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04.11.2014

16:04 Uhr

Champions League

Schizophrenie in der Königsklasse

VonStefan Kreitewolf

Trostpflaster Champions League? In der Liga steht Dortmund auf einem direkten Abstiegsplatz. In der Königsklasse spielt der BVB frei auf. Die Leverkusener müssen hingegen einen weiteren personellen Ausfall verkraften.

Die Hoffnung stirbt zuletzt: Dortmund Cheftrainer Jürgen Klopp (l.) mit dem verletzten Mats Hummels vor dem Champions-League-Spiel gegen Galatasaray Istanbul. dpa

Die Hoffnung stirbt zuletzt: Dortmund Cheftrainer Jürgen Klopp (l.) mit dem verletzten Mats Hummels vor dem Champions-League-Spiel gegen Galatasaray Istanbul.

DüsseldorfBVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sprach von einem „Alptraum“, für Verteidiger Lukasz Piszczek ist „eine Seuche“: Nach dem Absturz auf einen direkten Abstiegsplatz in der Bundesliga herrscht bei Vizemeister Borussia Dortmund Katerstimmung. Von Vorfreude auf das Duell gegen Galatasaray Istanbul ist angesichts der prekären Lage nichts zu spüren. Die Champions League gerät zur Nebensache.

Routinier Sebastian Kehl versuchte der Partie im Vorfeld etwas Positives abzugewinnen: „Wir haben die Möglichkeit, mal wieder mit einem positiven Gefühl ins Bett zu gehen. Das war in der Bundesliga zuletzt sehr hart.“ Die Chancen dafür stehen gut. Anders als auf nationaler Bühne lief es für den BVB in Europa rund. Nach drei Siegen über den FC Arsenal (2:0), den RSC Anderlecht (3:0) und über Galatasaray (4:0) führt der Bundesliga-Vorletzte die Tabelle der Gruppe D mit neun Punkten an.

Dortmunds Performance in der Königsklasse ist geradezu schizophren: Mit einem weiteren Erfolg über den türkischen Meister wäre der Achtelfinal-Einzug bereits nach vier Vorrundenspielen perfekt - so früh wie nie zuvor. Die Zeit internationaler Festtage dürfte allerdings schon bald vorbei sein. Spätestens nach dem 1:2 am Samstag beim FC Bayern erscheint es bei einem Abstand von bereits zehn Punkten auf den Tabellenvierten Hoffenheim höchst unwahrscheinlich, weiter an einen erneuten Einzug in die europäische Königsklasse zu glauben.

Zum Leidwesen von BVB-Vereinspräsident Joachim Watzke wird Dortmund mittlerweile als Abstiegskandidat gehandelt. „Das ist auch für mich ein Alptraum“, gestand der Vereinschef in einem ARD-Interview. Aber: „Es hilft, dass der Verein in dieser Situation ruhig und besonnen ist - nicht gelassen.“

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Diese Rückendeckung hält BVB-Chefcoach Jürgen Klopp für äußerst hilfreich. „Es ist eine schwierige Phase. Da hilft Ruhe. Die spüre ich und versuche, sie zu nutzen.“ Der bärtige Hoffnungsträger hofft, dass die Partie gegen die Mannschaft vom Bosporus seiner Mannschaft Mut für die Krisenbewältigung in der Bundesliga macht.

Der BVB-Coach muss auf Mats Hummels verzichten. Der Weltmeister wird seiner Mannschaft wegen einer Bänderdehnung im rechten Sprunggelenk voraussichtlich drei Wochen fehlen. Als möglicher Ersatz gilt Neven Subotic. Zuletzt gaben seine Auftritte der Borussia alles andere als Sicherheit. Der serbische Nationalspieler war nach seiner Einwechslung in München an beiden Gegentoren beteiligt.
Istanbul feierte anders als die Borussia am Wochenende eine gelungene Generalprobe. Dennoch waren beim 2:1-Derbysieg gegen Kasimpasa erneut häufig nur Ansätze zu sehen. Nach einem Rückstand zur Pause drehten Burak Yilmaz (53.) und Umut Bulut (90.) das Spiel. „Uns fehlt Selbstvertrauen. Wir sind nicht in der Lage, 100 Prozent unserer Fähigkeiten abzurufen“, klagte der ehemalige Bundesliga-Spieler Hamit Altintop in der türkischen Zeitung „Hürriyet“.

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