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14.02.2017

19:43 Uhr

Champions League

Magere Erfolge der Fußball-Milliardäre

VonThomas Schmitt

Neun Milliarden Euro haben Investoren in Fußballklubs gepumpt. Die sportliche Rendite in der Königsklasse ist mager. Von den größten Investoren sind nur noch wenige dabei, etwa der Geldgeber von Paris Saint-Germain.

Scheich Tamim bin Hamad Al Thani gehört der französische Spitzenklub Paris Saint-Germain, der im Winter Julian Draxler vom VfL Wolfsburg für eine Millionensumme kaufte. Das Staatsoberhaupt von Katar darf sich zudem über die Fußball-WM 2022 im eigenen Land freuen. Vermögen: 70 Milliarden Euro. Gesamtinvestment: 600 Millionen Euro. Reuters, Sascha Rheker

Paris Saint-Germain

Scheich Tamim bin Hamad Al Thani gehört der französische Spitzenklub Paris Saint-Germain, der im Winter Julian Draxler vom VfL Wolfsburg für eine Millionensumme kaufte. Das Staatsoberhaupt von Katar darf sich zudem über die Fußball-WM 2022 im eigenen Land freuen. Vermögen: 70 Milliarden Euro. Gesamtinvestment: 600 Millionen Euro.

DüsseldorfNirgendwo ist der Wandel im Milliardengeschäft Fußball so sichtbar wie in England. Fast alle Vereine werden inzwischen von reichen Investoren kontrolliert. Doch auch anderswo in Europa steigen Milliardäre ein. Insgesamt beläuft sich das Investitionsvolumen der 20 größten Käufer auf rund neun Milliarden Euro, wie sich aus einer Aufstellung des Magazins Sponsors (2/2017) ergibt.

Die Investoren kommen aus der ganzen Welt, vorzugsweise aus Regionen, in denen Fußball gar nicht so gut gespielt wird wie in Zentral-Europa: den USA, China oder Russland. Erworben wurden Anteile an Klubs auch in Italien, Frankreich oder Spanien. In der Bundesliga sind reiche Außenseiter wegen restriktiver Regeln für Investoren dagegen sehr selten zu finden. RB Leipzig ist eine Ausnahme.

Wirtschaftlich lohnt sich der Einstieg der Großanleger meist, selbst wenn sie ihr Engagement mitunter als Hobby betrachten. Der Wert vieler Topvereine in Europa hat sich extrem stark erhöht, weil Fußball so beliebt ist und Unternehmen über das Spiel ihr Image aufpolieren wollen. TV-Sender und Sponsoren pumpen daher Milliardenbeträge in die Branche.

Fußballinvestoren in Europa: Daten, Fakten, Zitate

Spielplatz

„Der europäische Spitzenfußball wird immer mehr zum Spielplatz von Milliardären.“ Dies stellt das Magazin Sponsors fest.
Quelle: Sponsors 2/2017

Premier League

14 der 20 Klubs in der ersten englischen Liga befinden sich im mehrheitlichen Besitz von ausländischen Investoren aus China, den USA, Russland oder von der Arabischen Halbinsel.

Pionier

Der Russe Roman Abramowitsch stieg am 1. Juli 2003 beim Londoner Klub FC Chelsea ein – für rund 210 Millionen Euro.

Satte Rendite

2008 kaufte ein Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan Manchester City für 400 Millionen US-Dollar. Ende 2015 verkaufte er 13 Prozent für ebenfalls rund 400 Millionen US-Dollar. Rendite: 650 Prozent.

Wertsteigerung

2005 kaufte die Familie Glazer Manchester United für rund eine Milliarde Dollar. Heute ist der Verein in etwa das Dreifache wert und gilt sogar als wertvollster Fußballklub der Welt.

Gesamtinvestitionen

Die 20 größten Fußball-Milliardäre haben rund neun Millionen Euro in ihre Vereine investiert.

Spanne der Investments

An der Spitze liegt Abramowitsch mit geschätzten 1,5 Milliarden Euro. Auf Platz 20 liegt Espanyol Barcelona mit etwa 50 Millionen Euro.

Vermögen der Investoren

Die 20 Fußball-Milliardäre verfügen zusammen über ein geschätztes Vermögen von rund 180 Milliarden Euro.

Geldquelle der Investoren

Ihr Geld haben die Fußball-Milliardäre vor allem in den Branchen Öl (4), Finanzen (5) und Immobilien (3) verdient.

Zitat

„Ich will mein Geld nicht zum Fenster rauswerfen, ich will nur Spaß haben“.
Roman Abramowitsch, Eigentümer des FC Chelsea.


Am rasantesten steigen die Werte der Klubs in England, doch auch in anderen großen Ligen in Europa ist eine starke Wertsteigerung zu erwarten. Deshalb dürften sich auch Engagements von Investoren in Frankreich, Spanien oder Italien auf Sicht zumindest wirtschaftlich lohnen. Die sportliche Rendite – gemessen in Erfolgen auf höchstem Niveau – ist allerdings in vielen Fällen bisher eher mager.

In besonderem Maße gilt dies für den Topfußball in Europa, die Champions League. So gehören von den 16 Vereinen im gerade laufenden Achtelfinale der europäischen Fußball-Königsklasse nur fünf zum exklusiven Club der 20 Fußball-Milliardäre. Dies sind Paris SG, Arsenal London, Manchester City, AS Monaco und Leicester City.

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Geld allein schießt eben keine Tore, für dauerhafte sportliche Erfolge muss alles zusammenpassen. Es ist daher auch kein Wunder, dass Traditionsvereine wie Real Madrid, FC Barcelona oder Bayern München in den vergangenen Jahren die Champions League gewonnen haben – während schnell hochgepäppelte Klubs wie Paris SG und Manchester City nur national erfolgreich waren.

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