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09.11.2014

20:18 Uhr

Dank Kramers Jahrhundert-Eigentor

BVB verlässt die Abstiegsränge

VonThorsten Giersch

Sie haben nicht wie ein Tabellenletzter gespielt: Borussia Dortmund hat Gladbach hochverdient mit 1:0 geschlagen. Am Ende sorgte eines der verrücktesten Eigentore der Bundesligageschichte für die Erlösung beim BVB.

Bundesliga Rückschau

Kramers Eigentor brachte dem BVB ersten Sieg nach Wochen

Bundesliga Rückschau: Kramers Eigentor brachte dem BVB ersten Sieg nach Wochen

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DortmundSo sieht es eben aus, wenn der Tabellendritte gegen den Letzten spielt: 22:1 Torschüsse, mehr als ein halbes Dutzend klare Chancen versus null auf der anderen Seite: Doch die überlegene Mannschaft war nicht Borussia Mönchengladbach, sondern Borussia Dortmund. Schon nach der ersten Hälfte hätte der in der Bundesliga vom Pech verfolgte BVB führen müssen.

Doch an diesem Sonntagabend setzte sich die Fußball-Gerechtigkeit durch: Die Dortmunder gewannen das über weite Strecken toll anzuschauende Spiel mit 1:0. Türöffner war nach zig vergebenen Chancen ausgerechnet ein skurriles Eigentor von Christoph Kramer. Mit dem wichtigen Sieg verlässt der BVB den 18. Rang und klettert auf Rang 15. Gladbach kann die Niederlage verschmerzen und bleibt Dritter. Es war die erste Niederlage für die „Fohlen“ nach 18 Spielen.

Die Gladbacher waren mit großem Selbstvertrauen nach Dortmund gekommen: Die gefährlichen Außenspieler André Hahn und Patrick Hermann kamen nach der Pause unter der Woche in der Europa League beim 2:0-Sieg in Limassol wieder zurück ins Team. Der BVB spielte genauso wie beim 2:0-Sieg gegen Istanbul – also mit Aubemeyang vorne, während Immobile und Ramos zunächst auf der Bank saßen.

Daten und Fakten zum 11. Spieltag

Hertha BSC - Hannover 96 0:2

Die erste Halbzeit gestaltet sich relativ ausgeglichenen. Beide Teams haben Torchancen, doch nur Briand bringt den Ball kurz vor der Pause für Hannover im Tor unter (44.). Hertha baut nach dem Wiederanpfiff weiter ab, kommt kaum noch vor das Tor von Zieler und muss durch Kiyotake auch noch das 0:2 hinnehmen (76.). Der Sieg der Niedersachsen geht auch in dieser Höhe völlig in Ordnung.

Bayer Leverkusen - FSV Mainz 05 0:0

Der Werkself mobilisierte nach vier Pflichtspielen binnen zehn Tagen alle Kräfte, um nach dem Einzug in das Pokal-Achtelfinale und dem Champions-League-Auswärtserfolg bei Zenit St. Petersburg (2:1) in der Bundesliga nicht abgehängt zu werden. Allerdings brachte der Kraftakt mit Dauerpressing und Powerplay in der ersten Halbzeit keinen zählbaren Gewinn. Wie so oft in dieser Saison kreierte die Bayer-Profis hochkarätige Chancen am Fließband - nur mit der Verwertung haperte es einmal mehr.

FC Augsburg - SC Paderborn 07 3:0

Der FC Augsburg hat seine Heimstärke in der Fußball-Bundesliga auch gegen den SC Paderborn eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Angeführt von Doppeltorschütze Tobias Werner (7./47. Minute) bezwangen die Schwaben am Samstag den defensiv nicht sattelfesten Aufsteiger mit 3:0 (1:0). Tor Nummer drei durch Jan-Ingwer Callsen-Bracker bereitete der herausragende Werner beim höchsten Saisonsieg des FCA per Freistoß vor.

1899 Hoffenheim - 1. FC Köln 3:4

Fußball ohne Rückwärtsgang: Pawel Olkowski erzielte in der 83. Minute den Siegtreffer für den Aufsteiger. Mit zwei Toren empfahl sich der erneut überragende Brasilianer Roberto Firmino (39. und 45. Minute) dennoch für ein Länderspiel-Debüt in der Seleção. Für die Hoffenheimer traf außerdem Adam Szalai (2.). Vor 30 150 Zuschauern im ausverkauften Stadion hatten die Kölner zwischendurch sogar mit 3:1 vorn gelegen: Olkowski (5.), Matthias Lehmann (12.) und Anthony Ujah (35.) jubelten nach ihren Toren.

