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24.09.2014

11:53 Uhr

Der Patron von Paderborn

Ein Möbelverkäufer rockt die Bundesliga

Sparsam und bodenständig: Wilfried Finke zieht beim SC Paderborn seit 20 Jahren die Strippen. Ohne den Unternehmer gäbe es kein Fußballwunder. Daran ändert auch die Niederlage gegen Meister Bayern München nichts.

Paderborns Präsident Wilfried Finke strahlt: Er steht am 11.05.2014 in Paderborn auf der Bühne am historischen Rathaus und feiert den Aufstieg in die erste Bundesliga. dpa

Paderborns Präsident Wilfried Finke strahlt: Er steht am 11.05.2014 in Paderborn auf der Bühne am historischen Rathaus und feiert den Aufstieg in die erste Bundesliga.

MünchenNiemand ist enger mit der Erfolgsgeschichte des SC Paderborn verbunden als Wilfried Finke. Seit 20 Jahren formt der Präsident seinen SCP. In einem Jahr soll Schluss sein. Vorher will der Unternehmer noch sein letztes großes Ziel erreichen - sein Verein soll keine Schulden mehr haben.

Während der Spiele zeigt der Macher keine Emotionen. Wilfried Finke verfolgt die Heimduelle im Stadion des SC Paderborn vom komfortablen Ledersitz, nur eine Glasscheibe hinter seinem Rücken trennt ihn vom dampfenden Büfett des VIP-Bereichs.

Selbst die erstaunlichen ersten Gehversuche seines Clubs in der Fußball-Bundesliga veranlassten den Präsidenten zu keiner großen Regung. Finke saß bei den Spielen stets entspannt, beobachtete, rauchte und genoss die furiosen Auftritte des SCP im Stillen - als hätte er alles schon vorher gewusst.

David gegen Goliath: Paderborn will Bayern ärgern

Spitzenspiel

Am 5. Spieltag der Bundesligasaison 2014/15 lautet das Spitzenspiel: FC Bayern München gegen SC Paderborn 07. Der Tabellenvierte aus München spielt gegen den Spitzenreiter aus Ostwestfalen. Ein Vergleich des Davids gegen den Goliath.

Die Vereine

SC Paderborn: Der heutige SC Paderborn 07 entstand 1985 unter dem Namen TuS Paderborn-Neuhaus durch eine Fusion des TuS Schloß Neuhaus und des 1. FC Paderborn. Beide Vereine waren wiederum Produkte früherer Fusionen.

FC Bayern: Der 1900 gegründete FC Bayern München ist der Rekordmeister der Bundesliga. Aus den Reihen der Bayern gingen u.a. Stars wie Franz Beckenbauer, Sepp Maier, Paul Breitner, Gerd Müller und Oliver Kahn hervor.

Größte Erfolge

SC Paderborn: 13/14 Aufstieg in die Bundesliga, 08/09 Aufstieg in die 2. Liga, 03/04 Landespokalsieger Westfalen

FC Bayern: 24 x Deutscher Meister, 17 x Deutscher Pokalsieger, 2 x Champions-League-Sieger, 3 x Europapokal der Landesmeister

Stadion

SC Paderborn: 15.000 Plätze, davon 5800 Sitzplätze

FC Bayern: 71.137 Plätze, davon 57.343 Sitzplätze (67.812 Sitzplätze bei internationalen Spielen)

Kaderwert

SC Paderborn: 22,35 Millionen Euro (Nicht in den Top 100 in Europa)

FC Bayern: 564,35 Millionen Euro (Nummer drei in Europa)

Quelle: transfermarkt.de

Lizenzspieler-Etat 2014/15

SC Paderborn: 15 Millionen Euro

FC Bayern: 160 Millionen Euro

Quelle: transfermarkt.de

Teuerste Spieler

SC Paderborn: Alban Meha, Moritz Stoppelkamp, Mario Vrancic, Elias Kachunga (1,5 Millionen Euro)

FC Bayern: Robert Lewandowski, Thomas Müller (50 Millionen Euro), Mario Götze (48 Millionen Euro), Manuel Neuer (40 Millionen Euro)

Quelle: transfermarkt.de

Teuerst mögliche Startelf

SC Paderborn: 14,5 Millionen Euro

FC Bayern: 416 Millionen Euro

Quelle: transfermarkt.de

Topverdiener

SC Paderborn: Rafael Lopez und Moritz Stoppelkamp

FC Bayern: Franck Ribéry, Mario Götze (geschätzes Grundgehalt je 12 Millionen Euro pro Jahr)

Quelle: bild.de

Besonderes

SC Paderborn: Mit 1900 Fahradstellplätzen die meisten Stellplätze an einem Fußballstadion in ganz Europa

FC Bayern: Bei Spielen des FC Bayern München erscheint die Außenhaut des Stadions in rot (eine der Vereinsfarben). Bei Spielen des TSV 1860 München erscheint die Außenhaut in hellblau (eine der Vereinsfarben des TSV 1860 München). Bei Spielen von Deutschland erscheint die Außenhaut in weiß.

„Ich habe mir stets hohe, auf den ersten Blick unerreichbare Ziele gesteckt. Nur dann kann man etwas Außergewöhnliches erreichen“, sagte er vor Beginn der für seinen Club historischen Spielzeit. Zehn Punkte sollten es nach vier Spielen für den Aufsteiger idealerweise sein.

Eine motivierte Zielsetzung, die nicht nur Coach André Breitenreiter irritierte. „Mir als Trainer, der den sportlichen Bereich verantwortlich bewertet, können solche Aussagen natürlich nicht passen“, erklärte der Ex-Profi Breitenreiter. Und nach der Niederlage gegen die Bayern am Dienstag braucht er immer noch zwei weitere Punkte, um das Ziel verspätet zu erreichen.

Gleichwohl, der Rest der Geschichte ist bekannt: Mit enormer taktischer Reife überraschten die Paderborner die ersten Konkurrenten in der Bundesliga. Sie holten acht Punkte aus den ersten vier Partien und fuhren sogar als Tabellenführer zum Spitzenspiel nach München.

Kommentare (2)

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Sergio Puntila

23.09.2014, 18:41 Uhr

Prolls jibbet ja jarnicht mehr.
Das sein feine Herren, über die sich der gewöhnliche Handelsblatt Leser auch noch Gedanken machen sollte.

Wenn man sich ansieht, aus welchen Taubenzüchtervereinen sich die "Elite" dieses Landes zu rekrutieren scheint, da könnte einen nur noch das Gruseln kömmen - hätte er nicht seine Zeit damit verplempert so einen Kommentar auch noch hinschreiben zu wollen.

Sergio Puntila

23.09.2014, 18:45 Uhr

Passt schon:
Middelhof wurde seine extrem häßliche Armbanduhr zur Versteigerung vefügt.

Und Tante Martha hat auch Pickel.

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