Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.01.2017

13:47 Uhr

Chefkontrolleur bei Hannover 96

Gerhard Schröder kommt ins Plaudern

Eines ist sicher: Gute Laune hat sich Hannover 96 mit Altkanzler Gerhard Schröder als neuem Aufsichtsratsboss ins Haus geholt. Der 72 Jahre alte Schröder soll für die Niedersachsen Türen öffnen.

Der Altkanzler und Vorgänger von Bundeskanzlerin Merkel ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender von Hannover 96. dpa

Gerhard Schröder

Der Altkanzler und Vorgänger von Bundeskanzlerin Merkel ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender von Hannover 96.

HannoverGerhard Schröder war zum Scherzen aufgelegt. Bei seiner Vorstellung als neuer Aufsichtsratsvorsitzender von Hannover 96 präsentierte sich der Altkanzler am Montag als bestens gelaunter Geschichtenerzähler. Substanzielles zur Zukunft des Zweitligisten gab es vom früheren Bezirksliga-Fußballer nicht. Stattdessen nutzte der SPD-Politiker den öffentlichen Auftritt zu einem launigen Streifzug durch Welt- und Sportpolitik.

„Von mir gibt es schönere Archivbilder - da bin ich jünger“, sagte Schröder zur Begrüßung der Fotografen, als er um kurz nach elf Uhr zusammen mit 96-Präsident Martin Kind den Presseraum der HDI Arena betrat. Es war der Auftakt einer launigen Runde, in der der 72-Jährige fast keinen Schenkelklopfer ausließ. Egal, ob es um Russlands Präsidenten Putin („Er ist nach wie vor ein guter Freund von mir“), den Umgang mit dem neuen US-Präsidenten Trump („Ich bin nicht besonders ängstlich, was das angeht“) oder den zukünftigen Kanzlerkandidaten der SPD („Also ich jedenfalls nicht“) ging - Schröder hatte immer einen flotten Spruch parat.

Der frühere Regierungschef genoss es sichtlich, mal wieder im Mittelpunkt zu stehen und gefragt zu sein. Mehr als eine halbe Stunde stand er den zahlreichen Journalisten Rede und Antwort - ohne wirklich Bahnbrechendes von sich zu geben.

Bei 96 sehen sie Schröder mehr als Türöffner. Mit seinen Kontakten soll der Altkanzler dafür sorgen, dass sich auch überregionale Unternehmen beim niedersächsischen Traditionsclub engagieren. „Ich finde, das ist lohnenswert“, warb Schröder, allerdings dürfte dieses Unterfangen selbst für ihn kein Selbstläufer werden. „Da gilt es, dicke Bretter zu bohren.“

Zu sportlichen Fragen wollte sich Schröder nicht äußern. „Meine fußballerische Karriere ist nicht über die Bezirksliga hinausgekommen“, sagte der Ex-Kanzler. Er sei für die finanziellen Dinge zuständig. „Meine Aufgabe ist es zu gucken, ob die Entscheidungen der Geschäftsführung einer wirtschaftlichen Prüfung standhalten“, erklärte er. „Ich sehe da keine Probleme auf mich zukommen.“

Einmaleins der Fußballtaktik

Grundordnung

Viele Mannschaften spielen mit vier Verteidigern, zwei Spielern vor der Verteidigern, drei Mittelfeldspielern und einem Stürmer, kurz: 4-2-3-1. Dies ist die sogenannte Grundordnung einer Mannschaft. Durch das Verhalten auf dem Platz wird sie zum System. Das heißt: Was passiert im Spiel gegen den Ball und bei Ballbesitz?

Quelle: Fußballtraining, November 2013

Gegen den Ball spielen

Häufig spielen Teams im 4-2-3-1 in der Verteidigung ein 4-4-2-System gegen den Ball. Im Wechsel schieben Mittelfeldspieler und Stürmer vor und zurück.

In Ballbesitz

Die Grundordnung ändert sich deutlich, wenn die Mannschaft in Ballbesitz ist. Aus dem 4-2-3-1 wird dann oft ein 2-3-2-3. Die Außenverteidiger rücken vor, zwei Mittelfeldspieler ebenfalls. Einer der defensiven Mittelfeldspieler sichert ab, der andere schaltet sich in die Offensive ein.

FC Bayern – gegen den Ball

Unter Pep Guardiola spielt der FC Bayern gegen den Ball ein 4-3-3. Die Mannschaft erobert den Ball auch oft im Gegenpressing aus einer 3-3-4-Formation heraus.

FC Bayern – in Ballbesitz

In Ballbesitz rücken die beiden Außenverteidiger ins Zentrum vor, je nach Situation. Ein Sechser agiert defensiv zentral und öffnet so Räume.

Viererkette

Noch heute spielen viele Mannschaften mit einem Spieler hinter der Abwehr, dem Libero. Im modernen Fußball wird der letzte Mann in eine Kette von vier Spielern integriert, die auf einer Linie agieren und bevorzugt den Raum decken. Diese Viererkette besteht aus je zwei Außen- und Innenverteidigern.

Der Sechser

Dieser zentrale Mittelfeldspieler hat drei Hauptaufgaben. Er sichert seine ballführenden Mitspieler ab, er verlagert das Spiel, und er kann den Innenverteidigern in der Spieleröffnung helfen. Er sollte also ein technisch und läuferisch starker Spieler sein.

Der Neuner

Der zentrale Stürmer lässt sich im modernen Fußball immer wieder ins Mittelfeld fallen. Er entzieht sich also dem ständigen Zugriff der Innenverteidiger. Der Ungar Nándor Hidegkuti galt in den fünfziger Jahren als die erste Neuneinhalb, Johan Cruyff in den siebziger Jahren ebenso. Bei der variablen Neun wird die Position frei gelassen und immer wieder von unterschiedlichen Spielern besetzt.

Das dürfte angesichts des launigen Auftritts von Schröder auch für Martin Kind gelten, der Schröder für das Kontrollgremium ausgesucht hat. Der Politiker bezeichnete den Unternehmer, der beim Zweitliga-Club Präsident, Mehrheitsgesellschafter und Geschäftsführer mehrerer 96-GmbHs ist, als „Freund“. Und den soll Schröder nun kontrollieren.

Statt über die 96-Profis Martin Harnik oder Manuel Schmiedebach redete Schröder über Putin, Trump den designierten Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und den künftigen SPD-Kanzlerkandidaten. Konkrete Antworten vermied er, machte lieber noch ein paar Späßchen und witzelte über sich selber als „nicht ganz unschwierigen Bundeskanzler“.

Ob er Tipps für die deutsche Politik im Umgang mit dem neuen US-Präsidenten Donald Trump habe? „Ich bin immer für Selbstbewusstsein“, sagte Schröder. Daran mangelt es ihm nach wie vor nicht. Das war am Montag nicht zu übersehen.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

23.01.2017, 14:47 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

"Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Eibel,Ebsel,Grande, Dirnberger,Trautmann....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

das ist unser geliebter

SPIEGEL

Danke

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×