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23.04.2015

13:38 Uhr

Champions League

BVB versichert sich gegen Umsatzverluste

Borussia Dortmund wird sich in dieser Saison nicht mehr für die Champions League qualifizieren. Das ist sportlich bitter. Doch der finanzielle Verlust dadurch hält sich offenbar in Grenzen – dank einer Versicherung.

Borussia Dortmund hat gut Lachen: Obwohl sich der Verein wohl nicht für die Champions League qualifiziert, entstehen dem Ruhrpottclub offenbar kaum finanzielle Nachteile. ap

BVB hat sich abgesichert

Borussia Dortmund hat gut Lachen: Obwohl sich der Verein wohl nicht für die Champions League qualifiziert, entstehen dem Ruhrpottclub offenbar kaum finanzielle Nachteile.

Der Fußballverein Borussia Dortmund hat sich offenbar mit einer ungewöhnlichen Versicherungspolice gegen Einnahmeverluste abgesichert. Der Klub wird sich in dieser Spielzeit erstmals seit fünf Jahren nicht für die Teilnahme an der Champions League qualifizieren, bekommt aber wohl den Großteil der Einnahmen, die ihm dadurch entgehen, ersetzt.

Der Versicherungsvertrag des einzigen börsennotierten deutschen Fußballvereins läuft demnächst bereits das dritte Jahr, wie zwei mit den Vorgängen vertraute Personen berichten. Abgesichert ist der Einnahmeausfall aus einer verpassten Champions-League-Teilnahme demzufolge über ein Versicherungskonsortium mit rund zwölf Mitgliedern unter der Führung von Catlin und XL.

Dortmund erzielte in dem Geschäftsjahr bis 30. Juni 260,7 Millionen Euro an Einnahmen. In der vergangenen Saison erhielt der Klub laut Angaben des Fußballverbands Uefa 34,7 Millionen Euro an Preisgeldern, weil er das Viertelfinale erreichte.

Lediglich drei Manager im Verein wissen von der Versicherungspolice, wie eine der informierten Personen berichtet. Diese Vertraulichkeit wurde von den Versicherern gefordert, um zu verhindern, dass die von Jürgen Klopp trainierte Mannschaft im Kampf um einen hohen Tabellenplatz nachlässt. Hans-Joachim Watzke, der Vorstandschef des Klubs, lehnte es in einer E-Mail ab, sich dazu zu äußern.

BVB: Fakten zu Borussia Dortmund

Wertvollste Spieler

Marco Reus (40 Millionen Euro), Pierre-Emerick Aubameyang (65 Millionen Euro)

Sponsoren

Trikotsponsor: Evonik, mindestens 12 Millionen Euro/Jahr, über 20 Millionen/Jahr möglich, bis 2025
Ausrüster: Puma, bis 2020, sechs Millionen Euro/Jahr
Partner: u.a. Opel, Turkish Airlines

Kader

Marktwert des Kaders: rund 380 Millionen Euro (Mai 2017)

Quelle: transfermarkt.de

Umsatz - Konzern

2015/16 - 376 Millionen Euro
2014/15 - 276 Millionen Euro
2013/14 - 260,7 Millionen Euro
2012/13 - 305 Millionen Euro
2011/12 - 223 Millionen Euro

Gewinn nach Steuern

2015/16 - 29, 4 Millionen Euro
2014/15 - 5,5 Millionen Euro
2013/14 - 12 Millionen Euro
2012/13 - 51,2 Millionen Euro
2011/12 - 27,5 Millionen Euro

Geschäftsführung

Vorsitzender: Hans-Joachim Watzke
Mitglieder: u.a. Thomas Treß (Finanzen), Michael Zorc (Sport), Carsten Cramer (Vertrieb, Marketing)

Aufsichtsrat

Vorsitzender: Gerd Pieper
Die Neulinge sind: Ulrich Leitermann (Signal Iduna), Björn Gulden (Puma) und Dr. Werner Müller (RAG-Stiftung) - sowie Dr. Reinhold Lunow (Facharzt und Schatzmeister des BVB e.V.) als Ersatz für den bereits im Sommer ausgeschiedenen Friedrich Merz.

