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03.05.2013

08:41 Uhr

Champions League

Deutsches Finale wird zum nationalen Fußballfest

In Berlin laufen die Planungen für eine Fanmeile. In Dortmund wird die Innenstadt zur Feier-Stätte. In München ist man indes noch auf der Suche nach einem geeigneten Public-Viewing-Ort.

Die Dortmunder Spieler bedanken sich am Flughafen in Dortmund nach der Ankunft aus Madrid bei den Fans. Trotz der 2:0 Niederlage bei Real Madrid zog der Bundesligist Borussia Dortmund in das Champions-League-Finale ein. dpa

Die Dortmunder Spieler bedanken sich am Flughafen in Dortmund nach der Ankunft aus Madrid bei den Fans. Trotz der 2:0 Niederlage bei Real Madrid zog der Bundesligist Borussia Dortmund in das Champions-League-Finale ein.

BerlinDas historische deutsche Finale in der Champions League dürfte zum nationalen Fußball-Fest werden. In Berlin können die Fans voraussichtlich wie sonst bei Europa- oder Weltmeisterschaften das Endspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München auf der längst schon legendären Fanmeile vor dem Brandenburger Tor verfolgen. „Wir hatten schon vor dem 1. Mai einen formlosen Antrag des Veranstalters vorliegen“, sagte der Bezirksbürgermeister von Mitte, Christian Hanke (SPD), am Donnerstag der dpa.

In Dortmund soll die Partie am 25. Mai gleich an drei Orten in der Innenstadt auf Großbildleinwänden übertragen werden, so die bisherigen Pläne der Westfalen. Probleme bereitet die Suche nach der passenden Örtlichkeit hingegen den Münchnern. Ein Jahr nach dem verlorenen „Finale dahoam“ gegen den FC Chelsea würden die Bayern die Partie am liebsten auch wieder im Olympiastadion übertragen. So wie 2012, als 65 000 Zuschauer mitjubelten und mitlitten. Das Problem: Einen Tag nach dem Finale in London startet Bruce Springsteen in der alten Bayern-Heimspielstätte seine Deutschland-Tournee.

Wirtschaftsfakten der Champions League

Prämien

In der Saison 2010/2011 schüttete die Uefa insgesamt 754,1 Millionen Euro an die 32 Teilnehmer der Champions League aus. Neben einer Antrittsprämie von 3,9 Millionen gab es 550.000 Euro für jedes Vorrundenspiel, 400.000 Euro für ein Remis und 800.000 für einen Sieg in der Gruppenphase.
Die Qualifikation für das Achtelfinale war der Uefa 3 Millionen Euro wert, für das Viertel- und das Halbfinale gab es 3,3 und 4,2 Millionen Euro Prämie. Während sich der unterlegene Finalist mit 5,6 Millionen Euro trösten durfte, kassierte Sieger Barcelona für den Titel satte 9 Millionen Euro.

Market Pool

Neben den Siegprämien werden an die Vereine Anteile des Market Pools ausgeschüttet, in dem die Einnahmen durch Fernsehgelder gesammelt sind. In der vergangenen Saison waren das 341 Millionen Euro.
Der Anteil der einzelnen Teams ist dabei neben der Menge an Spielen auch von den im eigenen Land bezahlten Fernsehgeldern abhängig und der Ligaplatzierung des Vorjahres abhängig. So konnte Manchester United als unterlegener Finalist 2011 trotzdem insgesamt knapp 2 Millionen Euro mehr einnehmen als Sieger Barcelona.

Solidarzahlungen

Ein Teil der Prämien gingen zudem an Mannschaften, die bereits in einer der Qualifikationsrunden ausgeschieden sind. Jeder gescheiterte nationale Meister erhielt 200.000 Euro Antrittsprämie, jedes Team 130.000 Euro für das Erreichen der nächsten von insgesamt drei Runden, also maximal 590.000 Euro.

