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14.11.2014

15:00 Uhr

DFB-Doku „Die Mannschaft“

Peinliche Twitter-Panne im WM-Film

VonMarcel Bohnensteffen

Seit Donnerstag läuft der Film „Die Mannschaft“ im Kino. Die Macher haben das deutsche Fußball-Nationalteam beim WM-Triumph in Brasilien begleitet. Gleich in der ersten Szene unterläuft ihnen jedoch eine peinliche Panne.

Mit diesem gefälschten Zitat beginnt der Kino-Film „Die Mannschaft“. Screenshot

Mit diesem gefälschten Zitat beginnt der Kino-Film „Die Mannschaft“.

DüsseldorfDieses Zitat haben die Filmemacher nicht ohne Grund gewählt: Regisseur Uli Voigt und Kollegen wollten einen schriftliche Beweis dafür, dass die ganze Welt die deutschen Fußballer für ihren WM-Titel huldigt. Sie bewundert für ihren Spielstil. Sie beneidet um ihren Teamgeist. Gleich zu Beginn von „Die Mannschaft“.

Und was wiegt mehr als die Anerkennung eines Erzfeinden - eines Engländers? Also haben sich Voigt und Co. bei Steven Gerrard bedient, dem Kapitän der englischen Nationalmannschaft. Zumindest dachten sie das.

„Brasilien hat Neymar. Argentinien hat Messi. Portugal hat Ronaldo. Deutschland hat eine Mannschaft!“ Mit diesem Zitat, das angeblich von Gerrard stammt, beginnt die Dokumentation über das Weltmeister-Team. Sätze, die er auf Twitter kundgetan haben soll. In der Nacht zum 9. Juli 2014. Am Abend zuvor, am 8. Juli, hatte die DFB-Elf Gastgeber Brasilien im Halbfinale mit 7:1 gedemütigt und war ins Endspiel eingezogen.

Das Problem: Gerrard hat sowas nie geschrieben. Das Zitat stammt von einem Fake-Account bei Twitter, berichtet „Bildblog“.

Hinter dem Profil stecke in Wirklichkeit ein Nutzer namens Seumas Beathan. Er trete bei dem Kurznachrichtendienst unter dem Namen seines Idols Gerrard auf und bezeichne sich selbst als „Sprachrohr für #LFC Transfer-News und Gerüchte.“ Gerrard selbst ist bei Twitter gar nicht registriert.

Dass er den Tweet unter falschem Namen verbreitete, sei den Machern des Films nicht aufgefallen. „Außer ein paar Journalisten und deutschen Fans hat niemand gemerkt, dass der Tweet in Wirklichkeit gar nicht von Steven Gerrard kam“, wird Beathan bei „Bildblog“ zitiert.

Über geringe Aufmerksamkeit darf sich der Twitter-Nutzer jedenfalls nicht beschweren. Seit dem 8. Juli wurde seine Nachricht mehr als 35.600 Mal retweetet.

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