Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.03.2016

18:49 Uhr

Deutschland gegen Italien

Der Angstgegner bittet zum Tanz

Gegen England verloren, Italien vor der Brust: Das Spiel gegen die Squadra Azzura wird für die DFB-Auswahl ein ungewollter Härtetest. Während Löw experimentiert und Neuer schont, will Italien Selbstvertrauen tanken.

Es gibt viel zu tun für das Trainerduo. AFP; Files; Francois Guillot

Jogi Löw und Thomas Schneider

Es gibt viel zu tun für das Trainerduo.

MünchenJetzt geht es ausgerechnet gegen den Angstgegner um ein gutes EM-Gefühl. „Klar ist, dass wir uns durch die Niederlage gegen England unter Druck gesetzt haben und gegen Italien liefern müssen“, sagte Assistenztrainer Thomas Schneider am Ostermontag. Im Fußball zählen Ergebnisse, auch wenn Joachim Löw nach der „guten Lehrstunde“ beim 2:3 gegen die hungrigen Engländer sehr entspannt reagiert hatte. „Man ärgert sich schon, aber auch damit können wir mal leben“, resümierte der Bundestrainer in Berlin, bevor er seine Verlierer vor dem zweiten Klassiker am Dienstag (20.45 Uhr/ARD) wie zuvor geplant in einen kurzen Heimaturlaub zu den Familien entließ.

Es sind ja nur Testspiele, aber genau diesen Testspiel-Schlendrian müsste Löw seinen Weltmeistern kurz vor der Europameisterschaft eigentlich austreiben. Sonst blüht gegen die abgezockten Italiener ein totaler Fehlstart ins EM-Jahr, der zumindest bei Außenstehenden wie Fans und Medien die Zweifel am weiter vorhandenen Erfolgshunger und der Titelreife der deutschen Nationalmannschaft schüren würde.

Verhindern soll das unter anderem Bayern-Bankdrücker Mario Götze, der sich in seinem 50. Länderspiel - noch dazu in München - beweisen darf. Löw gab dem 23-Jährigen eine Einsatzgarantie in der Startelf. „Es lohnt sich immer, Mario zu unterstützen. Er kann Dinge, die andere nicht können“, begründete Löw, der für die EM auf Götze zählt.

Testspiel gegen England: Löw sieht Niederlage als „gute Lehrstunde“ für die Nationalelf

Testspiel gegen England

Löw sieht Niederlage als „gute Lehrstunde“ für die Nationalelf

Der Start ins EM-Jahr missglückt dem Weltmeister. Die verspielte 2:0-Führung ärgert auch den Bundestrainer. Löw verspricht vor der Italien-Kraftprobe eine Analyse – und Thomas Müller erkennt ein Mentalitätsproblem.

Weitere personelle Umstellungen blieben am Ostermontag streng geheim. Ersatz-Kapitän Sami Khedira deutete aber mit Verweis auf den großen Kader an, dass Löw das Ergebnis nicht über das Experimentieren stellen werde und das Team wohl großflächiger umbaut. „Ich denke, dass der eine oder andere zum Einsatz kommt, den man nicht auf der Rechnung hatte“, sagte Khedira. Im Tor ist eine Umstellung nötig: Manuel Neuer reiste nach dem Treffpunkt am Montag rasch wieder wegen einer Magenverstimmung aus dem Teamquartier ab. Marc-André ter Stegen dürfte nach den Trainingseindrücken sein fünftes Länderspiel machen, obwohl auch ein Debüt von Bernd Leno (Bayer Leverkusen) oder Kevin Trapp (Paris St. Germain) möglich wäre. Bei der Übungseinheit in der Allianz Arena fehlte am Montagabend auch der geschonte Khedira.

In Berlin hatten die jungen, wilden Engländer die Defizite des Weltmeisters schonungslos aufgedeckt. Und die Italiener seien „noch mal ein anderes Kaliber“, bemerkte selbst Löw. „Italien ist eine Turnier-Bestie“, formulierte Mario Gomez drastisch. „Für uns ist es schon noch mal wichtig, dass wir in die Vorbereitung gehen können mit einem Sieg“, ergänzte Gomez. Der Torjäger hatte Löw am Samstag die positive Erkenntnis des friedlichen Berliner Fußballabends geliefert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×