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21.03.2017

11:22 Uhr

Chicago statt Manchester

Schweinsteiger zieht es in die USA

Das „Fire“ lodert noch im Herzen: Bastian Schweinsteiger will lieber spielen, als auf der Bank zu sitzen und Millionen einzustreichen. Mit dem US-Klub Chicago Fire ist der Ex-Nationalspieler sich handelseinig geworden.

Schweinsteiger-Wechsel in die USA

Löw: „Schade, dass es für Bastian so bei ManU ausgegangen ist“

Schweinsteiger-Wechsel in die USA: Löw: „Schade, dass es für Bastian so bei ManU ausgegangen ist“

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ChicagoFußball-Weltmeister Bastian Schweinsteiger verlässt Manchester United und wechselt in die USA zu den Chicago Fire. Wie United am Dienstag mitteilte, muss der frühere Kapitän der deutschen Nationalmannschaft nur noch die medizinische Untersuchung bei seinem neuen Verein absolvieren und ein Visum erhalten.

„Ich wünschte, ich hätte mehr für Euch tun können“, erklärte der in dieser Saison noch nicht in der Premier League eingesetzte Schweinsteiger in einer Video-Botschaft: „Aber nun war es an der Zeit für mich, etwas zu ändern.“

Auf der Vereins-Homepage wurde er mit den Worten zitiert: „Ich bin traurig, meine vielen Freunde bei Manchester United zu verlassen. Aber es ist der richtige Zeitpunkt, ein neues Kapitel in Chicago aufzuschlagen, und ich freue mich sehr darauf.“

Zum Abschied stimmte der 32-Jährige noch einmal versöhnliche Worte für seinen Coach José Mourinho an, der ihn vor dieser Saison zum Dauer-Reservisten degradiert hatte. „Ich habe es genossen, mit dem Manager, den Spielern und dem Stab zu arbeiten und wünsche allen das Beste für die Zukunft. Mein besonderer Dank geht aber an die United-Fans. Es war eine Ehre, Teil der Mannschaft gewesen zu sein, die im vergangenen Jahr den FA-Cup gewonnen hat.“

Bastian Schweinsteiger – die Höhepunkte im DFB-Dress

1. Länderspiel

Gemeinsam mit Lukas Podolski feiert Bastian Schweinsteiger als 19-Jähriger am 6. Juni 2004 gegen Ungarn sein Länderspieldebüt. Als er von DFB-Teamchef Rudi Völler in Kaiserslautern zur Pause eingewechselt wird, steht das Endresultat bereits fest: 0:2.

14. Länderspiel

Beim 2:2 in Mönchengladbach gegen Russland gelingen dem Bayern-Profi seine ersten zwei Treffer im Nationaltrikot.

35. Länderspiel

Beim deutschen WM-Sommermärchen trumpft Schweinsteiger im Spiel um Platz drei auf: Er erzielt zwei Tore beim 3:1 gegen Portugal in Stuttgart – im letzten Länderspiel von Torwart-Titan Oliver Kahn.

50. Länderspiel

Kein Sieg zum Jubiläum: Im 50. Länderspiel reicht es kurz vor der EM 2008 beim Test gegen Weißrussland lediglich zu einem 2:2.

53. Länderspiel

Sein einziger Platzverweis: Im zweiten Gruppenspiel der EM 2008 sieht Schweini gegen Kroatien (1:2) in der Nachspielzeit wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte. Es folgt ein Spiel Sperre.

56. Länderspiel

Sein erstes Finale mit der Nationalmannschaft endet mit Tränen der Enttäuschung: Deutschland unterliegt bei der EM 2008 in Wien gegen Spanien 0:1.

67. Länderspiel

Am 2. Juni 2009 führt Schweinsteiger die Nationalelf beim 7:2 in Dubai gegen die Vereinigten Arabischen Emirate erstmals als Kapitän aufs Spielfeld.

100. Länderspiel

Turbulentes Jubiläum: 5:3-Sieg im 100. Länderspiel am 15. Oktober 2013 im WM-Qualifikationsspiel in Stockholm gegen Schweden.

108. Länderspiel

Das größte Spiel seiner Karriere: Blutverschmiert führt er als kämpferisches Vorbild Deutschland im WM-Finale am 13. Juli 2014 in Rio zum 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien.

109. Länderspiel

Nach dem Rücktritt von Bayern-Kollege Philipp Lahm ernennt Bundestrainer Joachim Löw Schweinsteiger zum neuen Kapitän. Aber erst ein halbes Jahr später kann der ständig verletzte Weltmeister das DFB-Team am 29. März 2015 beim 2:0 in Georgien erstmals auf dem Platz anführen.

111. Länderspiel

Beim 7:0 gegen Gibraltar 2015 verschießt er zum einzigen Mal einen Elfmeter für Deutschland (ohne Elfmeterschießen). Zuvor verwandelt er fünfmal vom Punkt.

116. Länderspiel

Das 24. und bislang letzte Tor für Deutschland gelingt ihm am 12. Juni zum 2:0-Endstand im EM-Gruppenspiel gegen die Ukraine in Lille wenige Sekunden nach seiner Einwechslung in der 90. Spielminute.

120. Länderspiel

Mit einem unglücklichen Handspiel im Strafraum leitet der Kapitän in Marseille das Aus im EM-Halbfinale gegen Frankreich (0:2) ein. Wenige Tage später erklärt er das Ende seiner DFB-Laufbahn.

121. Länderspiel

In Mönchengladbach gegen Finnland soll Schweinsteiger am Mittwoch ein letztes Mal für Deutschland auflaufen. Löw ermöglicht ihm ein Abschiedsspiel, das der DFB offiziell abgeschafft hat.

Zuvor hatte die Zeitung „Chicago Tribune“ den Wechsel vermeldet und den früheren Bayern-Profi mit den Worten zitiert: „Während meiner Karriere habe ich immer nach Möglichkeiten gesucht, bei denen ich gehofft habe, einen positiven Beitrag leisten zu können und dabei zu helfen, etwas Großes aufzubauen. Mein Wechsel zu Chicago Fire ist nichts anderes.“ Nach Gesprächen mit Manager Nelson Rodriguez und Trainer Veljko Paunovic sei er von der Vision und Philosophie des Vereins aus der Major League Soccer (MLS) überzeugt.

Schweinsteiger könnte schon in der kommenden Woche zu seiner neuen Mannschaft stoßen. Bei United stand er seit Sommer 2015 unter Vertrag, kam unter Mourinho zuletzt aber kaum noch zum Einsatz. Zu Beginn der Saison durfte er nur mit dem Reserveteam des englischen Rekordmeisters trainieren. Letztlich brachte er es in dieser Spielzeit nur auf zwei Einsätze im Pokal, einen in der Europa League und einen im Ligapokal und stand insgesamt nur 134 Minuten auf dem Platz.

Schon seit längerer Zeit wurde über einen Wechsel Schweinsteigers, der mit der früheren Tennisspielerin Ana Ivanovic verheiratet ist, in die USA spekuliert. Schweinsteigers Vertrag bei Manchester United läuft noch bis 30. Juni 2018.

„In der Kabine wird er ein herausragendes Beispiel für einen Champion sein“, sagte Fire-Trainer Paunovic: „Er ist immer noch jemand, der das auch auf dem Spielfeld zeigen und den anderen vormachen kann, wie wir arbeiten, uns vorbereiten, uns verhalten, denken und zusammenarbeiten müssen, um dieses Level zu erreichen.“

Von

dpa

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