigenschaften ich habe“, klagte der Trainer von Borussia Dortmund. Die Zeiten, als seine Wutausbrüche am Spielfeldrand als Kavaliersdelikte geduldet wurden, scheinen vorbei.

Mehr und mehr regt sich Kritik an seinem mitunter überschäumenden Temperament. Entsprechende Kommentare können den Seelenfrieden des Fußball-Lehrers jedoch nur bedingt beeinträchtigen: „Ich bin mit mir und der Mannschaft komplett im Reinen.“

Die Vorkommnisse bei der misslungenen Geeneralprobe für das heutige Champions-League-Gastspiel bei Real Madrid (Anstoß 20.45 Uhr, live im Ticker von Handelsblatt Online), beim 0:0 des deutschen Fußball-Meisters am Samstag gegen den VfB Stuttgart, schürten die Diskussion aufs Neue. Wutentbrannt reagierte Klopp auf den Ellbogencheck von Raphael Holzhauser, mit dem der VfB-Profi seinem Gegenspieler Sebastian Kehl das Nasenbein anbrach.

Das Wortgefecht des BVB-Trainers an der Seitenlinie mit Fredi Bobic kommentierte der Sportdirektor der Schwaben wenig später mit Unverständnis: „Das Foul war keine Absicht. Der Kloppo muss sich mal beruhigen, der kann sich nicht im Zaun halten.“

Kaum einer seiner Kollegen fällt in der Coaching-Zone so oft auf wie der Dortmunder Meistertrainer. Meistens sind die Unparteiischen die Leidtragenden. Auf rund 45.000 Euro ist der Betrag angewachsen, den er für Auseinandersetzungen mit dem Schiedsrichter-Gespann bisher zahlen musste. Fernsehbilder, die ihn als Wüterich zeigen, sind Klopp im Nachhinein selbst peinlich. „Mit mir als Mensch hat das relativ wenig zu tun.“

Kommentare (3)

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Gianni

06.11.2012, 16:36 Uhr

Sind wir froh, das wir so einen haben.
Er merkt es und arbeitet an sich. Aber auf dem Niveau knallt es eben ab und zu mal. Und einen leblosen Taktiker oder Diktator auf der Bank will wohl nicht wirklich jemand sehen.
Vielleicht kann er sich ja zukünftig immer besser im ZAUM halten, wenn er aus dem ZAUN raus ist:-)

dortmunderjunge62

06.11.2012, 18:11 Uhr

wir sollten froh sein, das die bundesliga solche geilen typen hat. lieber tausend mal kloppo, als einmal schaaf.

sonny77

06.11.2012, 19:17 Uhr

Wir alle, die wir unseren Job nicht unter den Augen zigtausender Menschen verrichten müssen sind selbstverständlich immer total gelassen, wenn ein Arbeitstag mal Mies läuft und uns oder unserem Team scheinbar Unrecht widerfährt...
Ich für meinen Teil bin froh, dass nicht jeder meine Reaktion auf Anrufe oder Mails mitbekommt, da an meinem Schreibtisch weder Zuschauer, noch Reporter oder Kameras auftauchen. Ich bekomme auch nicht so oft die gleichen dummen Fragen gestellt und wenn, dann muss ich nicht adhoc vor laufenden Kameras darauf möglichst ruhig und überlegt antworten.

Darüber hinaus finde ich es ausgesprochen gut, dass sich ein Trainer für jeden einzelnen seines Teams interessiert und sich vor sein Team stellt - und als solches eben auch mal sehr deutlich macht, dass es nicht sportlich ist, die Jungs umzuhauen oder zu treten. Wir hätten wohl alle gerne Chefs, die sich vor uns stellen....

Heißt: in unseren Jobs sind wohl viele von uns schlimmer als Kloppo und würden definitiv kein besseres Bild abgeben. Ich möchte nicht mit ihm tauschen, halte ihn aber als eine der sympathischsten Erscheinungen dieses unseren Landes und zwar exakt so, wie er ist. Ich hoffe, er lässt sich von zeitweise wenig sinnvollen Fragen und Kommentaren der Medien nicht nachhaltig verändern. ICH fände das mehr als schade

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