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02.07.2017

14:07 Uhr

Confed Cup

Euphorischer DFB, zufriedene Veranstalter

Von wegen Turnier das keiner braucht: Der DFB feiert den Confed Cup, für Jogi Löw ist der Wettbewerb „wahnsinnig wertvoll“. Und auch Veranstalter Russland ist plötzlich optimistisch. Doch einiges liegt im Argen.

Confed-Cup Finale

Julian Draxler: „Wir sind keine B-Mannschaft“

Confed-Cup Finale: Julian Draxler: „Wir sind keine B-Mannschaft“

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Moskau„Blitzkrieg in Sotschi“, betitelte die russische Tageszeitung „Kommersant“ den Einzug der deutschen Nationalmannschaft ins Finale des Confederation Cups. Was die 38.000 Zuschauer im einst olympischen Fisht-Stadion gerade zu Beginn des Spiels zu sehen bekamen, war an Effizienz kaum zu überbieten. Selbst Bundestrainer Joachim Löw zeigte sich von der Abgeklärtheit seiner eigentlich zweiten Garde „überrascht. Dass wir im Finale sind, hat keiner voraussehen können“, meinte er und nannte die Erfahrung des zunächst beim DFB wenig geliebten Turniers „wahnsinnig wertvoll“.

Auch Teammanager Oliver Bierhoff freute sich: „Das Turnier ist jetzt schon ein Erfolg“, man habe vorrangig Erkenntnisse sammeln wollen, die seien nun genauso gut wie die Ergebnisse. Die Mannschaft will sich nun auch den Pokal holen, verriet Timo Werner, der jetzt schon als einer der Gewinner des Turniers gilt.

Als Gewinner sehen sich auch die Veranstalter um Russlands Vizepremier Witali Mutko. Das betrifft nicht unbedingt die Leistung der russischen Nationalmannschaft. Die war maximal durchschnittlich. Der russische Sportjournalist Filipp Papenkow unkte nach der Pleite Mexikos, es sei ganz gut, dass Russland es nicht ins Halbfinale geschafft habe. „Wenn schon von Mexiko mit seinen Stars in den europäischen Klubs kein Stein auf dem anderen geblieben ist, so ist es vielleicht ganz gut, dass wir um die Auseinandersetzung herumgekommen sind. Wozu solche Erschütterungen“, fragte Papenkow ironisch.

Während der Auftritt der Sbornaja kurzzeitig sogar zu Reibereien im Verband führte, nachdem ein Vorstandsmitglied einem Kicker Prügel androhte, haben sich die Wogen inzwischen wieder geglättet. Die Russen seien „als Mannschaft aufgetreten, die einem nicht peinlich sein muss“, sagte Mutko.

Wenn auch die Ergebnisse keinen Anlass zur Freude boten, meinte er zumindest Potenzial  für die kommende WM erkannt zu haben und legte anschließend die Betonung auf die reibungslose Organisation des Turniers: Nach Ansicht der FIFA gebe es keine Probleme, alles laufe auf hohem Niveau, sagte er. „Die Infrastruktur ist fertig, die Stadien sind in gutem Zustand. Die Städte haben sich sehr verantwortungsbewusst auf das Turnier vorbereitet“, lobte Russlands Fußball-Verbandschef.

Vergessen sind die Querelen im Vorfeld, die Skandale um Bauverzögerungen und Verteuerungen wie beim Stadion in St. Petersburg, wo die DFB-Elf nun im Finale erstmals spielen muss. Der Bau der Ufo-förmigen Arena hat eigentlich schon 2007 begonnen. Damals noch unter Federführung des örtlichen von Gazprom finanzierten Fußballvereins Zenit St. Petersburg. Nach der WM-Vergabe wurde alles noch ein bisschen größer und teurer, aber nicht unbedingt besser.

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