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23.08.2013

15:52 Uhr

Chaos beim HSV

Investor Kühne will Magath als Vereinsboss

Alle Macht für Magath: In einem verbalen Rundumschlag rechnet der Hamburger Milliardär Klaus-Michael Kühne mit dem HSV ab. Kreuzer? Drittklassig. Fink? Unfähig. Helfen soll nach Kühnes Willen ausgerechnet Felix Magath.

Felix Magath auf Abruf: Der Trainer und Manager ist derzeit ohne Verein. dpa

Felix Magath auf Abruf: Der Trainer und Manager ist derzeit ohne Verein.

Hamburg, DüsseldorfTrotz der Chaos-Tage will der Hamburger SV mit einigen treuen Fans am Samstag um Punkt 17.00 Uhr die 50-jährige Zugehörigkeit zur Bundesliga feiern. Es passt irgendwie zur Lage des Klubs, dass der historische Moment, in dem die Bundesliga-Uhr des letzten verbliebenden Gründungsmitglied auf die glatte 50 springt während eines Auswärtsspiels vorübergeht. Doch ist die Stimmung nicht nur wegen der Spielansetzung am Boden: Die Angst vor einer weiteren Niederlage des Fußball-Dinos im Abendspiel (18.30 Uhr/Sky) treibt die Hanseaten um. Eine Reihe ehemaliger Spieler, so wie Horst Hrubesch oder Uli Stein und vor allem Investor Klaus-Michael Kühne könnten dann noch vehementer radikale Änderungen fordern.

Der 76-Jährige Großunternehmer und Milliardär findet, Trainer, Sportdirektor, Vorstand und Aufsichtsrat sollten gehen und Platz für Felix Magath machen. Besonders Coach Thorsten Fink griff er an: „Ich bin maßlos enttäuscht von ihm“, sagte der Unternehmer in einem Interview des „Hamburger Abendblatts“.

Der Milliardär warf Fink vor, mit den beiden freien Tagen nach dem Hoffenheim-Debakel (1:5) ein falsches Signal gesetzt zu haben. „Diese Entscheidung hat das Fass zum Überlaufen gebracht“, erklärte Kühne. Die Strafe für die Profis Dennis Aogo und Tomas Rincon, die wegen Mallorca-Trips für das Berlin-Spiel suspendiert wurden, ärgerte den Finanzier, der den Norddeutschen beim Transfer von Rafael van der Vaart im Sommer 2012 mit einem Darlehen von acht Millionen aushalf. Doch auch der niederländische Superstar blieb bisher weit hinter den Erwartungen zurück.

Nur Magath sei laut Kühne in der Lage, den HSV zu retten: „Er ist der Einzige, den ich für fähig halte, bis zum Ende der Transferfrist einen dringend benötigten Stürmer zu verpflichten.“ Ohne grundlegende Strukturveränderungen beim HSV würde er kein weiteres Geld zur Verfügung stellen. „Im Moment ist für mich ein weiteres Engagement kein Thema. Erst mit neuen Strukturen und den richtigen Leuten kommt das für mich wieder infrage“, hatte er zuvor schon der „Schweizer Illustrierten“ gesagt. „Es sind zu viele, die es einfach nicht können - und es machen“, sagte auch Horst Hrubesch, Trainer der deutschen U-21-Junioren und 1983 mit dem HSV Europapokalsieger der Landesmeister, bei Servus TV und schob gleich einen Verbesserungsvorschlag nach: „Es muss auf die Schnelle auch was passieren; die ganze Struktur beim HSV stimmt nicht. Ich glaube, dass die 83er auch heute sich hundertprozentig zur Verfügung stellen würden.“ Unter anderem im Team damals: Felix Magath, derzeit ohne Job im Fußball. Und nach eigenem Bekunden ist eine Führungsposition bei seinem alten Klub aus Hamburg eine von zwei Dingen, die ihn beruflich noch reizen.

Kommentare (6)

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unsuwe

23.08.2013, 16:34 Uhr

Ob das mit Magath der Richtige Weg wäre, kann man vorher nicht wissen, Tatsache ist aber das beim HSV dringend Handlungsbedarf besteht. Magath hat mit einem Provinzclub wie Wolfsburg die Meisterschaft geholt, Magath hat mit dem HSV dessen letzten großen Triumph gefeiert den Europapokal der Landesmeister!!! Es ist bereits 5 nach 12 gebt Alles findet ihn den Hamburger Weg. Einziges Urgestein ununterbrochen in der Liga, der einzige Rekord den die arroganten Bayern nicht halten! Die Bundesliga ohne den HSV das wäre eine Tragödie. Der HSV muss in Deutschland nachhaltig zu einem der TOP 5 Vereine werden und in Europa wieder angreifen.

stetson

23.08.2013, 16:47 Uhr

Wieso ist die Bundesliga ohne den HSV eine Tragödie? Steht der HSV unter Artenschutz? Wer's nicht drauf hat, fliegt aus der Liga. Tut dem Verein vielleicht mal ganz gut, so eine besinnliche Denkpause von einem Jahr.

Ommm

23.08.2013, 21:37 Uhr

Die Partie in Berlin könnte eine der härtesten werden, die der HSV in den letzten 20 Jahren zu bestreiten hatte. Die Begleitmusik lässt Schlimmes erahnen.
Es steht zu befürchten, dass nur ein überzeugender Sieg noch den Totalschaden abwenden kann.
Mir ist allerdings nicht ganz klar, warum der Herr Kühne hier wie ein riesiger Abraumbagger agiert. Was hat sich da für ein enormer Frust angestaut? Will er mit seiner Feuerkraft etwa die ganze Stadt und den Verein in die Knie zwingen? Ich kann mir das nicht vorstellen.
Ja selbstverständlich wäre es besser gewesen, den Spielern nach der fetten Klatsche gegen Hoffenheim nicht noch den Teppich auszurollen. Manche Spieler haben ein solches Signal völlig missinterpretiert. Außerdem: die Saison hat gerade erst begonnen (egal, was sonst noch war), da muss die Frage schon erlaubt sein, ob trainingsfrei das richtige Zeichen ist.

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