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05.06.2015

20:49 Uhr

Der Werber-Rat

Wer sich rar macht, ist unattraktiv

VonChristoph Metzelder

Die DFL will mit Übertragungsrechten eine Milliarde Euro erzielen. Doch dazu müssen Fußballer und Vereine den Medien wieder mehr von sich geben – denn heute sind die eigenen Facebook-Profile wichtiger als TV-Interviews.

In Zukunft soll bei der Vermarktung der Medienrechte in der Fußball-Bundesliga die Milliarden-Grenze geknackt werden. Dafür sind aber neue Sendezeiten notwendig – über ein Spiel am Montagabend wurde bereits in der Vergangenheit kontrovers diskutiert. ap

Dortmund gegen Bayern am Montagabend?

In Zukunft soll bei der Vermarktung der Medienrechte in der Fußball-Bundesliga die Milliarden-Grenze geknackt werden. Dafür sind aber neue Sendezeiten notwendig – über ein Spiel am Montagabend wurde bereits in der Vergangenheit kontrovers diskutiert.

Die Profivereine der Bundesligen setzen große Hoffnungen in die DFL-Spitze. Sie soll bei der im Frühjahr 2016 beginnenden Verhandlung um die Medienrechte ab der Saison 2017/2018 die magische Milliarden-Grenze knacken. Einfach wird das nicht.

Rechtehalter Sky ist konkurrenzlos. Arena verabschiedete sich bereits vor Jahren, die Telekom scheint auf das mit Sky verhandelte Paket zu setzen. Dass Internetriesen wie Amazon oder Google zeitnah Bewegung in den Markt bringen, ist wohl wenig realistisch.

Will die DFL eine Milliarde Euro, müssen die Liga und die Vereine Opfer bringen. Das bedeutet neue Anstoßzeiten, die Sendern mehr Sendezeit liefern, jedoch mit Traditionen und Gewohnheiten der Fans brechen.

Und es geht um exklusiven Content, etwa das, was nach den 90 Minuten passiert. Hier zeichnet sich aber ein Trend ab, der die Attraktivität schmälert. Denn Vereine und Spieler verstehen sich zunehmend selbst als Medium – und machen sich rar.

Statements zum Spiel gibt es nur noch auf den eigenen sozialen Profilen. Auch Vereine erkennen ihre Chancen als Content-Lieferant: Vertragsverlängerungen werden direkt aus dem Büro gepostet. Die Protagonisten sind selbst das Medium.

Der Trend ist gefährlich. Die DFL tut also gut daran, die eine Milliarde Euro schnell zu erzielen. Denn sie könnte weniger wert sein, als man denkt.

Der Autor: Christoph Metzelder ist Mitinhaber der Agentur Jung von Matt/Sports.

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