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16.02.2016

17:23 Uhr

Champions League

Paris verbannt Skandalverteidiger

Quelle:dpa

Mit dem Schlagerspiel zwischen Paris St. Germain und dem wiedererstarkten englischen Fußball-Meister FC Chelsea geht die Champions League in ihre heiße Phase. Einer, der für einen Skandal sorgte, ist jedoch nicht dabei.

Torwart Kevin Trapp ist bei Paris St. Germain der starke Rückhalt. Foto: Etienne Laurent dpa

Im Mittelpunkt

Torwart Kevin Trapp ist bei Paris St. Germain der starke Rückhalt. Foto: Etienne Laurent

ParisZum Auftakt der Achtelfinalspiele ist es zugleich ein Wiedersehen von zwei alten Bekannten. Bereits in den vergangenen beiden Jahren trafen die Clubs aufeinander. 2013/14 setzte sich Chelsea im Viertelfinale durch, in der vergangenen Saison behielt PSG im Achtelfinale die Oberhand. Das Duell verspricht große Spannung, zumal sich beide Clubs derzeit in starker Verfassung präsentieren. Die Hintergründe zum Spiel:

WIEDERSEHEN: Vor zwei Jahren gewann Paris das Viertelfinal-Hinspiel mit 3:1. Aber durch ein 2:0 im Rückspiel setzten sich die „Blues” durch. Das Achtelfinale der vergangenen Saison wurde erst in der Verlängerung entschieden. Nach dem Hinspiel in Paris stand es 1:1. Im Rückspiel in London gelang PSG in der 114. Minute das umjubelte 2:2 zum Weiterkommen.

UNSCHLAGBAR: Seit 35 Ligaspielen hat Paris in Frankreich nicht mehr verloren. Ohnehin unterlag das Team um Superstar Zlatan Ibrahimovic nur in einem Spiel in der laufenden Saison 2015/16. In der Champions League gab es ein 0:1 gegen Real Madrid.

Die Ausschüttungen in der Champions League (2015/16)

Insgesamt

2012 bis 2015: 1,002 Milliarden Euro
2015 bis 2018: 1,257 Milliarden Euro

Steigerung: 25,4 Prozent

Antrittsprämie

Saison 2015/16: 12 Millionen Euro pro Teilnehmer
Saison 2014/15: 8,6 Millionen Euro pro Teilnehmer

Gruppenphase (2)

Saison 2015/16: 1,5 Millionen Euro pro Sieg, 0,5 Millionen Euro pro Unentschieden
Saison 2014/15: 1,0 Millionen Euro pro Sieg, 0,5 Millionen Euro pro Unentschieden

Achtelfinale

Saison 2015/16: 5,5 Millionen Euro
Saison 2014/15: 3,5 Millionen Euro

Viertelfinale

Saison 2015/16: 6,0 Millionen Euro
Saison 2014/15: 3,9 Millionen Euro

Halbfinale

Saison 2015/16: 7,0 Millionen Euro
Saison 2014/15: 4,9 Millionen Euro

Finale

Saison 2015/16: 15,0 Millionen Euro für den Sieger, 10,5 Millionen Euro für den Finalteilnehmer
Saison 2014/15: 10,5 Millionen Euro für den Sieger, 6,5 Millionen Euro für den Finalteilnehmer

AUFSCHWUNG: Seitdem Guus Hiddink die Nachfolge des glücklosen Startrainers José Mourinho angetreten hat, geht es mit Chelsea wieder bergauf. In den elf Pflichtspielen unter dem Niederländer holten die Blues fünf Siege und sechs Unentschieden. Inzwischen ist Chelsea wieder Zwölfter.

RÜCKHALT: Am früheren Frankfurter Bundesligakeeper Kevin Trapp ist bei PSG kaum ein Vorbeikommen. In 26 Ligaspielen kassierte er nur zwölf Gegentore. Auch in der Champions League musste der Schlussmann nur einmal hinter sich greifen.

STÜRMERDUELL: Es ist auch das Duell der Torjäger. Mit 21 Toren ist Ibrahimovic der mit Abstand beste Torjäger in der Ligue 1. Auch in der Königsklasse hat der Schwede bereits zweimal getroffen. Bei Chelsea hat Diego Costa das Toreschießen wiederentdeckt. In den vergangenen zehn Spielen traf er achtmal.

PSG-Verteidiger Serge Aurier sorgte in einem Internetvideo für einen Eklat. AFP

Serge Aurier

PSG-Verteidiger Serge Aurier sorgte in einem Internetvideo für einen Eklat.

PERSONALSORGEN: Chelsea muss auf sein Innenverteidiger-Paar Kurt Zouma und John Terry verzichten. Der französische Nationalverteidiger Zouma hatte in der vergangenen Woche einen Kreuzbandriss erlitten und muss sechs Monate pausieren. Weniger schlimm ist die Muskelverletzung bei Terry, trotzdem muss der Routinier für das Hinspiel passen.

ENTGLEISUNG: PSG-Verteidiger Serge Aurier sorgte in einem Internetvideo für einen Eklat, als er seinen Trainer Laurent Blanc übel beschimpfte und auch seine Mitspieler Ibrahimovic und Angel Di Maria angriff. Die späte Entschuldigung nützte nichts mehr, Aurier ist erst einmal aus dem Kader verbannt worden.

Fragen und Antworten zur Champions League 2015/2016

Wer sind in dieser Saison die Favoriten?

Die üblichen Verdächtigen: Der FC Barcelona, Real Madrid und Bayern München. Wahrscheinlich die härtesten Konkurrenten: Paris St. Germain, Manchester City, FC Chelsea.

Quelle: sid

Warum spielen fünf spanische Mannschaften mit?

