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16.08.2016

19:24 Uhr

Champions-League-Qualifikation

Fohlenelf kämpft um den 20-Millionen-Topf

VonThomas Schmitt

Der Bundesliga-Vierte Borussia Mönchengladbach startet heute in beiden wichtigsten Spiele der Saison – sportlich wie wirtschaftlich. Gegen Young Boys Bern wollen sie in die Champions League einziehen. Ein Millionenspiel.

Für Borussia Mönchengladbach geht es darum, sich in der deutschen und internationalen Spitze zu etablieren. dpa

„Graue Maus“ auf dem Weg in die Champions League

Für Borussia Mönchengladbach geht es darum, sich in der deutschen und internationalen Spitze zu etablieren.

DüsseldorfDie Champions League macht Fußballvereine reich. Natürlich kann jeder Klub den Millionensegen der Königsklasse gut gebrauchen, Borussia Mönchengladbach täte die CL-Qualifikation aber besonders gut. Denn der Verein vom Niederrhein ist längst nicht so vermögend wie die deutschen Branchenführer Bayern München und Borussia Dortmund. Dazu hat die Elf vom Niederrhein weniger Fans als etwa der FC Schalke 04.

Um im Reigen der großen Klubs mithalten zu können, müssen die Gladbacher cleverer daher sein als die finanzstarke Konkurrenz. In den letzten Jahren gelang das erstaunlich gut – dank der klugen Transferpolitik von Sportdirektor Max Eberl. Junge Talente wurden günstig gekauft und später teuer abgegeben. Zugleich verbuchte der Klub unter dem Strich beachtliche sportliche Erfolge.

Champions League: Borussia Mönchengladbach in den Playoffs

Bedeutung

Gladbach gegen Bern. Durch einen Erfolg im Playoff kann der Bundesligist erneut in die Gruppenphase der Champions League einziehen. Das Hinspiel gewannen die Gladbacher 3:1.

Quelle: dpa

Favorit

Obwohl der Schweizer Meisterschaftszweite schon mehr als ein halbes Dutzend Pflichtspiele absolviert hat, gilt die Elf vom Niederrhein als Favorit. In den Playoffs 2012 scheiterten die Gladbacher an Dynamo Kiew (1:3, 2:1).

Vorbereitung

Durch die Neuverpflichtungen hat sich der Konkurrenzkampf verschärft. 16 bis 17 Kandidaten kommen für die Startelf in Frage, erklärte Trainer Andre Schubert. In den Testspielen hat Borussia überzeugt: In zehn Spielen gab es nur eine Niederlage. Torhüter Yann Sommer ist nach Verletzung am Sprunggelenk wieder fit.

Neuzugänge

Jannik Vestergaard, Tobias Strobl und Rückkehrer Christoph Kramer haben sich gut eingefügt. Vor allem der Ex-Hoffenheimer Strobl ist flexibel in der Abwehrreihe oder dem defensiven Mittelfeld einsetzbar. Kramer, der für 15 Millionen Euro von Bayer Leverkusen kam, gilt als Führungsspieler.

Talente

Innenverteidiger Mamadou Doucouré und Laszlo Bénes gelten als vielversprechende Talente, müssen sich nach Verletzungen aber noch gedulden.

Der Gegner

Der Meisterschaftszweite aus der Schweiz steht zum zweiten Mal nach 2010 in den Playoffs, scheiterte damals an Tottenham Hotspur. In der vergangenen Qualifikationsrunde setzte sich die Mannschaft des Österreichers Adi Hütter gegen die höher eingeschätzte Elf von Schachtjor Donezk im Elfmeterschießen durch.

Form

In der Liga unterlagen die Berner dem Meister FC Basel mit 0:3. Bekanntester Spieler im Team ist der ehemalige Hertha-Profi Steve von Bergen.

Das sagt Trainer André Schubert

„Natürlich ist es immer gut, Wettkampfpraxis zu haben. Das wird eine große Herausforderung für uns. Bern wird versuchen, uns unter Druck zu setzen. Wir wissen, was auf uns zukommt.“

Für den nächsten großen Schritt wäre es für die Gladbacher enorm wichtig, sich – wie im Vorjahr –für die Königsklasse im europäischen Fußball zu qualifizieren. Dafür müssen sie sich als Bundesliga-Vierter heute und in der kommenden Woche gegen den Schweizer Vizemeister Young Boys Bern durchsetzen. Das wird nicht einfach.

Die Borussen haben zwar von ihren zehn Testspielen nur eines verloren. Doch das bedeutet nicht viel für Trainer André Schubert. Im Gegensatz zur Fohlenelf hat Bern schon sieben Pflichtspiele in dieser Saison absolviert, Gladbach noch keins. Zudem wird in Bern auf Kunstrasen gespielt – und da springen die Bälle ein wenig anders als auf normalem Rasen.

Mythos Borussia Mönchengladbach: Zurück in die Vergangenheit

Mythos Borussia Mönchengladbach

Zurück in die Vergangenheit

Borussia Mönchengladbach hat wieder ein Team, das Hoffnungen auf große Erfolge weckt. So wie in den goldenen Siebzigerjahren.

Bern fühlt sich in der Rolle des Underdogs überdies wohl. In der vorigen Qualifikationsrunde haben sie sich gegen Schachtjor Donezk durchgesetzt – eine Elf, die schon öfter in der Champions League gespielt hat und daher höher eingeschätzt worden war. „Wir müssen erst noch in die Wettkampfhärte kommen. Von daher ist es sicher eine Mannschaft auf Augenhöhe“, glaubt Sportdirektor Max Eberl.

Gleichwohl ist er optimistisch: „Wir sind durch die vielen Europapokalspiele ein Stück gereift. Auch diese Endspiele haben wir schon gehabt.“ Und falls die Gladbacher diese beiden Endspiele erfolgreich gestalten, fließen in Kürze zwölf Millionen Euro auf das Vereinskonto. Denn so viel zahlt die Uefa den Teilnehmern an der Gruppenphase der Champions League allein fürs Mitmachen.

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