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03.11.2015

22:57 Uhr

Champions League

Gladbach vergibt letzte Chance gegen Juventus

Borussia Mönchengladbach muss die Champions League-Hoffnungen begraben. Das 1:1 gegen Italiens Rekordmeister Juventus Turin reicht nicht, um die Chance in der Gruppe D zu wahren. Auch die Wolfsburger stehen vor dem Aus.

Der Gladbacher Granit Xhaka (links) und Turins Alvaro Morata kämpfen um den Ball. dpa

Borussia Mönchengladbach - Juventus Turin

Der Gladbacher Granit Xhaka (links) und Turins Alvaro Morata kämpfen um den Ball.

Mönchengladbach, EindhovenDie Mannschaft der Stunde in der Fußball-Bundesliga hat die Chance auf die nächste Runde in der Champions League verspielt. Auch am vierten Gruppenspieltag kam Borussia Mönchengladbach am Dienstag gegen Juventus Turin über ein 1:1 (1:1) nicht hinaus und muss trotz einer phasenweise starken Vorstellung um den Verbleib im internationalen Wettbewerb über den Winter hinaus bangen.

Vor 46 217 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park erzielte Fabian Johnson (18.) den Treffer für die Gastgeber, der Schweizer Stephan Lichtsteiner (44.) traf für den Vorjahresfinalisten. Auch die Rote Karte für Juventus-Spieler Hernanes (53.) wegen groben Foulspiels nützte den Gastgebern nichts. Trotz großer Chancen klappte es nicht mehr mit dem ersten Champions-League-Sieg der Clubgeschichte. „Wir sind enttäuscht. Wir haben ein Klasse-Spiel gemacht. Wir wollten gewinnen und haben alles dafür gemacht. Aber es blieb nur ein Punkt“, sagte Borussias Mittelfeldspieler Ibrahima Traoré dem TV-Sender Sky.

Mit zwei Erfolgen in den letzten beiden Spielen gegen den FC Sevilla (25.11.) und bei Manchester City (8.12.) können die Gladbacher noch den dritten Gruppenplatz erreichen und zumindest in der Europa League weiterspielen. Nach vier Spieltagen liegen die Gladbacher (2 Punkte) als Tabellenletzter der Gruppe D einen Zähler hinter dem FC Sevilla, während Manchester City (9) und Juventus (8) souverän führen.

Dabei war für den Bundesligisten zwei Wochen nach dem 0:0 in Turin diesmal gegen den italienischen Rekordmeister mehr als nur ein Remis drin. Trainer André Schubert schickte die selbe Startelf wie beim Bundesliga-Erfolg am Samstag bei Hertha BSC aufs Feld.

Bis auf die ersten drei Minuten, in denen Patrice Evra (2.) einmal in aussichtsreicher Position verzog, spielte zunächst nur seine Mannschaft. Mit dem Selbstvertrauen aus sechs Siegen in der Bundesliga und dem Aufstieg bis auf Platz fünf legte sie los. Immer wieder spielten die Borussen mutig nach vorn, pressten früh und zwangen Juves Defensive zu ungewohnten Fehlern.

Krasse Fehlentscheidungen von Schiedsrichtern

31. Oktober 2015: VfL Wolfsburg – Bayer Leverkusen

Das Führungstor der Gastgeber durch Nicklas Bendtner resultierte aus dem Fehler von Schiedsrichter Manuel Gräfe, der nicht auf eine von seinem Assistenten angezeigte Abseitsposition reagierte. Gräfe hatte angenommen, dass ein Pass auf Tor-Vorlagengeber Vieirinha vom Leverkusener Kevin Kampl kam. Allerdings war André Schürrle zuletzt mit dem Fuß am Ball. Wolfsburg siegt am Ende 2:1

31. Oktober 2015: 1. FC Köln – Hoffenheim

Hoffenheims Abwehrspieler Tobias Strobl spielt nach einem Kopfball von Anthony Modeste (57.) den Ball im Strafraum mit der Hand. Für fast alle im Stadion war das Vergehen klar ersichtlich – außer offenbar für Schiedsrichter Günter Perl. „Mehr Hand geht nicht. Aus 50 Metern habe ich es gesehen“, sagte Kölns Trainer Peter Stöger nach dem 0:0. „Hand wird in Köln etwas anders bewertet, ist o.k. so. Darauf werden wir uns einstellen und bald auch etwas mehr mit der Hand spielen.“

18. Oktober 2015: 1. FC Köln – Hannover 96

Durch eines der klarsten Hand-Tore der Bundesliga-Geschichte hat der 1. FC Köln die erste Heimniederlage seit mehr als zehn Monaten kassiert. „Volleyballer“ Leon Andreasen hatte den Ball aus drei Metern mit dem rechten Arm über die Linie geschlagen. Schiedsrichter Bastian Dankert und seine Assistenten hatten dies im Gegensatz zu den meisten der 48.700 Zuschauer nicht gesehen.

12. September 2015: Bayern München – FC Augsburg

Schiedsrichter Knut Kircher (Rottenburg) schenkt dem Bayern München in der 90. Minute einen Foulelfmeter zum 2:1-Sieg gegen den FC Augsburg. Auch Kircher selbst hatte im Nachhinein eingeräumt, dass ihm und seinen Assistenten ein Fehler unterlaufen war.