Der FC Barcelona (Titelverteidiger), Real Madrid und Atletico Madrid belegten in der Meisterschaft die Plätze 1 bis 3. Der viertplatzierte FC Valencia qualifizierte sich über die Play-offs. Der FC Sevilla erhielt als Gewinner der Europa League 2015 einen automatischen Startplatz.

Was ist neu?

Zum ersten Mal hat der Europa-League-Sieger (FC Sevilla) einen automatischen Startplatz erhalten. Und: Es gibt mehr Geld.

Was ist zu verdienen?

1,257 Milliarden Euro werden ausgeschüttet, 25,4 Prozent mehr als in der Vorsaison. Für die Teilnahme gibt es 12 Millionen (bislang 8,6), pro Sieg 1,5 Millionen (bislang 1), hinzu kommen dann 5,5 Millionen für das Achtelfinale, 6,0 Millionen für das Viertelfinale, 7,0 Millionen für das Halbfinale. Der Champions-League-Sieger erhält noch einmal 15 Millionen Euro (bislang 10,5), der Verlierer 10,5 (6,5). Hinzu kommen anteilig die Einnahmen aus dem sogenannten Marktpool.

Welche Mannschaften haben die meisten Titel in Europa?

Real Madrid und der FC Barcelona. Die Königlichen gewannen zehnmal den Landesmeister-Wettbewerb/die Champions League und zweimal den UEFA-Pokal/Messepokal. Barca gewann den Landesmeisterpokal/die Champions League fünfmal, gewann dazu viermal den Europapokal der Pokalsieger und den UEFA-Pokal/Messepokal. Hinter dem AC Mailand (9, 7/2/-) und dem FC Liverpool (8, 5/-/3) folgt auf Rang fünf der FC Bayern (7, 5/1/1).

Wer sind die deutschen Rekordspieler?

103 Spiele hat Oliver Kahn in der Champions League bestritten, Philipp Lahm (93) könnte ihn in dieser Saison überholen: Rekordhalter ist Xavi (151). Erfolgreichster deutscher Torschütze ist Thomas Müller (28), Rekordtorschützen mit je 77 Treffern sind Cristiano Ronaldo und Lionel Messi.

Wie viele Spieler darf eine Mannschaft nominieren?

Es gibt eine sogenannte A-Liste, die 25 Spieler umfassen darf (mindestens zwei Torhüter). Von diesen 25 Spielern müssen acht "lokal ausgebildete Spieler" sein. Höchstens vier dieser Spieler dürfen "vom Verband ausgebildet" sein, heißt: Spieler die zwischen dem 15. und 21. Jahr drei Jahre (36 Monate) oder drei komplette Spielzeiten zu einem Verein des nationalen Verbandes gehört haben. Die anderen müssen "vom Verein ausgebildet" sein, heißt: Spieler, die zwischen dem 15. und 21. Jahr drei Jahre (36 Monate) oder drei komplette Spielzeiten zum Verein gehört haben.

Was passiert bei Transfers im Winter?

Bis zum 2. Februar 2016 kann jeder Verein 3 Spieler nachnominieren, sofern sie nicht ab der Gruppenphase schon für einen anderen Klub in der Champions League eingesetzt wurden. Einer dieser Spieler darf in der laufenden Saison für einen anderen Verein in der Europa League gespielt haben.

Wer erreicht die K.o.-Runde?

Die Mannschaften auf den Rängen 1 und 2 in den 8 Vorrundengruppen. Bei Punktgleichheit von zwei oder mehr Mannschaften zählt der direkte Vergleich der betroffenen (punktgleichen) Mannschaften (Punkte, Tordifferenz, Anzahl erzielter Tore aus den direkten Duellen). Weitere Kriterien, falls nötig: Tordifferenz, Anzahl erzielter Auswärtstore, Anzahl der Siege, Anzahl der Auswärtssiege aus allen Gruppenspielen. Ganz zum Schluss, Fair-Play-Wertung und Vereinskoeffizient.

Wo findet das Finale statt?

Am 28. Mai 2016 In Mailand, im Giuseppe-Meazza-Stadion im Stadtteil San Siro. Die Arena war zuletzt 2001 beim Sieg der Bayern gegen den FC Valencia Schauplatz des Endspiels. Ihr Fassungsvermögen beträgt 79.394 Zuschauer.

Wer ist die dominierende Mannschaft der vergangenen zehn Jahre?

Der FC Barcelona. 4 Titel seit 2006. Außerdem gewannen: AC Mailand (2007 gegen FC Liverpool), Manchester United (2008 gegen FC Chelsea), Inter Mailand (2010 gegen die Bayern), FC Chelsea (2012 gegen die Bayern), Bayern München (2013 gegen Borussia Dortmund), Real Madrid (2014 gegen Atletico Madrid).

Wer sind die größten Außenseiter?

Neuling FC Astana, erst 2009 gegründet und der erste Champions-League-Vertreter für Kasachstan. BATE Borissow (Weißrussland) mit dem ehemaligen Bundesliga-Profi Alexander Hleb. Dinamo Zagreb in der Gruppe des FC Bayern. Maccabi Tel Aviv. Belgiens Überraschungsmeister KAA Gent. Und Malmö FF.

Welche Mannschaften spielen nicht im eigenen Stadion?

Schachtjor Donezk muss wegen des Krieges in der Ost-Ukraine erneut ins 540 Kilometer entfernte Lwiw ausweichen. Maccabi Tel Aviv wegen Untauglichkeit des eigenen Stadions nach Haifa.

Welches Stadion hat den bemerkenswertesten Sitzplatz?

Das Philips Stadion in Eindhoven. Sitz 43, Reihe 22 in Block D bleibt seit dem Tod von Firmengründer Frits Philips im Jahre 2005 leer.

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