Eintracht Frankfurt - FC Bayern München 0:4

Angeführt von einem treffsicheren Thomas Müller hat der FC Bayern München einen souveränen 4:0 (1:0)-Sieg bei Eintracht Frankfurt gefeiert und seine Spitzenposition in der Fußball-Bundesliga zementiert. Dem Nationalstürmer gelang in der 22., 64. und 67. Minute der zweite Dreierpack seiner Karriere. Zuletzt war ihm dieses Kunststück am 1. Mai 2010 gegen den VfL Bochum gelungen. Den Endstand markierte Xherdan Shaqiri (86.).

SC Freiburg - FC Schalke 2:0

Durch ein völlig verdientes 0:2 (0:1) beim SC Freiburg verliert der FC Schalke 04 immer mehr den Anschluss an die Champions-League-Ränge. Selbst die Europa-League-Plätze sind nach dem elften Spieltag in der Fußball-Bundesliga schon ein gutes Stück entfernt. Kellerkind Freiburg kam dank der Tore von Christian Günter (22. Minute) und Jonathan Schmid (68.) zum ersten Liga-Heimsieg der Saison und hat nun drei Pflichtspiele in Serie gewonnen. 24.000 Zuschauer im ausverkauften Schwarzwald-Stadion sahen am Samstag in einer unterhaltsamen Partie erschreckend harmlose Schalker und eine engagierte Heim-Elf, die im Abstiegskampf wichtige Zähler sammelte.

Werder Bremen - VfB Stuttgart 2:0

Werder Bremen hat seinen Aufschwung mit Viktor Skripnik fortgesetzt. Die Norddeutschen feierten den dritten Sieg im dritten Pflichtspiel unter dem neuen Trainer. Für die Gastgeber trafen Sebastian Prödl (30. Minute) und Fin Bartels (57.). Die Bremer verbesserten sich dank des ersten Heimsiegs seit einem halben Jahr vom letzten auf den 15. Tabellenplatz.

VfL Wolfsburg - Hamburger SV 2:0

Der VfL Wolfsburg hat seine Rekordserie im kleinen Nord-Derby gegen den Hamburger SV ausgebaut. Der niedersächsische Fußball-Bundesligist schlug den Dino der Liga am Sonntag im Stile eines Spitzenteams souverän mit 2:0 (1:0) und gewann vor 30.000 Zuschauern dank der Tore von Ivica Olic (27. Minute) und Aaron Hunt (63.) auch das achte Pflichtspiel in Folge. Der VfL, der immerhin die zweitbeste Offensive der Liga stellt, etablierte sich damit bei weiter vier Punkten Rückstand endgültig als Verfolger des FC Bayern München. Die Hamburger stecken dagegen in der Abstiegszone fest.

Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach 1:0

Jürgen Klopp zog die gelbe BVB-Kappe aus Respekt vor seinen Männern, die ausgepumpten Dortmunder Profis applaudierten auf dem Rasen vor der Südtribüne. Mit dem Schlusspfiff löste sich am Sonntagabend die ganze Anspannung der vergangenen Wochen. Dank eines kuriosen Eigentors von Weltmeister Christoph Kramer hat Borussia Dortmund einen ersten Schritt aus der Krise getan und den drohenden Absturz ans Tabellenende der Fußball-Bundesliga abgewendet. Mit seiner Bogenlampe in der 58. Minute aus gut 40 Metern ins eigene Netz sorgte der 23-Jährige für die verdiente 0:1 (0:0)-Niederlage von Borussia Mönchengladbach beim Revierclub.

Das Spiel begann mit einem Paukenschlag: Bender schickte Reus links auf die Reise, der setzte sich im Sprintduell durch, doch sein Schuss aus spitzem Winkel ging knapp am linken Pfosten vorbei. Das wäre ein Auftakt nach Maß gewesen und gab dem Tabellenletzten Selbstvertrauen.

Die Stimmung im mit 80.000 Zuschauern ausverkauftem Rund fachte die Aktion zusätzlich an. Angesichts der schwierigen Lage feuerten die krisenfesten BVB-Anhänger ihr Team umso lauter an und verziehen auch manchen Abspielfehler.

Dann bestraften die Gastgeber beinahe einen der wenigen Fehler der „Fohlen“: Mkhitaryan ergatterte den Ball nach einem schludrigen Pass von Nordtveit, gab ihn hervorragend in die Mitte weiter, wo Reus direkt abzog. Keeper Sommer und der Pfosten verhinderten das 1:0 gemeinschaftlich.

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