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03.06.2017

10:48 Uhr

Champions League

Das Milliardenspiel zwischen Juventus und Real

VonThomas Schmitt

Real Madrid gegen Juventus Turin: Das ist heute das Duell der besten Klubs aus Italien und Spanien. Das Champions-League-Finale ist wirtschaftlicher Höhepunkt der Saison. Es sichert beiden das Kapital der Zukunft: Fans.

Uefa-Botschafter Ian Rush (links) and der walisische erste Minister Carwyn Jones halten den Pokal, den Real Madrid und Juventus Turin in Cardiff gewinnen wollen. AP

Der Pott

Uefa-Botschafter Ian Rush (links) and der walisische erste Minister Carwyn Jones halten den Pokal, den Real Madrid und Juventus Turin in Cardiff gewinnen wollen.

DüsseldorfKein Spiel symbolisiert die wirtschaftliche Macht des Fußballs so sehr wie das Finale der Champions League an diesem Samstag. Erneut treffen zwei Teams aufeinander, die den europäischen Fußball in den vergangenen Jahren sportlich und wirtschaftlich dominiert haben. Ihre herausragende Stellung belegt ein kombinierter Unternehmenswert von 4,2 Milliarden Euro.

Beide können ihre Bedeutung im Fußballgeschäft durch dieses Spiel weiter ausbauen. Denn dieses Finale bringt weltweit eine extrem große Aufmerksamkeit mit sich. Hunderte Millionen Menschen schauen zu. Beide Klubs können dadurch das Kapital der Zukunft erstens sichern und zweitens erweitern: Fans, die ihnen vielleicht ein Leben lang treu bleiben.

Zahlen und Fakten zu Juventus Turin

Tradition

Die Geschichte des Vereins beginnt im Jahre 1897. Juve“ wurde damals von 13 Studenten des Turiner Massimo-d’Azeglio-Gymnasiums als Augusta Tourinorum gegründet.

Schwarz und Weiß

Aufgrund eines Zufalls werden seit 1903 tritt „Juve“ im weiß-schwarzen Dresse an. Ein englischer Emigrant wollte der Mannschaft eine neue Ausrüstung schenken und gab diese in Nottingham in Auftrag. Dort kam es zu einer Verwechslung: Bestellt waren rosa-schwarz gestreifte Trikots, der Textilhersteller dachte jedoch, die Trikots seien für den regional ansässigen Fußballklub Notts County bestimmt produzierte in weiß-schwarz. In Turin war man zwar alles andere als begeistert, mangels Alternativen sah man sich jedoch schon bald dazu gezwungen, die neuen Trikots zu verwenden.

Rekordmeister

Der Klub gilt als einer der traditionsreichsten und erfolgreichsten Fußballvereine der Welt und ist Rekordmeister Italiens.

Titelsammler

Im Laufe seiner Vereinsgeschichte gelang es dem Verein, alle drei Europapokale – UEFA-Pokal, Europapokal der Pokalsieger sowie den Europapokal der Landesmeister – für sich zu entscheiden. Dies gelang wenigen anderen Klubs.

Stadion

Seine Heimspiele trägt Juventus seit der Saison 2011/12 in dem neu erbauten Juventus Stadium aus. Mit dem Einstieg des Sponsors Allianz heißt die Arena ab der Saison 2017/18 „Allianz Stadium“. Der Sponsoring-Vertrag läuft bis zum 30. Juni 2023.

Trainer und Präsident

Juventus wird seit Juli 2014 von Massimiliano Allegri trainiert. Präsident des Vereins ist Andrea Agnelli.

Der Agnelli-Clan

Der Agnelli-Clan ist Mehrheitseigentümer und unterhält seit 1923 enge Verbindungen zum Verein. Sowohl Giovanni Agnelli als auch Umberto Agnelli waren zeit ihres Lebens eng mit dem Fußballklub verbunden und standen dem Verein bis zum Tod als Ehrenpräsidenten vor.

