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24.01.2012

15:32 Uhr

Das Geschäft mit dem Fußball

Bundesliga profitiert vom Kopf-an-Kopf-Rennen

VonAlexander Möthe

Gleich vier Fußballclubs kämpfen um die deutsche Meisterschaft – und die Manager der Vereine reiben sich die Hände. Denn ökonomisch könnte der Liga nichts Besseres passieren.

Dortmunds Torschütze Jakub Blaszczykowski (M), Moritz Leitner (l) und Neven Subotic jubeln über ihren Sieg gegen den HSV. dpa

Dortmunds Torschütze Jakub Blaszczykowski (M), Moritz Leitner (l) und Neven Subotic jubeln über ihren Sieg gegen den HSV.

DüsseldorfEinsam ist es an der Spitze der Fußball-Bundesliga-Tabelle nun wirklich nicht. Mit einem Paukenschlag läutete Borussia Mönchengladbach am Freitag die Rückrunde ein, brachte den mit entschlossener „Mia-san-Mia“-Mentalität aus der Winterpause gekommenen Bayern einen empfindlichen Hieb in den Nacken.

Borussia Dortmund zeigte dann dem HSV, dass Leistung wichtiger ist als forsche Sprüche. Und mittendrin fertigte Schalke den VfB Stuttgart ab. Resultat des 18. Spieltags: drei Teams punktgleich vorn, Gladbach nur einen Punkt dahinter. Und Spannung pur.

Wirtschaftlich ist das eine sehr dankbare Situation für die Liga. „Das ist ein Segen für die Deutsche Fußball Liga“, erklärt Hartmut Zastrow, Vorstand des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens „Sport + Markt“. Denn je dichter die Spitzengruppe zusammenrückt, desto mehr Fans verfolgen gebannt die Spieltage. Die TV-Quoten seien gut, sagt Zastrow, und der Zuschauerboom in den Stadien bleibt ungebrochen.

Dazu kommt: Alle vier Vereine an der Spitze sind Traditionsclubs mit einer vergleichsweise großen Zahl an Mitgliedern und Fans. Das macht es einfacher, den sportlichen Höhenflug auch in ökonomische Erfolge umzusetzen – nicht nur wegen der vollen Stadien, sondern auch mit dem Verkauf von Trikots und anderen Fanartikeln.

Spitzenreiter bei der Zahl der Fans ist der aktuelle Tabellenführer: Bayern München zählt in Deutschland rund zehn Millionen Anhänger, die Mitbewerber aus Schalke und Dortmund kommen je auf rund drei Millionen. Der Traditionsverein Borussia Mönchengladbach, dessen größte sportliche  Erfolge lang zurückliegen, bringt eine solide Fanbasis mit.

Sportlich die größte Überraschung ist das Comeback eben jener Borussia. Das 3:1 gegen die Bayern lässt am Niederrhein nun sogar Meisterschaftsträume ausbrechen.

Auch wenn der im Winter ausgehandelte Wechsel des Star-Spielers Marco Reus, der im Sommer für mehr als 17 Millionen Euro zu Konkurrent Borussia Dortmund geht, intern für viel Unruhe gesorgt hat – finanziell war er ein voller Erfolg. Wirtschaftlich ist die Zukunft von Mönchengladbach ohnehin rosig. Denn der Verein, der in dieser Saison mit einem Lizenzspieleretat von 27,5 Millionen Euro kalkuliert, wird Informationen von Spiegel Online zufolge in der nächsten Spielzeit zwischen 25 und 30 Millionen Euro investieren können. Sportdirekter Max Eberl möchte das Geld nicht einfach für neue Spieler ausgeben, sondern gleichmäßig die Vereinsstrukturen stärken.

Sportlich steckte das Team die Unruhe weg und Reus bestätigte seine überragende Form. Auf seiner Abschiedstour wird er den Fohlen noch viel Freude bereiten. Und auch der Liga allgemein, denn so bleibt die Meisterschaft spannend.

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