Essen und Trinken

Ein Wasser (0,5 l) kostet: 3,40 Euro
Ein Bier der Marke Brinkhoff´s No. 1 (0,4 l) kostet: 3,70 Euro
Eine Bratwurst kostet: 3,50 Euro

Quelle: Transfermarkt.de

Stadion

Name: Signal Iduna Park
Sponsoring-Vertrag: bis 2021 für fünf Millionen Euro pro Jahr
Fassungsvermögen: 80.645 Zuschauer

Preisstrategie

Die Geschäftsführung des BVB will die Preise für Tickets, Bier und Bratwurst "in den nächsten Jahren nicht erhöhen". Dies erklärte Geschäftsführer Watzke auf der Bilanzpressekonferenz Ende August 2016 in Dortmund. Die besondere Stadion-Kultur in Dortmund solle erhalten bleiben. Dazu zählt auch, dass bundesligaweit die Preise für Bier und Bratwurst zu den niedrigsten gehören.

Im englischen Fußball sind solche Versicherungen verboten, um Manipulationen von Spielen zu verhindern. In anderen europäischen Ländern seien die Policen jedoch bei den Verantwortlichen der Spitzenklubs begehrt, sagte Tom Mitchell, Direktor bei Sportsrisq Capital in London.

„Es wird ein Trendthema“, so Mitchell. Im Fußball, wie in jedem anderen Geschäft, müssten sich die Aktionäre und Eigner der Klubs gegen Risiken absichern, führte er aus. Dabei sei eine gescheiterte Champions-League-Qualifikation eines der größten finanziellen Risiken für Vereine in den europäischen Spitzenligen, so Mitchell. Die Aktie von Dortmund ist in diesem Jahr um 8,6 Prozent gefallen - unter anderem, weil früh klar war, dass der BVB die Champions League wohl verpassen würde.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

23.04.2015, 14:24 Uhr

Auch diese Versicherung will ihr Geld abgeischert sehen. Somit wird diese Versicherungen Bürgschaften in Form von Beteiligung am BVB haben. Für das BVB Managment heißt dies, dass dies keine freie Entscheidung in Zukunft mehr treffen werden kann. Und hier liegt die Gefahr...zuviele Köche (Investoren=Versicherungsteilnehmer) verderben meistens den Brei.

Herr Sebastian Finke

23.04.2015, 16:13 Uhr

Also das ist nun wirklich Quatsch - in jeglicher Hinsicht:
1) Seit wann muss denn ein Versicherungsnehmer Garantien bei einer Versicherung hinterlegen? Wenn dies der Fall wäre, müsste eine Versicherung kostenlos sein, denn das Versicherungsrisiko (= Leistung der Versicherung, für die ich meine Prämie bezahle) würde ich in dem Falle ja selbst tragen. Versicherungen holen sich ihre "Sicherheiten" (und dies nur bei außergewöhnlich hohen Deckungssummen) bei Rückversicherern - sonst nirgendswo!
2) Die Marktkapitalisierung des BVB beträgt atuell 429 Mio. Euro. Welches Mitspracherecht hätte folglich ein Investor, der lediglich indirekt durch Bürgschaften unter gewissen Umständen gerade mal Zugriff auf 1% der Anteile hat?

Frau Ute Umlauf

23.04.2015, 18:07 Uhr

Der BVB wird von Dilettanten verwaltet. Versicherung hin, Versicherung her ... wer so viel Geld mit Fehleinkäufen verbrennt landet unweigerlich im Bankrott.
Ein Geschäftsmodell ist beim BVB nicht erkennbar!! Daher die Aktie auf Ramsch Niveau.

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