Umsatzexplosion

Kern-Umsatz 2010/11: 153,8 Millionen Euro (Spieltag, TV-Rechte, Sponsoren). Seither hat sich der Umsatz mehr als verdoppelt.

Umsatz 2015/16

Kern-Umsatz 2015/16: 341,5 Millionen Euro (Spieltag, TV, Sponsoren)

Vorjahre: 324,7 Millionen (2014/15), 279,3 Millionen (2013/14), 272,4 Millionen (2012/13), 195,4 Millionen Euro (2011/12)

Unternehmenswert

Der Beratungskonzern KPMG schätzt den Wert des Klubs - gemessen an den Zahlen für 2016 - auf 1,2 Milliarden Euro. Damit liegt Juventus in Europa auf Platz 9.

Die Anhängerschaft vor allem international auszubauen, wird im modernen Fußballgeschäft immer wichtiger. Denn das nationale Fanpotenzial ist weitgehend ausgeschöpft und zum größten Teil vergeben. International schauen jedoch viele Sportfans nach Europa und sind bereit, sich längerfristig an einen oder mehrere Klubs emotional zu binden.

Sportliche Erfolge sind die ideale Basis, um neue Fans in Amerika und Asien zu binden. Wem dies am besten gelingt, der hat dann auch keine Probleme, neue Geldquellen zu finden. Das können Sponsoren sein, die weltweit oder in bestimmten Regionen werben wollen. Oder TV-Stationen, die viel Geld für Übertragungsrechte bezahlen.

Real Madrid

Status

Der Klub ist 1902 gegründet worden. Er gilt als wichtigster Fußballverein der Welt.

Wert des Klubs

Die Fußballspezialisten von Forbes und KPMG schätzen den Wert von Real Madrid auf knapp drei Milliarden Euro. Nur der FC Barcelona und Manchester United kommen auf ähnlich hohe Werte.

Teuerste Spieler

Cristiano Ronaldo (110 Millionen Euro Marktwert), Gareth Bale (80 Millionen Euro), James Rodriguez (80 Millionen Euro)

Quelle: Transfermarkt.de

Kader

Real Madrid besitzt den wertvollsten Kader aller Fußballteams. Die Experten von Transfermarkt.de schätzen den Marktwert auf rund 715 Millionen Euro (Januar 2016).

Umsatz

Real Madrid erzielte für die Saison 2014/15 einen neuen Rekordumsatz. 660 Millionen Euro nahm der Klub ein.

Gewinn

Der Verein erwirtschafte in der Saison 2014/15 vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen einen Gewinn von 135 Millionen Euro (Ebitda). Dies liegt um gut acht Prozent über dem Wert der Vorsaison.

Schulden

Im Gegensatz zum FC Bayern ist Real Madrid relativ hoch verschuldet. Die Nettoschulden stiegen von 71,9 Millionen Euro auf 95,8 Millionen Euro an.

Heimatstadion

Estadio Santiago Bernabéu, 1955 benannt nach dem spanischen Stürmer und jahrzehntelangen Vereinspräsidenten. Kapazität: 81.044 Plätze

Spanische Meistertitel

33, zuletzt 2016/17.

Pokalsiege

19, zuletzt 2013/2014.

Champions-League-Siege

11, zuletzt 2015/2016.

Vereine, die mehr Geld zur Verfügung haben, können sich wiederum die besten Spieler leisten. Die Chance, kleinere Konkurrenten auf Dauer an die Wand zu spielen, erhöht sich damit enorm. Dies vergrößert gleichzeitig aber auch die wirtschaftliche Spaltung, die den Fußball bereits kennzeichnet: Das große Geld konzentriert sich auf ein Dutzend Klubs, der Rest muss sehen, wo er bleibt.

Das aktuelle Finale der Champions League zwischen Real und Juventus bestätigt diesen Trend. Die Bedeutung beider Vereine in Europa ist überragend. Real Madrid gilt vielen als die beste Marke im Fußball. Den Wert des Unternehmens schätzen die Experten des Beratungskonzerns KPMG auf knapp drei Milliarden Euro. Tendenz: steigend.

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