21. Oktober 2014: Schalke – Sporting Lissabon

Der russische Schiedsrichter Sergej Karassew entschied in der Nachspielzeit nach einem Kopfball Huntelaars ins Gesicht von Jonathan Silva auf Drängen seines Torrichters fälschlicherweise auf Elfmeter. Eric Maxim Choupo-Moting verwandelte den Strafstoß zum Schalker Siegtor (90.+3). „Erst habe ich gedacht, was wäre Hand“, berichtete Huntelaar, „dann habe ich im Fernsehen gesehen, dass es Kopf war.“

14. September 2014: FC Augsburg – Eintracht Frankfurt

Erst übersah er einen glasklaren Foulelfmeter, dann bewies Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) Größe. „Er ist zu mir gekommen und hat sich dafür entschuldigt. Herr Gräfe sagte, dass es ein klarer Elfmeter gewesen war. Ich finde gut, dass er so klar Stellung bezogen hat“, sagte Trainer Thomas Schaaf vom Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt nach dem 0:1 gegen den FC Augsburg am Sonntag.

22. Juni 2014: Belgien - Russland

Geheimfavorit Belgien erreichte vorzeitig das Achtelfinale der WM in Brasilien: durch ein 1:0 (0:0) gegen Russland. Die Belgier profitierten von einem Fehler des deutschen Schiedsrichters Felix Brych: Er verweigerte den Russen einen Elfmeter (27.).

13. Juni 2014: Brasilien – Kroatien

Der Brasilianer Fred provoziert nach einer Berührung an der Schulter des Kroaten Dejan Lovren theatralisch einen Strafstoß. Ex-Schiedsrichter Urs Meier im ZDF: „Ein Schiedsrichter auf Weltklasseniveau hätte das sehen müssen.“ Der ehemalige Fifa-Schiedsrichter Bernd Heynemann bei Sport1: „Da braucht man keine Zeitlupe", um die Unrechtmäßigkeit des Elfmeters, den Neymar zum 2:1 nutzte (71.), zu erkennen.

17. Mai 2015: Borussia Dortmund – Bayern München

Schiedsrichter Florian Meyer gibt ein klares Tor von Mats Hummels im DFB-Pokalfinale gegen Bayern München (0:2 n.V.) in der regulären Spielzeit nicht. „Ich werfe ihm aufgrund der deutlichsten Fehlentscheidung persönlich gar nichts vor, aber dass er offenbar nicht das Mindestmaß an Respekt vor dem BVB hat und sich nicht einmal bei den Spielern entschuldigt, ärgert mich sehr“, sagte Borussia-Chef Watzke der Sport Bild.

18. Oktober 2013: Hoffenheim – Bayer Leverkusen

Stefan Kießling schießt in Sinsheim an Außennetz, der Ball landet jedoch durch ein Loch im Tor. WM-Schiedsrichter Felix Brych aus München erkannte das Phantom an. Als Folge der Fehlentscheidung wurde die Einführung der Torlinientechnik beschlossen, die beim Pokalfinale ihre Premiere in Deutschland feiern soll.

November 2009: Frankreich – Irland

In der Verlängerung besorgte der französische Verteidiger William Gallas den Ausgleichstreffer zum 1:1 – und sicherte seinem Team damit die Teilnahme an der WM 2010 in Südafrika, während Irland aus dem Wettbewerb flog. Den Treffer leitete Stürmer Thierry Henry jedoch irregulär mit einem Handspiel ein, was er später freimütig zugab. Die Fifa hat dem irischen Verband als Entschädigung für den WM-Einzug 2009 einen Kredit über fünf Millionen Dollar (rund 4,4 Millionen Euro) gewährt. Das räumte der Weltfußballverband ein.

Zudem probierten es die Gastgeber mit Fernschüssen gegen Italiens Torwart-Ikone Gianluigi Buffon. Pech hatte Youngster Mahmoud Dahoud (13.), dessen 25-Meter-Schuss gegen die Latte klatschte. Fünf Minuten später wurden Gladbachs Bemühungen belohnt: Raffael nutzte einen Patzer von Turins Abwehrchef Giorgio Chiellini und passte zu Johnson, der aus zehn Metern Buffon keine Chance ließ.

Auch in den nächsten Minuten bestimmte der Bundesligist Tempo und Spiel. Erst allmählich fand der Favorit aus Italien, bei dem der verletzte Weltmeister Sami Khedira fehlte, in die Partie. Die Gäste drängten mehr und mehr nach vorn und deckten dabei die Schwächen der Gladbacher in der Abwehr auf. Ein Kopfball von Chiellini (26.) nach einem Eckball ging knapp vorbei, Evra (39.) scheiterte ebenfalls per Kopf an Gladbachs Keeper Yann Sommer.

Dann fiel der Ausgleich doch noch vor der Pause: Nach einem genialen Zuspiel von Frankreichs Jungstar Paul Pogba schloss Lichtsteiner bei seinem Comeback erfolgreich volley ab. Der Außenverteidiger hatte sich erst Anfang Oktober einer Herz-OP unterziehen müssen.

Auch nach der Pause blieb Turin das bessere Team. Pogba (47.) hätte schon früh für den zweiten Schock für die Gladbacher sorgen können, verzog aber knapp. Doch mit der berechtigten Roten Karte für Hernanes (53.) nach einem bösen Foul an Alvaro Dominguez änderte sich das Bild. Juventus ließ sich zurückfallen, Gladbach übernahm wieder das Kommando im Mittelfeld.

Doch aus dem Übergewicht machte die Fohlen-Elf zu wenig. Johnson (64.), Lars Stindl (77.) und Thorgan Hazard (89.) mit einem Lattentreffer hatten die besten Chancen zum Siegtreffer. Am Ende scheiterten die Königsklassen-Debütanten an ihrer fehlenden Cleverness.

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