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13.03.2012

15:02 Uhr

Champions-League-Achtelfinale

Der FC Bayern und das große Zittern

VonAlexander Möthe

Vor dem Rückspiel gegen den FC Basel bangt der FC Bayern München um das Viertelfinale. Ein frühes Aus kann sich Bayern nicht erlauben. Mit dem FCB zittert auch die Bundesliga, denn in Europa droht der Totalsausfall.

Zurück im Mittelpunkt: Bastian Schweinsteiger. Der Mittelfeldstratege sitzt zumindest auf der Bank. dpa

Zurück im Mittelpunkt: Bastian Schweinsteiger. Der Mittelfeldstratege sitzt zumindest auf der Bank.

DüsseldorfIrgendwann am frühen Samstagabend, nicht lang nach Abpfiff dürfte in den Katakomben der Münchener Allianz Arena das Geräusch vom Herzen fallender Steine zu hören gewesen sein. Gerade hatte der FC Bayern im Bundesligaspiel gegen die TSG Hoffenheim die Kraichgauer mit 7:1 nachhause geschickt. Die hatten unter Coach Markus Babbel noch nicht verloren und waren entsprechend bedient. „Ich habe schon die Woche über gemerkt, dass sich in der Mannschaft was tut, was bewegt und wir den Hebel umlegen wollten“, gab auf der anderen Seite FCB-Trainer Jupp Heynckes zu Protokoll. Das klang nicht nach Erleichterung – war es aber.

Denn dass der Hebel vor dem Achtelfinalrückspiel der Champions League gegen den FC Basel (Dienstag, 20.45 Uhr im Liveticker auf Handelsblatt Online) überhaupt umgelegt werden musste, ist das eigentlich bemerkenswerte an dieser Spielzeit. Mit größtmöglichen Ambitionen startete der FC Bayern in die Saison, nach der laut Heynckes „besten Wintervorbereitung aller Zeiten“ stand nichts anderes als das Titel-Tripel auf der Agenda: Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League. Einerseits, weil Selbstverständnis und Standing des FC Bayern dies gebieten, andererseits, weil die sportliche Lage zu diesem Zeitpunkt diese Einschätzung grundlegend stützte. In der Liga lag der FCB mit drei Punkten Vorsprung auf Rang eins, im Viertelfinale des DFB-Pokals wartete der VfB Stuttgart – und in der Champions League zog der Verein das vermeintlich leichte Los FC Basel.

Keine zwei Monate später wurden nach der Niederlage in Leverkusen die Titelambitionen zumindest per Lippenbekenntnis zu Grabe getragen. „Ab dem heutigen Tag müssen wir sicherlich nicht mehr von der Meisterschaft reden“, ließ Manager Christian Nerlinger nach der Partie wissen, während die Chefetage, namentlich Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, dem Vernehmen nach hinter den Kulissen auf den Putz gehauen hat. Viel schlimmer war jedoch zuvor die Niederlage im Achtelfinalhinspiel gegen den FC Basel. „Mia san mia“, die Selbstverständlichkeits-Klausel, mit der der bayerische Erfolg oft begründet wird, hatte einen herben Schlag erlitten. Das Wort Krise fiel, Auseinandersetzung zwischen den Spielern wurden hochgekocht und selbst die Trainerdiskussion schlug erste Fünkchen. Und dennoch waren nach außen fast nur moderate Töne zu hören. Defensive Töne, die den Mannschaftsgeist beschworen – und keine falschen Erwartungen wecken sollten. Überspitzt ausgedrückt: Ungewohnter Realismus  - aus Angst, zu versagen.

Denn gegen den „kleinen FCB“ aus Basel steht der deutsche Rekordmeister mit dem Rücken zur Wand. Mindestens mit zwei Toren Abstand müssen die Münchener gewinnen, um direkt in die nächste Runde einzuziehen. Die Nervenschlacht von Verlängerung und Elfmeterschießen dürften sich alle Beteiligten gerne ersparen wollen. Auf dem Spiel steht der Traum vom Champions-League-Finale im eigenen Stadion. Ein Traum, der, selbst wenn lediglich von Ehrenpräsident Franz Beckenbauer offensiv als Saisonziel formuliert, im Kopf jedes einzelnen Spielers, Funktionärs und Fans steckt. Ein Traum, der eine Verpflichtung impliziert und zu Unzeiten für eine Spielblockade gesorgt hat. Der Kantersieg gegen Hoffenheim deutet gerade noch rechtzeitig auf die Rückkehr der Leichtigkeit des bayerischen Seins hin. Auch eine weitere Rückkehr sorgt für Hoffnung: Der lange verletzte Bastian Schweinsteiger kommt gegen Basel zumindest von der Bank. Mit ihm zeigten sich die Bayern auch in dieser Saison immer wieder als hochbegabtes Kollektiv und nicht als ein Kollektiv von Hochbegabten.

Kommentare (4)

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Besserwisser

13.03.2012, 15:48 Uhr

was soll das letzte gequassel von manchester? die sind schon in der vorrunde raus und arsenal hatte zwar letzte woche mit 3:0 gewonnen, aber eben ein tor weniger als milan im hinspiel. chelsea ist nun mit dem rücken zur wand. aber ein einfaches 2:0 reicht gegen neapel und die sind wieder im geschäft.

NT82

13.03.2012, 16:47 Uhr

Naja, die Clubs aus Manchester sind zwar aus der Champions League raus, sind aber noch in der Euro League vertreten und haben dort Ihre Hinspiele verloren und stehen somit auch vor dem ausscheiden dort!!! Das war im Artikel gemeint!
Und ein "einfaches" 2:0 gegen Neapel ... so einfach wird das wohl sicher nicht! Selbst Manchester City hat im eigenen Stadtion in der Gruppenphase der Champions League seine Probleme gegen die Italiener gehabt!

Besserwisser

14.03.2012, 10:17 Uhr

jaja. der artikel ist ja sowas von überzogen gewesen. das große zittern kam eher von den baslern. oder hat man eher sich vor den bösen basler hooligans gefürchtet? jedenfalls haben die basler wohl zu nach am hofbräuhaus übernachtet. die packung haben sie verdient. nun können die bayern ordentlich fahrt aufnehmen. mindestens das halbfinale sollte drin sein.

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