So viel Geld bekamen die Klubs

Die Einnahmen ausgewählter Teams in der Champions-League-Saison 2011:

FC Barcelona: 51,025 Millionen Euro
Manchester United: 53,197 Millionen Euro
Real Madrid: 39,822 Millionen Euro
FC Schalke: 39,288 Millionen Euro
Inter Mailand: 37,982 Millionen Euro
Bayern München: 32,562 Millionen Euro

Sponsoren

Die Uefa lässt in jeder Drei-Jahres-Periode nur maximal acht Hauptsponsoren für die Champions League zu, deren Branchen sich nicht überschneiden dürfen. Im Moment sind das die Firmen Ford, Mastercard, Sony Ericsson, Sony Europe, Playstation als Marke der Sony Computer Entertaintmend Europa, UniCredit und in allen Ländern, in denen Alkoholwerbung erlaubt ist, Heineken. Adidas als Lieferant des offiziellen Spielballs ist nur Ausrüster und damit Nebensponsor.
Die Vereine dürfen weiterhin ihren persönlichen Hauptsponsoren auf dem Trikot tragen, allerdings nur diesen einen. Der Mediawert der aktuell sieben Hauptsponsoren der Champions League wird auf 15 Millionen Euro geschätzt. Für die kommenden drei Jahre stehen als Sponsoren bereits Heineken, UniCredit, Ford, Mastercard und Playstation fest.

Fernsehrechte

Die Übertragungsrechte an der Champions League werden ebenfalls alle drei Jahre für die kommenden drei Spielzeiten vergeben, getrennt nach Free-TV- und Pay-TV-Sendern. Während in der Saison 2011 noch Sky Deutschland und Sat1 die Spiele übertragen, übernahm das ZDF ab Sommer 2012 für drei Jahre die Berichterstattung im Free-TV.
Die Rechte gelten für ein Spiel pro Matchwoche sowie die Übertragung des Finals und des Super Cups – online und im Fernseher. Außerdem umfasst der Vertrag das Zeigen von Spielzusammenfassungen anderer Partien. Offizielle Zahlen zu den Kosten der Rechte gibt es nicht, Experten schätzen den Preis pro Jahr aber auf über 50 Millionen Euro.

„Wir sind mit dem Veranstalter in Kontakt und prüfen, ob man einen Tag vorher noch ein Public Viewing auf die Beine stellen kann“, sagte ein Sprecher des Olympiaparks am Donnerstag. Alternativ könne man sich auch - wie bei der Heim-WM 2006 - ein Public Viewing mit einer Leinwand im Olympia-See vorstellen. Das sei aber logistisch nicht so leicht zu bewerkstelligen. Und die Allianz-Arena? Auch schwierig. Wegen dreimonatiger Bauarbeiten fährt die U-Bahn zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zur aktuellen Heimspielstätte des FC Bayern.

Im Notfall kommen sie halt einfach in die Hauptstadt. „Wir kriegen das wohl hin, weil es keine anderen großen Veranstaltungen am 25. Mai gibt“, sagte der zuständige Bezirksbürgermeister. Bereits einen Tag nach dem Finaleinzug der Bayern sollte es in Berlin ein erstes Treffen der Behörden mit den Veranstaltern geben.

Mit einer Entscheidung wird aber nicht vor Ende nächster Woche gerechnet. Die Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule dürfe nicht zur Dauer-Festmeile werden, hieß es. „Doch bei diesem deutschen Champions League-Endspiel sind die Emotionen sehr stark, dass es ein schönes Fest werden könnte“, sagte Bezirksbürgermeister Hanke.

In Dortmund wird indes schon der Tag danach geplant. Sollte der BVB in London triumphieren, soll die Mannschaft am 26. Mai in einem Auto-Korso durch die Innenstadt gefahren werden - und auch das soll auf den Leinwänden übertragen werden.

Von

dpa

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