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17.04.2012

18:32 Uhr

Champions League

Real vertraut auf Özil, Bayern auf die innere Bestie

Bayern bereitet sich auf die Attacke gegen Real Madrid vor. Dort wiederum will man die „Bestia Negra“ zähmen. Neben Torgarant Ronaldo soll dafür vor allem Mesut Özil sorgen. Von einem Bayern-Komplex keine Spur.

Mesut Özil (re.) soll es zusammen mit Offensivpartner Cristiano Ronaldo für Real Madrid richten. dpa

Mesut Özil (re.) soll es zusammen mit Offensivpartner Cristiano Ronaldo für Real Madrid richten.

München/BerlinNach dem fast besiegelten Aus im Bundesliga-Meisterrennen geht es für den FC Bayern München um den nächsten Titel. Im Halbfinal-Hinspiel der Champions League will der deutsche Fußball-Rekordmeister den Grundstein für das Endspiel in der heimischen Allianz Arena legen. Dabei geht es vor allem um eines: die Münchner wollen gegen die Top-Offensive der Spanier um Cristiano Ronaldo oder Mesut Özil mit allen Mitteln einen Gegentreffer verhindern.

Bei Real könnten gerade die Erwartungen an Mesut Özil nicht größer sein. Selbst Real-Legende Alfredo di Stéfano vertraut vor dem Gigantenduell in der Champions League gegen den FC Bayern München besonders auf die Magie des „Zauberers von Öz“.

„Cristiano Ronaldo und Özil haben ihre Flügel geöffnet, mit ihnen werden sehr viele gute Dinge passieren“, kündigte die argentinische Fußball-Ikone für den Auftritt der Madrilenen im Halbfinal-Hinspiel beim deutschen Rekordmeister am Dienstag an. Und auch Trainer José Mourinho lobte Özil pauschal für seine positive Entwicklung in Madrid: „Er ist heute ein besserer Spieler als vor zwei Jahren, als er bei Real ankam. Er kann der Mannschaft etwas geben.“

Wirtschaftsfakten der Champions League

Prämien

In der Saison 2010/2011 schüttete die Uefa insgesamt 754,1 Millionen Euro an die 32 Teilnehmer der Champions League aus. Neben einer Antrittsprämie von 3,9 Millionen gab es 550.000 Euro für jedes Vorrundenspiel, 400.000 Euro für ein Remis und 800.000 für einen Sieg in der Gruppenphase.
Die Qualifikation für das Achtelfinale war der Uefa 3 Millionen Euro wert, für das Viertel- und das Halbfinale gab es 3,3 und 4,2 Millionen Euro Prämie. Während sich der unterlegene Finalist mit 5,6 Millionen Euro trösten durfte, kassierte Sieger Barcelona für den Titel satte 9 Millionen Euro.

Market Pool

Neben den Siegprämien werden an die Vereine Anteile des Market Pools ausgeschüttet, in dem die Einnahmen durch Fernsehgelder gesammelt sind. In der vergangenen Saison waren das 341 Millionen Euro.
Der Anteil der einzelnen Teams ist dabei neben der Menge an Spielen auch von den im eigenen Land bezahlten Fernsehgeldern abhängig und der Ligaplatzierung des Vorjahres abhängig. So konnte Manchester United als unterlegener Finalist 2011 trotzdem insgesamt knapp 2 Millionen Euro mehr einnehmen als Sieger Barcelona.

Solidarzahlungen

Ein Teil der Prämien gingen zudem an Mannschaften, die bereits in einer der Qualifikationsrunden ausgeschieden sind. Jeder gescheiterte nationale Meister erhielt 200.000 Euro Antrittsprämie, jedes Team 130.000 Euro für das Erreichen der nächsten von insgesamt drei Runden, also maximal 590.000 Euro.

So viel Geld bekamen die Klubs

Die Einnahmen ausgewählter Teams in der Champions-League-Saison 2011:

FC Barcelona: 51,025 Millionen Euro
Manchester United: 53,197 Millionen Euro
Real Madrid: 39,822 Millionen Euro
FC Schalke: 39,288 Millionen Euro
Inter Mailand: 37,982 Millionen Euro
Bayern München: 32,562 Millionen Euro

Sponsoren

Die Uefa lässt in jeder Drei-Jahres-Periode nur maximal acht Hauptsponsoren für die Champions League zu, deren Branchen sich nicht überschneiden dürfen. Im Moment sind das die Firmen Ford, Mastercard, Sony Ericsson, Sony Europe, Playstation als Marke der Sony Computer Entertaintmend Europa, UniCredit und in allen Ländern, in denen Alkoholwerbung erlaubt ist, Heineken. Adidas als Lieferant des offiziellen Spielballs ist nur Ausrüster und damit Nebensponsor.
Die Vereine dürfen weiterhin ihren persönlichen Hauptsponsoren auf dem Trikot tragen, allerdings nur diesen einen. Der Mediawert der aktuell sieben Hauptsponsoren der Champions League wird auf 15 Millionen Euro geschätzt. Für die kommenden drei Jahre stehen als Sponsoren bereits Heineken, UniCredit, Ford, Mastercard und Playstation fest.

