Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.03.2014

15:10 Uhr

DFB droht mit Sanktionen

Hochrisiko-Derby auf Bewährung

VonMichael Verfürden

3000 Polizisten, 30.000 Euro Strafe und die Drohung, die „Gelbe Wand“ auszuschließen: Das Revierderby zwischen dem BVB und Schalke steht unter scharfer Beobachtung des DFB. Die Sicherheitsvorkehrungen sind extrem erhöht.

Können sich die Fans von Borussia Dortmund in den nächsten sieben Monaten nicht benehmen, muss der BVB ein Heimspiel ohne „Gelbe Wand“ im Rücken bestreiten. dpa - picture-alliance

Können sich die Fans von Borussia Dortmund in den nächsten sieben Monaten nicht benehmen, muss der BVB ein Heimspiel ohne „Gelbe Wand“ im Rücken bestreiten.

DortmundDer Pott brodelt: Am Abend heißt es wieder Schwarz-Gelb gegen Königsblau. Die Vorzeichen vor dem Duell der Revier-Nachbarn waren selten so brisant wie diesmal, denn die beiden Erzrivalen „trennen einen Punkt und 30 Kilometer, mehr nicht“, wie BVB-Coach Jürgen Klopp treffend zusammenfasste. Für die Vereine geht es im Signal Iduna Park aber nicht nur um Prestige und wichtige Punkte im Kampf um Platz 2. Das 144. Aufeinandertreffen der beiden Ruhrpott-Klubs ist ein Derby auf Bewährung.

Ein Blick zurück: Im Hinspiel am 26. Oktober 2013 revanchiert sich Borussia Dortmund für die beiden Derby-Pleiten aus der Vorsaison und gewinnt auf Schalke mit 3:1. Der sportliche Erfolg wird allerdings von den Krawallen auf den Rängen überschattet.

BVB-Anhänger hatten Böller und Bengalische Feuer gezündet und auf das Spielfeld und in angrenzende Schalker Zuschauerblöcke geworfen. Die Partie war wegen der Unruhen von Schiedsrichter Knut Kircher mit sechsminütiger Verspätung angepfiffen worden. In der 74. Minute zündeten Fans einen weiterer Knallkörper im BVB-Zuschauerbereich.

Die Sponsoren-Pyramide von Borussia Dortmund

Image

Borussia Dortmund gehört zu beliebtesten Sportmannschaften in Deutschland. Entsprechend attraktiv ist es für viele Unternehmen, sich an das positive Image des Vereins zu hängen.

Stand: September 2016

Pyramide

Bei den Sponsoren gibt es jedoch klare Rangverteilungen. Einige tauchen fast immer auf, einige sehr häufig und manche nur bei speziellen Gelegenheiten.  Aktiv herausgestellt werden von Borussia Dortmund insgesamt mehr als 50 Sponsoren.

Sponsorentafeln

Fußballvereine gruppieren ihre Sponsoren mit Logos auf großen Tafeln. Diese sind im Stadion immer im Rampenlicht von Fernsehkameras positioniert. 

Hauptsponsoren

Die drei wichtigsten Sponsoren von Borussia Dortmund sind allesamt bekannte Unternehmen. Evonik als Trikotsponsor ist ein Chemieunternehmen aus dem Ruhrgebiet. Signal Iduna als Stadionsponsor des „Signal Iduna Park“ ist eine der größten Versicherungen der Region. Und Puma agiert weltweit als Sportartikelausrüster.

Wichtige Champion-Partner (1)

Zur ersten Garde in der Sponsoren-Riege gehören die sogenannten Champion-Partner. Davon gibt es elf. Zuerst genannt werden immer: der Autohersteller Opel, die Fluglinie Eurowings, der Bierbrauer Brinkhoff’s sowie als vierter der Handyhersteller Huawei.

Bekannte Champion-Partner (2)

In der zweiten Reihe der Champion-Partner stehen der Versicherer Signal Iduna (ohne den Hinweis auf das Stadion), der Würstchenlieferant Sprehe Feinkost, die Sparda-Bank sowie der TV- und Telefonieanbieter Unitymedia.

Weitere Champion-Partner

Weniger bekannt sind dann schon diese drei Sponsoren, die ebenfalls den Status Champion-Partner besitzen: der Pumpenhersteller Wilo, der Lichtlösungsanbieter Thorn und der südkoreanische Reifenhersteller Hankook.

BVB-Partner

Als BVB-Partner dürfen sich 16 Unternehmen bezeichnen. Dies ist dann die zweite Garde in der Sponsorenpyramide. Diese Unternehmen tauchen noch vergleichsweise prominent auf, wenn es um Borussia Dortmund geht. Vertreten sind hier Mittelständler, regionale Größen wie die Ruhr-Nachrichten oder Firmen, die bekannter werden möchten. Hierzu zählen jedoch auch einige bekannte Konzerne, wie der Einzelhändler Rewe oder Coca-Cola sowie MAN.

BVB-Produkt-Partner

Auf der dritten Ebene hebt der Verein schließlich 26 Unternehmen hervor, die bestimmte Produkte pushen wollen oder Lieferant der Borussia sind. Dazu zählen die Westfalenhallen, die direkt neben dem Stadion liegen. Oder die Nüsse von Ültje.

Auch beim Heimspiel gegen Bayern München und auswärts beim Hamburger SV waren Fans von Borussia Dortmund negativ aufgefallen. Gegen München flogen Feuerzeuge, Bierbecher und kleine Spraydosen aus dem Zuschauerbereich der Heimfans in den BVB-Strafraum. Die Schweigeminute für den verstorbenen Ex-HSV-Masseur Hermann Rieger vor dem Spiel gegen den HSV störte ein BVB-Anhänger mit einem lautstarken Nazi-Ruf.

Die Vorkommnisse blieben nicht ohne Konsequenz: Vor dem Derby-Rückspiel gegen Schalke erteilte das DFB-Sportgericht dem BVB die Auflage, zusätzlich 30.000 Euro für Projekte und Maßnahmen zur Gewaltprävention aufzuwenden. Sollte es innerhalb der nächsten sieben Monate erneut zu Krawallen wie im Hinspiel kommen, muss der Verein außerdem die Südtribüne für ein Bundesliga-Heimspiel dicht machen.

Der BVB ohne „Gelbe Wand“ im Rücken: Eine Maßnahme, die – im Gegensatz zu Geldstrafen für den Verein – die Krawallmacher direkt trifft. Nur eben auch die anderen rund 25.000 Fans, die am Spieltag ebenfalls auf der Südtribüne stehen und denen so eine zusätzliche Verantwortung für Dritte aufgebürdet wird.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×