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24.05.2013

11:24 Uhr

Champions League-Finale

Wie gelingt das diesen Deutschen?

Nicht nur in der Wirtschaft läuft es, sondern auch im Fußball. Unter Neid mischt sich Anerkennung – und der Wunsch, es ebenso zu machen. Das sagen die europäischen Kommentatoren zum deutschen Finale.

Champions League

Dortmund stimmt sich auf's Finale ein

Champions League: Dortmund stimmt sich auf's Finale ein

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BerlinNiedrige Jugendarbeitslosigkeit, stabile Regierung, Fels in der Brandung einer europaweiten Rezession - und jetzt machen die Deutschen auch noch das Champions-League-Finale unter sich aus. Viele Fußballfans aus England, Spanien, Italien, Frankreich und Portugal verspüren mit Blick auf das große Spiel an diesem Samstag (25. Mai) in London wenig Begeisterung. Kommentatoren in diesen Ländern treibt dieser Tage die Frage um: Wie machen die Deutschen das? Ist es ihre vielbeschworene Arbeitswut, die sie erfolgreicher sein lässt als ihre Nachbarn - jetzt auch im Fußball? Ist es der ihnen nachgesagte Perfektionismus, ihr Fleiß und ihre Verbissenheit?

Fakten zum Wembley Stadion

Gebaut

1923 (damals Empire-Stadion)

Kosten: 750.000 Pfund

Kapazität

90.000 Zuschauer

Architekten

Sir John Simpson und Maxwell Ayerton (altes Stadion)

Foster + Partners und Populous (neues Stadion)

Erstes Spiel im alten Wembley-Stadion

FA-Cup-Finale 1923 (Bolton Wanderers gegen West Ham United)

Offiziellen Schätzungen zufolge lag die Zuschauerzahl bei diesem Spiel mit rund 127.000 deutlich höher, als es die Kapazität des Stadions eigentlich erlaubt hätte.

Olympische Spiele

Bei den Olympischen Spielen 1948 war Wembley der Hauptaustragungsort. Bei den Olympischen Spielen 2012 wurden hier lediglich einige Fußballspiele ausgetragen.

Letztes Spiel im alten Wembley-Stadion

England gegen Deutschland 0:1 (Torschütze: Dietmar Hamann)

Neubau

2003 bis 2007

Erstes Pflichtspiel im neuen Wembley-Stadion

FA-Cup-Finale am 19. Mai 2007

FC Chelsea gegen Manchester United 1:0 (Torschütze: Didier Drogba)

Veranstaltungen

Neben Fußballspielen wird das Wembley Stadion auch als Konzertbühne genutzt. Zu den Künstlern, die dort bereits Konzerte gaben, gehören George Michael, Muse, Foo Fighters und Take That.

Was in den Kommentarspalten vieler europäischer Zeitungen zu lesen ist, bedient auch Klischees. Alte Ressentiments bleiben spürbar, neue sind im Zuge der Finanzkrise dazugekommen. Immer wieder schwingt aber auch Bewunderung mit: Deutschland als Vorbild - für einige Kommentatoren durchaus eine Option. Etwa in der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“: „Dieses Mal reden wir über Fußball, die Deutschen fahren ins Wembley-Stadion. Aber die Lektion von Ordnung und Talent gilt über den Fußball hinaus und betrifft alle anderen europäischen Völker.“

Im Gastgeberland England, wo das Deutschlandbild noch immer häufig von der Erinnerung an die Nazi-Zeit beeinflusst wird, brachte die Leistung der deutschen Fußballer neue Erkenntnisse. „Das teutonische Modell lehrt uns Dinge, auf die wir hören sollten“, schreibt zum Beispiel ein Kommentator im „Independent“. Die - zumindest im Vergleich zu England - finanziell nachhaltige Art, deutsche Fußballclubs zu führen, sei ein Spiegelbild des Landes. Der „New Statesman“ untermauert diese These und fragt gar auf einem Titelbild: „Warum können wir nicht etwas mehr Deutschland sein?“

Die portugiesische Sportzeitung „Record“ formuliert es so: „Am Ende gewinnen immer die Deutschen. So wie in der Wirtschaft, beginnt Deutschland nun auch im Fußball-Europa seine Stärke zu zeigen. Bayern und Dortmund bringen die Vorzüge des germanischen Modells deutlich zur Geltung: eine beneidenswerte finanzielle Gesundheit, gepaart mit einer Konzentration auf die Ausbildung.“

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