Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.09.2012

18:01 Uhr

Champions-League-Auftakt

Bayern wollen dem Trauma trotzen

So nah und doch so fern: Nach der Finalniederlage im eigenen Stadion beginnt für den FC Bayern München eine neue Champions-League-Zeitrechnung. Die Erwartungen sind allerdings hoch natürlich auch wegen Javi Martinez.

Wiesn-Stimmung? Gegen Valencia soll die Champions League für Bayern direkt wieder o'zapft sein. dpa

Wiesn-Stimmung? Gegen Valencia soll die Champions League für Bayern direkt wieder o'zapft sein.

MünchenJetzt erst recht! Auch wenn Javier Martínez beim schmerzhaften Final-Drama gegen Chelsea noch nicht in München war - beim ersten Akt der Vergangenheitsbewältigung des FC Bayern will der 40-Millionen-Mann unbedingt mit anpacken, erst recht gegen einen Gegner aus seinem Heimatland Spanien. Ein Auftaktsieg gegen den FC Valencia soll auch Bastian Schweinsteiger exakt vier Monate nach dem bitterem Fehlschuss im Elfmeterschießen wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern. „Champions League, 20.45 Uhr, das ist eine besondere Atmosphäre, nicht nur für uns Spieler“, sagte die tragische Figur des Heimendspiels vom 19. Mai zum Neubeginn in der Münchner Arena.

Schweinsteiger ist nach leidvollen Monaten fast wieder der Alte und bei Jupp Heynckes längst wieder gesetzt. Martínez dagegen wartet noch sehnsüchtig auf das richtige Startsignal des Bayern-Trainers. Am Mittwochabend (20.45 Uhr/ZDF/Sky) dürfte es endlich soweit sein. „Javi steigert sich im Training und hat bereits die Akzeptanz der anderen Spieler. Er ist eine Persönlichkeit“, erklärte Heynckes am Dienstag. Auch Franck Ribéry soll ins Team zurückkehren. Der Franzose ist wie Arjen Robben nach muskulären Problemen wieder einsatzfähig.

Martínez brennt auf sein Debüt in der Fußball-Königsklasse. „Als das Los auf Valencia fiel, habe ich mich gefreut, dass ich gegen viele Spieler spiele, die ich kenne“, berichtete der Neuzugang aus Bilbao. Sein großes Können konnte der 24-Jährige bislang nur bei zwei Bundesliga-Kurzeinsätzen andeuten. Gegen Valencia aber möchte er seine Insider-Kenntnisse selbst auf dem Platz anwenden und nicht nur Schweinsteiger und Co. wertvolle Tipps geben. „Ich kenne den Gegner sehr gut. Sie haben sehr gute Spieler“, schilderte Martínez. Vor allem vor der Offensive des Münchner Finalgegners von 2001 um seinen Nationalteamkollegen Roberto Soldado warnt Martínez.

Champions-League-Prämien

Hohe Ausschüttung

Die Champions League bleibt für die Uefa und die teilnehmenden Fußball-Klubs ein florierendes Geschäft. Mehr als 900 Millionen Euro werden in dieser Spielzeit ausgeschüttet.

Sichere Startprämie

Als fixe Startprämie verbuchen alle 32 Vereine 8,6 Millionen Euro. In der Summe sind für den Champions-League-Sieger im besten Fall mehr als 60 Millionen Euro möglich.

Siegprämien

Pro Sieg in der Gruppenphase gibt es eine Million Euro, für jedes Unentschieden halb so viel. Erfolg zahlt sich auch in der K.o.-Runde richtig aus. 3,5 Millionen Euro überweist die UEFA für den Achtelfinal-Einzug, weitere 3,9 Millionen für das Erreichen des Viertelfinales. Die Halbfinalisten erhalten 4,9 Millionen Euro, der unterlegene Finalist 6,5 Millionen. Der Sieger des Endspiels Ende Mai in Lissabon bekommt 10,5 Millionen Euro überwiesen. Dazu kommen Ticketeinnahmen in Millionenhöhe.

Bayern verdienen am meisten

Der FC Bayern kommt nach dem Achtelfinale bereits auf 28,76 Millionen Euro Startgeld und Prämien. Dortmund nahm 24,85, Leverkusen 21,43 und Schalke 18,51 Millionen Euro ein. Ziehen die Bayern ins Viertelfinale ein, würden die Gesamteinnahmen bereits annähernd 50 Millionen Euro betragen.

Der Titel war viel Geld wert

Beim Titelgewinn 2013 kassierten die Münchner insgesamt 55,046 Millionen Euro an Uefa-Prämien, davon 19,146 Millionen aus dem Markt-Pool. Hinzu kamen rund 15 Millionen Euro an Zuschauer-Einnahmen aus sechs Heimspielen.

Vergleich Europa League

Die Gelder in der Europa League sind im Vergleich zur Königsklasse nur Trostpflaster. Im kleinen Europacup fließen nur mehr als 200 Millionen Euro an die 48 Vereine. Der Cupsieger bekommt fünf Millionen Euro, der unterlegene Finalist muss sich mit 2,5 Millionen Euro begnügen. Mit speziellen Bonifikationen kann der Europa-League-Sieger fast zehn Millionen Euro einstreichen.

„Javi wird uns in der Champions League weiterhelfen“, erklärte Kapitän Philipp Lahm. Die „sehr bittere“ Endspiel-Niederlage müsse aus den Köpfen sein, das Fernziel bleibt der Titelgewinn: „Warum nicht noch mal Finale?“, fragte Lahm: „Wir sind konkurrenzfähig.“

Auch die Bayern-Bosse wollen ihre „Sehnsucht“ nach der Krönung zu Europas Champions nicht aufgeben, wie Karl-Heinz Rummenigge erklärte: „Es ist ein Traum von uns, diesen wunderbaren Pokal wieder einmal in Händen zu halten. Aber es wird wahnsinnig schwer.“

Schon der Start hat es in sich. Valencia gilt als der „ärgste Konkurrent“ (Lahm) um den angestrebten Gruppensieg in der Staffel F mit OSC Lille und BATE Borrisow als weiteren Kontrahenten. „Valencia ist ein großer Gegner. Wir müssen schon eine große Leistung bringen, um zu gewinnen“, mahnte Heynckes. In der Liga habe Valencia in dieser Saison 1:1 bei Real Madrid gespielt und auch nur 0:1 in Barcelona verloren. „Alle Achtung!“, warnte Spanien-Kenner Heynckes.

Der erst im Sommer als Trainer nach Valencia zurückgekommene Ex-Spieler Mauricio Pellegrino kann im übrigen nachfühlen, mit welchen Gefühlen die Bayern nach dem verlorenen Finale gegen Chelsea zu kämpfen hatten. Der Argentinier scheiterte 2001 im Endspiel von Mailand mit dem alles entscheidenden Elfmeter an Oliver Kahn. Vor dem Wiedersehen mit den Bayern „kommt es wieder hoch“, bekannte Pellegrino im Rückblick auf diese „große Enttäuschung“.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×