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08.04.2016

09:20 Uhr

Deutscher Fußball

Misserfolg der Engländer ist ein Glücksfall

VonThomas Schmitt

Bayern dominiert die Portugiesen, und Wolfsburg düpiert die Spanier. Nebeneffekt der Siege: Die Bundesliga sichert sich drei Startplätze in der Champions League – auf Jahre hinaus. Die Engländer müssen dagegen zittern.

DüsseldorfSeit Jahren kommen die besten Vereinsmannschaften aus Spanien. Das zeigt sich nicht nur an den Titeln von Barcelona und Real Madrid in der Champions League, sondern auch an den Dauererfolgen der Spanier in der Europa League. Überdies hat erneut keine andere Liga noch so viele Teams in europäischen Pokalwettbewerben: Insgesamt sechs von sieben sind es noch in dieser Saison.

Die Riege der Spanier könnte nun jedoch schneller kleiner werden als erwartet. Dafür gesorgt hat am Mittwoch ausgerechnet der VfL Wolfsburg, der völlig überraschend die Startruppe von Real Madrid rund um Cristiano Ronaldo mit 2:0 nach Hause schickte. Der Vorsprung ist eine ausgezeichnete Basis für das Rückspiel in einer Woche. Ein Tor der Wolfsburger in Madrid – dann müsste Real schon vier schießen.

Der Sieg der Wölfe ist nicht nur ein historischer, sondern auch ein Triumph, der noch viele Jahre in Deutschland nachwirken wird. Denn dadurch und den Sieg der Bayern gegen Benfica Lissabon hat die Bundesliga den Vorsprung der Italiener in der Fünfjahreswertung des Fußballverbandes Uefa wieder aufgeholt. Drei Startplätze in der Champions League sind nun auf Jahre hinaus so gut wie sicher.

Länderbilanz in Champions und Europa League 2015/16

Spiele, Tore, Punkte

Die Klubs aus den sieben großen Ligen haben bis zum 6. April 343 Spiele absolviert. Dabei fielen 554 Tore. Im Schnitt sammelten die Ligen 1,63 Punkte pro Spiel. Die Bilanz:
Quelle: Handelsblatt / Viebahn

1. Primera Division (Spanien)

67 Spiele, 129 Punkte, 1,93 Punkte pro Spiel

2. Bundesliga

60 Spiele, 109 Punkte, 1,82 Punkte pro Spiel

3. Serie A (Italien)

42 Spiele, 67 Punkte, 1,60 Punkte pro Spiel

4. Premier League (England)

55 Spiele, 86 Punkte, 1,56 Punkte pro Spiel

5. Primiera Liga (Portugal)

40 Spiele, 58 Punkte, 1,45 Punkte pro Spiel

6. Premjer Liga (Russland)

36 Spiele, 50 Punkte, 1,39 Punkte pro Spiel

7. Ligue A (Frankreich)

43 Spiele, 59 Punkte, 1,37 Punkte pro Spiel

Einen vierten Platz im wichtigsten europäischen Wettbewerb auf Vereinsebene kann sich ein Teilnehmer aus Deutschland zudem sichern, wenn sich der Bundesliga-Vierte in einem Qualifikationsspiel durchsetzt. Das ist in den vergangenen Jahren meistens gelungen, zuletzt rutschte so noch Bayer Leverkusen in die Champions League.

Die europäische Königsklasse ist für die Weiterentwicklung des deutschen Vereinsfußballs von enormer Bedeutung – sportlich natürlich, aber vor allem wirtschaftlich. Nur wer hier dauerhaft präsent ist, kann sich die besten Fußballer auf Dauer sichern. Denn die Uefa schüttet enorm hohe Startgelder und satte Prämien für Erfolge in der Gruppen- und Finalphase aus.

Wer den Millionensegen aus der Champions League geschickt investiert, hat mittelfristig gute Chancen, im europäischen Vereinsfußball oben mitzuspielen. Und kann mit etwas Glück auch schon mal einen der großen Vier – Real, Barca, Bayern und Manchester United – ärgern. So wie das Wolfsburg am Mittwoch gegen Real gelungen ist.

 

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