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13.05.2015

13:40 Uhr

Deutscher Torwart beim FC Barcelona

Halbfinale wird zu ter Stegens Meisterprüfung

Marc-André ter Stegen ist nur die Nummer zwei im Tor des FC Barcelona. Doch in den Pokalwettbewerben, auch gegen den FC Bayern, glänzt der Mönchengladbacher und empfiehlt sich für höhere Aufgaben – auch bei Jogi Löw.

Marc-André ter Stegen pirscht sich an den Nummer-1-Status bei Barcelona heran. Reuters

Auf dem Sprung

Marc-André ter Stegen pirscht sich an den Nummer-1-Status bei Barcelona heran.

MünchenAuf so einen Abend hatte Marc-André ter Stegen hingearbeitet, auch wenn die erhoffte Krönung in Berlin noch folgen soll. Der 23 Jahre alte Torwart konnte im Champions-League-Duell mit Manuel Neuer vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw und Millionen deutscher Fußball-Fans eindrucksvoll belegen, wie prächtig er sich beim FC Barcelona weiterentwickelt hat. Auch die letzten Kritiker in der Wahlheimat Spanien überzeugte der ehemalige Gladbacher mit seinen Paraden beim 2:3 in München.

„Ter Stegen besteht in seinem Heimatland die (fußballerische) Doktorprüfung“, schwärmte „Marca“. Eine „Meisterleistung“ sah auch „El Periódico“. In der Presse erhielt ter Stegen am Mittwoch durchweg die beste Note, zusammen mit dem zweifachen Torschützen Neymar und noch vor Weltstar Lionel Messi, den Bayern-Trainer Pep Guardiola am Dienstagabend zum „besten Spieler aller Zeiten“ erklärte; allein vergleichbar mit dem Brasilianer Pelé.

Der ehrgeizige ter Stegen ärgerte sich natürlich darüber, „dass wir hier verloren haben. Wir hätten das nicht aus der Hand geben müssen“, sagte er angesichts einer 2:1-Führung. Die drei Gegentore von Medhi Benatia, Robert Lewandowski und Thomas Müller wurmten ihn ebenso. Aber niemand konnte sie ihm ankreiden. Die atemberaubenden Paraden wie beim Kopfball von Bastian Schweinsteiger oder einem Schuss von Robert Lewandowski, den er erst parierte und dann mit einem Panthersprung von der Torlinie kratzte, überstrahlten die Treffer.

„Ich bin nach Barcelona gegangen, um größtmöglichen Erfolg zu haben. Jetzt haben wir die Möglichkeit dazu. Jetzt wollen wir es vollenden“, sagte ter Stegen, bevor es noch in der Nacht zum Mittwoch mit dem Charterflieger nach Barcelona zurückging. Am 6. Juni wird er wieder in Deutschland sein, in Berlin, bei seinem ersten internationalen Finale. Dann kann ter Stegen womöglich mit Barça das Triple perfekt machen. Auch in der Meisterschaft und im Pokalfinale ist der FC Barcelona nur noch jeweils einen Sieg davon entfernt, alle drei Titel zu holen. „Ein super Gefühl“, schwärmte Trainer Luis Enrique.

Zwei der drei Trophäen wären auch ter Stegens ganz persönlicher Erfolg. Der viermalige Nationaltorhüter steht in der Champions League und im spanischen Pokal im Tor. Sein chilenischer Konkurrent Claudio Bravo (32) spielt im Liga-Alltag in der Primera División.

Ter Stegen konnte in München im Kampf um die alleinige Nummer 1 in Barcelona punkten, aber zugleich auch fürs Nationalteam und für die bevorstehende Europameisterschaft mit der deutschen U21-Auswahl im Juni in Tschechien. „Ich habe ihm direkt nach dem Spiel gratuliert, mit 23 auf so einem Niveau zu spielen“, berichtete Nationalmannschafts-Kapitän Bastian Schweinsteiger: „Er hat unglaubliche Fähigkeiten, das hat er in dem Spiel bewiesen.“

Im Herbst, wenn Löw im deutschen Weltmeisterteam die Hierarchie der Schlussmänner hinter dem unantastbaren Bayern-Keeper Neuer mit Blickrichtung EM 2016 neu ordnen will, ist ter Stegen ganz vorne mit dabei. Für den Bundestrainer sowie seinen Torwartcoach Andreas Köpke ist ter Stegen vom Talent, vom Ehrgeiz und auch von der Spielweise her schon lange derjenige, der am ehesten sogar Neuer etwas Druck machen könnte. Das Champions-League-Finale hat er ihm schon genommen.

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dpa

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