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16.08.2014

17:22 Uhr

David gegen Goliath

Der Kampf der Bundesliga-Ausrüster

VonChristoph Henrichs

Internationale Ausrüstergrößen investieren hohe Summen in der Fußball-Bundesliga und riskieren damit oft Verlustgeschäfte. Deutsche Mittelständler können da nicht mithalten. Sie versuchen, auf andere Weise zu punkten.

Prominent dabei: Das Logo der Sportfirma Puma ist auf den gelben Socken eines Fußballspielers von Borussia Dortmund aufgedruckt. dpa

Prominent dabei: Das Logo der Sportfirma Puma ist auf den gelben Socken eines Fußballspielers von Borussia Dortmund aufgedruckt.

DüsseldorfWenn in einigen Tagen die kurze Fußball-Sommerpause endet, steht das Wochenende für Millionen Deutsche wieder ganz im Zeichen der Bundesliga. Die Spieler kicken um Meisterschaft, Prämien und Popularitätswerte. Doch die Gewinner und Verlierer bei den Sportausrüstern stehen bereits fest. Vor der Saison feilschten sie mit den Bundesliga-Vereinen um Trikotdeals und schlossen millionenschwere Verträge ab.

Gerade durch die vielen und zum Teil auch sehr erfolgreichen deutschen Vereine in Champions League und Europa League ist das Interesse internationaler Unternehmen an der Bundesliga gestiegen. So ist nach einem Jahr Abstinenz auch der italienische Sportartikelhersteller Lotto als Ausrüster der TSG Hoffenheim wieder mit an Bord. „Deutschland ist ein globaler Schlüsselmarkt“, sagt Lotto-Chef Andrea Tomat. Gerade nach der WM erwarten die Italiener mit ihrem Engagement in der Bundesliga eine hohe Markensichtbarkeit.

Doch nicht nur Lotto will im positiven Image des Weltmeisterlandes baden: Aktuell sind acht Ausrüster in der Bundesliga aktiv – drei mehr als in der Vorsaison. Im Vorjahr ebenfalls nicht vertreten war der Sportartikelhersteller Sport-Saller.

Fußball: Die Teams der Bundesliga-Ausrüster

Nike

FSV Mainz 05, Eintracht Frankfurt, FC Augsburg, Hertha BSC, SC Freiburg und Werder Bremen

Adidas

Bayer 04 Leverkusen, FC Bayern München, FC Schalke 04, Hamburger SV

Puma

Borussia Dortmund, VfB Stuttgart

Kappa

Borussia Mönchengladbach, VfL Wolfsburg

Lotto

TSG Hoffenheim

Jako

Hannover 96

Erima

1. FC Köln

Sport-Saller

SC Paderborn

Wechsel zu Nike
  • Nach elf Jahren mit Jako wechselt Eintracht Frankfurt zum amerikanischen Ausrüster Nike.
  • Nach vier Jahren mit Jako wechselt der FC Augsburg zum amerikanischen Ausrüster Nike.

Weitere Wechsel
  • Nach sechs Jahren mit Puma wechselt die TSG zum italienischen Ausrüster Lotto.
  • Nach fünf Jahren mit Adidas wechseln die Wölfe zum italienischen Ausrüster Kappa.

Im fränkischen Weikersheim macht man sich allerdings keine Illusionen über die Chancen im Wettbewerb mit Nike, Adidas & Co. um Trikotdeals: In dieses „Millionenspiel“, wie es Unternehmensgründer Richard Saller nennt, „kommst du normalerweise gar nicht rein.“

Sport-Saller rüstet seit einiger Zeit den SC Paderborn aus – und findet sich nun, wie der Underdog-Aufsteiger, in der Bundesliga wieder. „Wir freuen uns, wenn wir einen Bundesligisten ausrüsten dürfen“, sagt Saller, doch betont ganz pragmatisch: „Das muss aber auch nicht sein.“

Für Adidas muss es das sehr wohl: Die Marktführerschaft im deutschen Fußball ist das traditionelle Selbstverständnis der Herzogenauracher. Doch der ohnehin momentan gebeutelte Konzern hat in dieser Saison zwei Bundesligisten weniger unter Vertrag – und muss zudem noch den Erzrivalen Nike an sich vorbeiziehen lassen. Vier Mannschaften laufen mit den charakteristischen drei Streifen an der Sportkleidung auf, sechs Klubs tragen den Nike-Swoosh.

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