Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.04.2015

17:44 Uhr

Champions League

Madrider Stadtmeisterschaft

Wieder Blut, Grätschen und Bisse? Nach der Bayern-Gala sind alle Augen auf das Duell der beiden Vereine aus Madrid gerichtet. Die Partie verspricht ein offener Schlagabtausch zu werden – mit einem ungeahnten Favoriten.

Der Kämpfer: Mario Mandzukic wird im Halbfinal-Rückspiel gefragt sein. ap

Mandzukic mit Blut im Gesicht

Der Kämpfer: Mario Mandzukic wird im Halbfinal-Rückspiel gefragt sein.

MadridNot macht erfinderisch: Von diesem Sprichwort muss Trainer Carlo Ancelotti sich im Champions-League-Spiel seines Teams von Real Madrid gegen den Lokalrivalen Atlético leiten lassen. Eine Serie von Ausfällen zwingt den Italiener dazu, für die Neuauflage des Finales der Vorsaison eine Verlegenheitself aufzubieten. Im Viertelfinal-Rückspiel (Hinspiel 0:0) an diesem Mittwoch gegen den spanischen Fußballmeister muss Real nach dem gesperrten Marcelo auch die verletzten Luka Modric, Gareth Bale und Karim Benzema kurzfristig ersetzen.

„Die Plage von Verletzungen bringt für Real den Erfolg der gesamten Saison in Gefahr“, meinte die Zeitung „El Mundo“. Unter den Anhängern des Titelverteidigers machte sich vor dem Derby Angst breit. Dies ging so weit, dass die Real-Spieler versuchten, die Fans mit einem Aufruf zu beruhigen: „Keine Sorge! Wir haben Euch an unserer Seite.“

Dabei war Atlético für die Königlichen lange Zeit so etwas wie ein Wunschgegner. Die Rot-Weißen hatten jahraus, jahrein im Bernabéu-Stadion die Punkte abgeliefert. Dies hat sich jedoch radikal geändert. Der Club aus dem ärmeren Süden der spanischen Hauptstadt ist für den zehnmaligen Europacupsieger zu einem Angstgegner geworden: Real gewann in dieser Saison keines der sieben Derbys gegen den Ortsrivalen und erreichte nur drei Remis. Atlético sicherte sich gegen Real nicht nur den spanischen Supercup, sondern warf den großen Nachbarn auch aus dem Pokal.

Ancelotti flüchtete sich in Zweckoptimismus. „Bei Real Madrid gibt es keine Probleme, es gibt nur Lösungen“, sagte er seinen Spielern im Training. „Wir haben den besten Kader der Welt.“ Die Zeitung „ABC“ erinnerte daran, dass Real in der vorigen Saison den Titel mit einer ersatzgeschwächten Elf gewann. Im Finale von Lissabon mussten die Königlichen beim 4:1-Sieg nach Verlängerung gegen Atlético auf Pepe und Xabi Alonso verzichten; Cristiano Ronaldo und Benzema waren angeschlagen.

Nun muss Ancelotti ein Team aufbieten, das er noch nie ausprobieren konnte. Dabei ist der Italiener kein Freund von Experimenten. Besonders schmerzlich dürfte der Ausfall von Modric sein. Der Kroate hatte sich im Mittelfeld als eine wertvolle Stütze von Weltmeister Toni Kroos erwiesen.

Für ihn hat Real keinen gleichwertigen Ersatz. Möglicherweise rückt der junge Asier Illarramendi, der bei Real bisher nicht überzeugen konnte, für Modric in die Startelf. Dass Sami Khedira noch einmal eine Chance erhält, galt als eher unwahrscheinlich. Der Vertrag des Deutschen läuft zum Saisonende aus.

Atlético brennt auf eine Revanche für die Niederlage im Finale des Vorjahres. Trainer Diego Simeone kann auf seine stärkste Elf zurückgreifen. Der frühere FC-Bayern-Stürmer Mario Mandzukic hat seine Fußverletzung überwunden und wird wahrscheinlich zusammen mit Antoine Griezmann auf Torejagd gehen.

Eine Premiere dürfte es für Schiedsrichter Felix Brych geben. Der Bundesliga-Referee war bisher ein „Talisman“ für die beiden Madrider Clubs gewesen. Real und Atlético verloren noch nie ein Spiel, das von Brych geleitet wurde. Bei einem Remis hätte diese Serie zwar weiterhin Bestand, aber einer der Lokalrivalen muss trotzdem ausscheiden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×