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28.05.2015

04:34 Uhr

Clinton-Stiftung

So tief stecken die USA im Fifa-Skandal

VonAxel Postinett

Die Ermittlungen gegen Fifa-Funktionäre heizen die Debatte um dubiose Gönner an: Nach der Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar sollen von der Fifa und dem Emirat Gelder in die USA geflossen sein. Als Trostpflaster?

Schon seit Monaten wird der Clinton Foundation vorgeworfen, sie nehme Gelder allzu leichtfertig an. Nun könnte die Stiftung wegen des Korruptionsskandals um den Fußball-Verband Fifa erneut ins Rampenlicht geraten. AFP

Clinton Foundation

Schon seit Monaten wird der Clinton Foundation vorgeworfen, sie nehme Gelder allzu leichtfertig an. Nun könnte die Stiftung wegen des Korruptionsskandals um den Fußball-Verband Fifa erneut ins Rampenlicht geraten.

San FranciscoAls die USA völlig überraschend gegen den winzigen Wüstenstaat Katar bei der Vergabe der Weltmeisterschaft durch die Fifa (Fédération Internationale de Football Association) unterlag, soll der damalige Ehrenpräsident der US-Fußballkommission so wütend gewesen sein, dass er in seiner Hotelsuite einen Spiegel zertrümmerte. Sein Name: Bill Clinton.

Der Ärger war sicher schnell vergessen. Denn die Fifa wie auch das Siegerland Katar arbeiten mit der Familienstiftung der Clintons zusammen, um den Fußball und gemeinnützige Projekte weltweit zu fördern – dafür gibt es natürlich Geld.

Die Stiftung mit dem Namen „Bill, Hillary und Chelsea Clinton Foundation“ weist Spenden nur in einer Spannweite aus und nennt auch nicht das Datum, an denen Gelder eingegangen sind. Doch die Regierung in Katar, die aufgrund von Vorwürfen wegen menschenunwürdiger Arbeitsbedingungen für Gastarbeiter beim Stadionbau unter massivem Druck steht, hat zwischen einer und fünf Millionen Dollar gespendet.

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Das nach der Entscheidung der Fifa in Katar gegründete Komitee zur Durchführung der WM stiftete 2014 nach Informationen der amerikanischen Nachrichtenseite „The Daily Beast“ zwischen 250.000 und 500.000 Dollar. Der Fußballverband Fifa selbst habe bis zu 100.000 Dollar beigetragen und sei mehrmals in Projekte involviert gewesen.

Die Spenden an die Clinton-Stiftung und die aktuellen Korruptionsermittlungen des US-Justizministeriums stehen in keinem Zusammenhang. Trotzdem bleibt ein schaler Nachgeschmack, ohne eigenes Zutun rutscht die Stiftung wieder einmal ungewollt ins Rampenlicht der Öffentlichkeit.

Schon seit Monaten wird der global agierenden Organisation vorgeworfen, sie nehme leichtfertig und ohne Bedenken Gelder von Staaten an, die nachgewiesenermaßen Menschenrechte mit Füßen treten. Katar war stets auf der Liste der politisch ungeliebten Spender. Nun kommen Geldgeber hinzu, die in Betrug, Erpressung und Schmiergeldzahlungen verwickelt sein sollen.

Kommentare (1)

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Herr Paul Rimmele

28.05.2015, 08:07 Uhr

Delaware läßt grüßen.
Hop Schwyz, arme Irre

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