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28.10.2014

11:39 Uhr

DFB-Pokal

Der BVB und die Angst vor der Niederlage

VonStefan Kreitewolf

Alarmstufe Rot beim BVB: Vor dem Duell gegen St. Pauli zeigt Dortmund-Trainer Klopp Nerven. Das Duell gegen St. Pauli könnte daher richtig heiß werden. Doch das ist nicht die einzige brisante Begegnung im DFB-Pokal.

Ein untypisches Bild: Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp ist ratlos. dpa

Ein untypisches Bild: Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp ist ratlos.

DüsseldorfDie Aufgabe scheint lösbar, bereitet aber Kopfzerbrechen. Bei Borussia Dortmund ist das Selbstvertrauen vergangener Tage verflogen. Nach zuletzt vier Bundesliga-Pleiten in Serie geht der Vorjahresfinalist sorgenvoll in das Pokal-Duell beim FC St. Pauli.

Eine weitere Niederlage beim Drittletzten des Unterhauses würde die Lage noch verschlimmern. Trainer Jürgen Klopp hofft auf ein Ende der Krise: „Die Angst vor dem Nicht-Gewinnen ist bei uns sicher da. Unsere Aufgabe ist es nun, ein positives Selbstbild zu bewahren.“

Nach nur neun Spieltagen sind die Saisonziele in der Bundesliga in weite Ferne gerückt. Sage und schreibe sechs Niederlagen hat der Champions-League-Teilnehmer in der Bundesliga bereits kassiert – so viele wie kein anderer Mitkonkurrent. Es soll unbedingt verhindert werden, dass die Misere nun auch auf andere Wettbewerbe übergreift. „Es geht bei uns um Arbeit und den Kampf um Leichtigkeit“, sagte Klopp.

Die zunehmende Ratlosigkeit ist das größte Problem. Selbst die Rückkehr lange verletzter Leistungsträger oder diverse Systemumstellungen brachten keine Besserung. Immerhin zog sich in der Partie gegen Hannover kein Akteur eine Verletzung zu. Es erscheint wahrscheinlich, dass der BVB-Coach im mit 29.063 Besuchern ausverkaufen Millerntor wieder auf die in den vergangenen Jahren bewährte 4-2-3-1-Grundordnung zurückgreift.

Borussia Dortmund: Große Ziele im Fußballgeschäft (1)

Finanzvorstand

Die Analysten von GSC Research haben mit dem Vorstand Thomas Treß von Borussia Dortmund über die wirtschaftliche Lage geredet. Hier die Kernaussagen von Treß.

Quelle: GSC Research

Gewinnrückgang 2013/2014

Das Vorjahresergebnis war transfergetrieben, so dass der Ergebnisrückgang im Wesentlichen mit Wegfall der hohen Transfererlöse zusammenhängt.

 

Verkäufe an Fans

Man muss hier allerdings beachten, dass der Ergebnisbeitrag des Merchandisings deutlich hinter anderen Erlösbereichen zurück liegt und insoweit dieser strategisch betrachtet einen deutlich geringeren Stellenwert hat als beispielsweise das Sponsoring.

Asien

Ein wichtiger Baustein in diesen Überlegungen wird sein, ein oder zwei namhaften Sponsoren aus dieser Region für den BVB zu gewinnen.

Shinji Kagawa

Dass sich dies im konkreten Fall natürlich positiv auf unsere Wahrnehmung in Asien und vor allem auch in Japan auswirkt ist ein schöner zusätzlicher Effekt, den wir neben den überlagernden sportlichen Notwendigkeiten sehr gerne mitnehmen.

 

Ticketpreise

Es ist nicht unser Ziel, die Ticketpreise wesentlich über die Inflationsrate hinaus zu erhöhen, sondern darauf zu achten, dass Fußball für unsere Fans bezahlbar bleibt.

Sponsoren

Auch wenn der BVB auf diesem Gebiet inzwischen gut aufgestellt ist, können wir mit den ganz großen Clubs in Europa noch nicht mithalten.

Kapitalerhöhung

Zuerst wollen wir die restlichen Kreditverbindlichkeiten von rund 41 Millionen Euro tilgen. Damit wird der BVB schuldenfrei.

Neue Mittel

Die verbleibenden Mittel sollen erst einmal unser Festgeldkonto stärken.

Teure Spieler

Um es ganz klar zu sagen, wir wollen das eingeworbene Geld nicht zu großen Teilen in Transfers von Spielern investieren. Das wäre am Ende bestenfalls ein Pyrrhussieg.

Klopp hofft, dass seine Profis die jüngste Unruhe ausblenden und sich in den kommenden Spiel auf die nächste Aufgabe konzentrieren: „In solch einer Situation würde überall vom Abstiegskampf gesprochen. Wir werden danach gefragt, ob wir noch Chancen auf die Champions League haben.“

Auf die Kritik aus den Medien, wonach der BVB zu Saisonbeginn falsch eingekauft und in Ciro Immobile keinen gleichwertigen Ersatz für den nach München gewechselten Robert Lewandowski gefunden habe, reagierte Klopp erstaunlich gelassen: „Es ist normal, dass wir in unserer Situation kritisiert werden. Aber das hat uns nicht zu interessieren. Wir müssen die Dinge aufnehmen, die uns wirklich helfen.“

Ein Vorteil für den BVB könnte es sein, dass auch der FC St. Pauli derzeit nicht vor Selbstvertrauen strotzt. Nach den jüngsten Rückschlägen mit dem 0:1 in Düsseldorf und dem 0:4-Heimdebakel gegen Karlsruhe stehen die Hamburger in der Abstiegszone.

Trotz der jüngsten Talfahrt kommt der BVB nach Einschätzung von Trainer Thomas Meggle nicht ungelegen: „Wir alle wissen, was man als Underdog am Millerntor schaffen kann, deshalb sollten wir uns auf die Partie freuen.“ Ähnlich zuversichtlich geht Kapitän Sören Gonther die Aufgabe an: „Wir können mit unseren Zuschauern einen ganz besonderen Geist entstehen lassen.“

Kommentare (1)

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Herr Tom Schmidt

28.10.2014, 13:56 Uhr

Tatsächlich ist es doch so, dass Fußballmannschaften sehr sensibel auf die Äusserungen ihrer Führung reagieren (vielleicht ist das aber mit allen Belegschaften so).

Watzke ist das Paradebeispiel: kaum gibt es Verletzte, muss er öffentlich verkünden, dass mit dieser Mannschaft man nicht die Meisterschaft holen könne (letzte Saison). Richtig wäre gewesen, den jungen Spielern zu signalisieren, dass das ihre Chance zu wachsen ist. Ergebnis bekannt! Wann immer sich das Stammpersonal verletzt, der BVB schwächelt und wartet sehnsüchtig auf deren Rückkehr. Die können aber dann auch nicht sofort zaubern... und schon steht die Negativserie! Inzwischen tut Watzke so, als ob nicht er, sondern Rummenigge das Problem wäre.

Bremen: Lemke hat sich in den Vordergrund drängen müssen (als sein UN-Job vorbei war) mit angebliche SEINEM Thema der schwarzen 0. Der Mannschaft wurde dabei signalisiert: Ihr seid nicht die, die wir wollen, ihr seid die, die wir gekriegt haben... Ergebnis bekannt.

Beschränken sich solche Phänomene auf diese Clubs? Nein, nur zur Erinnerung: Guardiola sagte letzt Saison, die Bundesliga wäre vorbei! Bayern verlor den Faden, ließ Punkte liegen, die Minikrise kostete sie die CL-League gegen Real Madrid (u.a. mit einem 0:4 in München)

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