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13.04.2016

06:14 Uhr

Champions League

VfL-Profi den Tränen nahe

Quelle:dpa

Nach dem Ausscheiden aus der Champions League im Viertelfinale bei Real Madrid ist die Enttäuschung beim VfL Wolfsburg riesig. Mittelfeldspieler Maximilian Arnold musste zusammen nehmen, um nicht in Tränen auszubrechen.

Viertelfinale der Champions League

Ronaldo traf drei Mal und schoss Wolfsburg aus der Champions League

Viertelfinale der Champions League: Ronaldo traf drei Mal und schoss Wolfsburg aus der Champions League

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Bei Fragen nach dem 0:3Nach der verpassten historischen Chance auf das erste Champions-League-Halbfinale war Maximilian Arnold vom VfL Wolfsburg zum Heulen zumute. Bei Fragen nach dem 0:3 (0:2) am Dienstagabend bei Real Madrid schossen dem Mittelfeldspieler die Tränen in die Augen, zeitweilig zitterten das Kinn und die Lippen.

Nahezu jede Antwort endete im Nichts. „Absolut bitter”, stammelte der 21-Jährige, der sich offensichtlich eine Mitschuld am Ausscheiden des Fußball-Bundesligisten gab. „Vor dem 0:1 spiele ich einen Katastrophenball. So ging die Scheiße auch schon los”, meinte Arnold.

Gemeint war eine Situation vor dem ersten von drei Toren des Real-Weltstars Cristiano Ronaldo (16. Minute/17./77.). In dieser Phase des Spiels war der VfL vollkommen überfordert mit der Drucksituation im Estadio Santiago Bernabéu.

Sensationen in der Champions League

Die nächste Sensation?

Es wäre DIE Sensation der bisherigen Champions-League-Saison, wenn der VfL Wolfsburg den spanischen Rekordmeister Real Madrid ausschalten würden. Das Hinspiel gewann der Fußball-Bundesligist mit 2:0.

Überraschungen in der Champions League

Große Überraschungen hat es seit der Einführung der europäischen Meisterliga schon öfter gegeben - auch mit deutscher Beteiligung. Eine Auswahl:

Schalkes vier Tore im Bernabéu (1)

Mit 4:3 gewinnt der FC Schalke das Rückspiel im Achtelfinale der vergangenen Saison. Vier Tore im Stadion der ruhmreichen Madrilenen, und doch reicht es nicht zum Weiterkommen. Das Hinspiel haben die Königsblauen gegen die Königlichen zu Hause mit 0:2 verloren.

Schalkes vier Tore im Bernabéu (2)

„Die Wahrscheinlichkeit, dass Real Madrid gegen Schalke ausscheiden würde, war vor dem Spiel ungefähr so groß wie die Gefahr, von einem herabstürzenden Klavier erschlagen zu werden. Und doch wäre es beinahe passiert“, schreibt am Tag danach die Sportzeitung „As“.

Schalkes fünf Tore im Giuseppe-Meazza-Stadion

In den UEFA-Analen wird es als „Schalker Oberwahnsinn beim Titelverteidiger“ geführt. Mit 0:1 gerät Schalke bei Inter Mailand in Rückstand - in der ersten Minute. Am Ende des Hinspiels im Viertelfinale der Saison 2010/11 steht es 5:2 für die Gäste. „Wenn mir das jemand vor dem Spiel prophezeit hätte, hätte ich ihn in die Klapsmühle einweisen lassen“, sagt der damalige Schalker Trainer Ralf Rangnick. Im Rückspiel siegen die Knappen mit 2:1.

Leverkusens Viererpack gegen Liverpool

Mit 0:1 kann man schon mal an der Anfield Road gegen den FC Liverpool verlieren. Bayer Leverkusens Ausgangsposition für das Rückspiel im Viertelfinale der Saison 2001/2002 könnte schlechter, allerdings auch besser sein. Vor heimischer Kulisse zeigt das Team um Michael Ballack, was in ihm steckt. Mit 4:2 gewinnt Bayer, zieht ins Halbfinale ein und scheitert letztlich erst im Endspiel an Real Madrid.

Reals Alptraum namens Andrej Schewtschenko

Im Viertelfinale der Saison 1998/99 ist er fast allein für eine Schmach der Königlichen verantwortlich. Andrej Schewtschenko schaltet mit Dynamo Kiew Real Madrid aus. Das Tor im Hinspiel (1:1) im Estadio Santiago Bernabéu und die beiden Treffer im Rückspiel, das Kiew 2:0 gewinnt - jeweils eine Sache für Schewtschenko.

Tapfere Schotten ärgern den FC Barcelona

Rod Stewart weint. Der Musik-Star kann es auf der Tribüne des Celtic Parks wie viele andere kaum fassen: Celtic Glasgow bezwingt den FC Barcelona in der Gruppenphase der Saison 2012/13 mit 2:1. Erst in der Nachspielzeit gelingt Superstar Lionel Messi der Treffer für die Katalanen.

Nicht mal ein 4:1 im Hinspiel reicht

Für den AC Mailand bleibt es ein schwarzer Tag in der Vereinsgeschichte. Das Hinspiel des Viertelfinales der Saison 2003/04 gewinnt Milan gegen Deportivo La Coruña souverän mit 4:1. Okay, ein Gegentor. Aber vier eigene Treffer sollten doch reichen. Sie reichen aber nicht, weil La Coruña im Rückspiel auch vier Tore schießt, aber keines kassiert.

Ein Real-Angriff nach dem nächsten rollte auf das VfL-Tor zu. Wann immer Wolfsburg in Ballbesitz kam, wurde das Spielgerät auch schon wieder hergeschenkt. So wie bei Arnolds Fehler vor dem 0:1. Nur 90 Sekunden später war der sensationelle 2:0-Hinspielsieg Wolfsburgs bereits egalisiert.

„Wir haben die ersten 20 Minuten nicht richtig angenommen”, haderte VfL-Coach Dieter Hecking anschließend. Allen Beteuerungen zum Trotz zeigte sich sein Team beim ersten Auftritt in Madrid tief beeindruckt von der hitzigen Atmosphäre vor gut 80 000 Fans, die einen höllischen Lärm machten. Es wurden teilweise Pässe gespielt, von denen der adressierte Spieler gar nichts mitbekam. Arnold bekannte anschließend „Kommunikationsprobleme” wegen der Lautstärke auf dem Platz.

Zudem fehlte die Entschlossenheit vor dem Tor der Spanier. „Wir hatten vorher gesagt, dass wir ein Tor brauchen, und das haben wir nicht hinbekommen”, meinte Sportchef Klaus Allofs. Zu allem Überfluss verletzten sich auch noch Julian Draxler und Bruno Henrique und mussten vorzeitig ausgewechselt werden.

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