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04.04.2006

14:55 Uhr

ChampionsLeague Viertelfinale

Alle Augen sind auf Lehmann gerichtet

Jens Lehmann steht am Mittwochabend im Champions-League-Viertelfinale mit seinem Klub FC Arsenal unter besonderer Beobachtung. Bundestrainer Jürgen Klinsmann wird die Partie live im Stadion delle Alpi verfolgen, um seine bisherige "1b" genauestens zu observieren.

Will heute Abend unter den Augen des Bundestrainers eine gute Figur machen: Jens Lehmann. Foto: ap

Will heute Abend unter den Augen des Bundestrainers eine gute Figur machen: Jens Lehmann. Foto: ap

HB LONDON. Jens Lehmann möchte unter den Augen von Bundestrainer Jürgen Klinsmann mit dem FC Arsenal einen historischen Erfolg feiern. Die Chancen der Londoner sind gut, nach dem 2:0- Hinspielsieg über Juventus Turin erstmals in das Halbfinale der Champions League einzuziehen. Der deutsche Keeper kann dabei nicht nur Pluspunkte im Kampf um den Platz im deutschen WM-Tor sammeln, sondern auch zum alleinigen Rekordhalter auf Europas-Fußballbühne werden, wenn er im Rückspiel am Mittwoch erneut kein Gegentor kassiert. Wie die "Gunners" ist auch der FC Barcelona gegen Benfica Lissabon nach dem 0:0 in Portugal Favorit.

"Wir sind optimistisch, aber ich weiß, dass uns dort noch viel Arbeit erwartet", sagte Lehmann. Hält der 36-Jährige sein Tor sauber, bliebe Arsenal zum achten Mal in Serie ohne Gegentreffer. Gerade nach dem Patzer seines Konkurrenten Oliver Kahn sind in Deutschland ohnehin alle Augen auf ihn gerichtet. Selbst Bundestrainer Klinsmann reist ins Stadio delle Alpi, um seine "1 b" zu beobachten. "Ich hoffe, er ist ein Glücksbringer", meinte Lehmann, der Kahns Aussetzer in der Bundesliga weiter nicht kommentieren wollte. Für Lehmann läuft beim FC Arsenal alles nach Plan. Der englische Pokalsieger ist mit seiner sehr jungen Mannschaft seit Wochen in bestechender Form. Beim 5:0 gegen Aston Villa holte sich das Team von Arsène Wenger am Wochenende weiteres Selbstvertrauen. Gegner Juventus strauchelte hingegen auch in der Liga und erreichte beim Schlusslicht Treviso nur ein 0:0.

Aus Turin sind dennoch forsche Töne zu hören. Kapitän Lilian Thuram verspricht: "Wir werden angreifen wie ein Hurrikan. Es würde mich nicht wundern, wenn wir drei oder vier Tore schießen. Wir sind heiß auf Revanche." Die "alte Dame" muss auf die gesperrten Patrick Vieira, Mauro Camoranesi und Jonathan Zebina verzichten, dafür kehrt Pavel Nedved ins Team zurück. Als möglichen Schwachpunkt machten italienische Medien ausgerechnet Lehmann aus, stützten sich dabei aber auf die Eindrücke aus dessen schlechter Zeit beim AC Mailand vor einigen Jahren.

Wie Thuram zeigt sich auch der angeschlagene Alessandro del Piero siegesgewiss, obwohl sein Mitwirken nicht sicher ist. "Die Engländer sollen mal nicht zu früh Siegesgesänge anstimmen, bei uns zu Hause wird andere Musik gespielt", sagte er der "Gazetta dello Sport". "Elf Männer für ein Wunder", forderte das Sportblatt. Noch nie hat "Juve" ein 0:2 im Europapokal aufgeholt. Als letztem italienischem Team gelang dies dem AS Rom auf dem Weg zum Gewinn des Landesmeisterpokals gegen Dundee United vor 22 Jahren.

Der FC Barcelona, der als einer der ersten Anwärter auf den Titelgewinn gilt, muss zum Weiterkommen gegen Benfica Lissabon unbedingt seine Torflaute beenden. Ronaldinho, Samuel Eto'o & Co - bis vor kurzem Europas meistgefürchtete Tormaschinerie - leiden unter mangelnder Treffsicherheit. In den letzten drei Spielen schoss der Barça-Angriff 73 Mal auf das gegnerische Tor, aber es sprang nur ein einziger Treffer heraus - durch einen von Ronaldinho verwandelten Elfmeter beim 1:1 gegen Real Madrid.

"Benfica hat die beste Abwehr der ganzen Champions League", warnte der Portugiese Deco seine Barça-Teamkollegen. Die Fußball-Legende Johan Cruyff gab den Katalanen den Rat: "Barça muss einfacher spielen. Es hilft nichts, den Gegner an die Wand zu spielen, wenn die Chancen nicht genutzt werden." Jungstar Leo Messi wollte nach mehrwöchiger Verletzung zur Stärkung des Angriffs ins Team zurückkehren. Aber die Ärzte erteilten dem Argentinier für die Partie Spielverbot, weil sie kein Risiko eingehen wollten.

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