Fernsehrechte

Die Übertragungsrechte an der Champions League werden ebenfalls alle drei Jahre für die kommenden drei Spielzeiten vergeben, getrennt nach Free-TV- und Pay-TV-Sendern. Während in der Saison 2011 noch Sky Deutschland und Sat1 die Spiele übertragen, übernahm das ZDF ab Sommer 2012 für drei Jahre die Berichterstattung im Free-TV.
Die Rechte gelten für ein Spiel pro Matchwoche sowie die Übertragung des Finals und des Super Cups – online und im Fernseher. Außerdem umfasst der Vertrag das Zeigen von Spielzusammenfassungen anderer Partien. Offizielle Zahlen zu den Kosten der Rechte gibt es nicht, Experten schätzen den Preis pro Jahr aber auf über 50 Millionen Euro.

Auch wenn nicht nur Münchens Trainer Jupp Heynckes betont, dass Real „nicht nur Mesut Özil ist“, ragt der 23-Jährige aus dem Bundesliga-Quartett heraus. Mit mehr als 80 Schussvorlagen und 15 Assists ist er in der Primera División sogar zum Topvorbereiter in Spanien aufgestiegen. „Ich bin viel reifer geworden, habe mich entwickelt“, stellte Özil kürzlich selbst fest.

Von seiner Zuarbeit profitiert besonders Özils kongenialer Offensivpartner Cristiano Ronaldo, der nun ebenfalls seine gewonnene Fußball-Weisheit unter Beweis stellen muss. Der frühere Egozocker scheint trotz seiner Torbestmarke bei 41 Ligatreffern nicht mehr einzig darauf aus, sein eigenes Können in Szene zu setzen.

„Rekorde sind nicht das, was ich will“, kündigte der Portugiese vor dem Europapokal-Klassiker gegen München an und strebt eine Rückkehr in die Allianz Arena für das Endspiel am 19. Mai an: „Ich will die Meisterschaft und die Champions League gewinnen. Das ist mein Ziel.“

FC Bayern München und Real Madrid im Vergleich

Mitglieder

FC Bayern: 171 345
Real Madrid: 84.411

Umsatz

FC Bayern: 328,5 Mio.
Real Madrid:479,5 Mio.

Siege Meistercup/CL

FC Bayern: 4
Real Madrid: 9

Siege Weltpokal

FC Bayern: 2
Real Madrid: 3

Siege europ. Supercup

FC Bayern: 0
Real Madrid: 1

Siege Pokalsieger-EC

FC Bayern: 1
Real Madrid: 0

Siege UEFA-Pokal

FC Bayern: 1
Real Madrid: 2

Nationale Meistertitel

FC Bayern: 22
Real Madrid: 31

Nationale Pokalsiege

FC Bayern: 15
Real Madrid: 18

Offizielle Fanclubs

FC Bayern: 2952
Real Madrid: 1862

Der Ex-Bremer selbst hielt sich vor dem Showdown mit seinem früheren Bundesligarivalen wie so häufig in Sachen Kampfansage zurück. Wie schon bei seinem Aufstieg für Schalke, Werder und das deutsche Team sucht er in der neuen Heimat abseits des Platzes kaum das Scheinwerferlicht und schwankt in der Beurteilung der Öffentlichkeit zwischen den Extremen.

Während auch Defensivanker Khedira wegen seiner effektiven, aber unscheinbaren Spielweise mehrfach in der medialen Kritik stand, wertet DFB-Kollege Philipp Lahm ihre Entwicklung „sehr, sehr positiv. Sie sind gewechselt, um einen Schritt nach vorne zu machen, das ist ihnen gelungen“, urteilte der Bayern-Kapitän. „Sie sind ein fester Bestandteil einer Mannschaft, die in Spanien ganz vorne steht.“ Nur die Zuschauerrolle bleibt in großen Spielen hingegen für den früheren Bayern Hamit Altintop und den Ex-Dortmunder Nuri Sahin.

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